27.02.2013 06:00
Bewerten
 (2)

Neuseeland-Anleihe: Günstig aussteigen

Neuseeland-Anleihe: Günstig aussteigen
Kiwi-Bonds auf der Kippe
Fremdwährungsbond: Das niedrige Zinsniveau in Neuseeland zehrt die Stärke des Kiwi-Dollar ­zunehmend auf. Für Alt­anleger wird es daher Zeit, Abschied zu nehmen.
€uro am Sonntag

von Marc Hofmann, Euro am Sonntag

Vor viereinhalb Jahren empfahl €uro am Sonntag eine Währungsanleihe in Neuseeland-Dollar (NZD). „Günstig einsteigen“, lautete damals unser Rat. Wer ihn befolgte, hat seither gut verdient. So kassierten Anleger einerseits einen jährlichen Festzins von sieben Prozent, andererseits profitierten sie von der Aufwertung des Kiwi-Dollar gegenüber dem Euro. Inklusive Kursgewinnen summiert sich die jährliche Rendite auf 16,59 Prozent.

Doch trotz des guten Ertrags sollten Anleger allmählich über einen Ausstieg nachdenken. Denn mit dem Heraufziehen der globalen Schuldenkrise musste auch das gering verschuldete Neuseeland seine Konjunktur stützen. Der Leitzins wurde daher von ehemals acht auf heute 2,5 Prozent gesenkt.

Für Ausländer sind Kapitalanlagen in Neuseeland-Dollar dadurch weniger attraktiv geworden. Das belegen die Daten der Westpac Bank. Demzufolge ist die Nachfrage nach NZD-Bonds 2012 um 60 Prozent gegenüber 2011 gefallen.

Hält dieser Trend an, sollte der NZD an Stärke verlieren. Seit August 2012 summieren sich die Verluste gegenüber dem Euro bereits auf fünf Prozent. Und vergangene Woche drohte Neuseelands Zentralbankchef Graeme Wheeler, den Kurs des Neuseeland-Dollars notfalls mithilfe von Interventionen zu drücken.

Zudem besteht noch ein anderes Risiko: Über Jahre hinweg sind die Immobilienpreise in Australien gestiegen. Doch 2011 geriet der Boom plötzlich ins Stocken. Erstmals seit 23 Jahren stagnierten die Preise. 2012 sind sie dann sogar um 2,6 Prozent gefallen.

Experten befürchten, dass die Blase — ähnlich wie 2007 in den USA  — nun platzen könnte. Würde dies passieren, geriete auch der NZD unter Druck. Denn Australien ist der wichtigste Handelspartner der Kiwis. Die beiden Währungen entwickeln sich daher oft parallel.

Bildquellen: Pi-Lens/iStockphoto, Antony McAulay / Shutterstock.com

Heute im Fokus

DAX im Plus -- Milliarden-Deal mit GE soll Saudis unabhängiger vom Öl machen -- Finanzinvestor CVC erlöst mit Evonik-Aktien 504 Millionen -- Moody's stuft Deutsche Bank ab

BMW will Tesla erst 2021 angreifen. Sony rechnet mit Gewinneinbruch. Sky hebt Preise an - Kunden wird aber Sonderkündigungsrecht verwehrt. Drillischs Geschäftsausbau halbiert Quartalsgewinn. Investitionen schieben die deutsche Wirtschaft kräftig an. Coca-Cola stoppt Produktion in Venezuela.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.
In welcher Metropolregion leben am meisten Menschen?
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experte
Volatilität in Schwellenländern

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel hält trotz aller Kritik am umstrittenen Flüchtlingspakt mit der Türkei fest. Wie bewerten Sie dessen Chancen?