06.01.2013 16:06
Bewerten
 (1)

Irland will Euro-Rettungsschirm verlassen

Körperschaftssteuer bleibt
Irland bereitet seinen Ausstieg aus dem EU-Rettungsschirms vor und hält an seinem niedrigen Körperschaftssteuersatz von 12,5 Prozent fest.
"Wir erwarten, dass wir den Rettungsschirm, unter dem wir Ende 2010 Zuflucht suchten, fristgerecht verlassen werden", sagte der irische Außen- und Handelsminister Eamon Gilmore der "WirtschaftsWoche". Gleichzeitig betonte er, über Irlands kontroverse Körperschaftsteuer werde in diesem Zusammenhang nicht verhandelt werden: "Irland hat seinen Beitrag schon geleistet. Der irische Steuerzahler ist schließlich in die Bresche gesprungen, indem er eine Garantie für das gesamte Bankensystem unseres Landes übernahm".

    Irland hatte von der EU und dem IWF ein Rettungspaket in Höhe von 85 Milliarden Euro erhalten, soll aber ab Ende 2013 wieder in vollem Umfang an die Kapitalmärkte zurückkehren und ohne internationale Finanzhilfen auskommen. Erste Gespräche über den Ausstieg laufen. "Inzwischen sprechen wir mit den Vertretern der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) bereits darüber, was wir tun müssen, um das Programm zu verlassen. Wir sind uns einig, die Nachhaltigkeit des irischen Finanzsystems zu verbessern. Nun reden wir darüber, wie das erreicht wird", so Gilmore. Irland setzt darauf, dass die übrigen EU-Partner dem Land entgegenkommen werden, um den irischen Steuerzahler im Hinblick auf die hohen Kosten der Bankenrettung zu entlasten. "Auf europäischer Ebene gibt es eine Vereinbarung. Danach sollen Irlands Finanzprobleme auf Basis der im Juni beim EU-Gipfel gefassten Beschlüsse beurteilt werden. Dabei ging es um Nachbesserungen bei den Auflagen für die Bankenhilfen und es sollten die guten Leistungen Irlands bei der Erfüllung des Rettungsprogramms berücksichtigt werden", sagte Gilmore.

    Die Euro-Länder hatten im Juni beschlossen, dass der Rettungsfonds ESM marode Banken direkt rekapitalisieren darf. Deutschland ist offiziell dagegen, dass der ESM die irischen Banken rückwirkend stützt. Gilmore läßt sich davon nicht beirren: Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ihre Unterstützung für Irland wiederholt betont und Irland als Spezialfall bezeichnet. Das werde auch von anderen EU-Regierungschefs anerkannt. "Europa braucht einen Erfolg und Irland ist der führende Kandidat dafür", so der Minister.

  FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Joe Gough / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Heute im Fokus

DAX schließt mit deutlichem Plus -- Dow kaum bewegt -- Microsoft zeigt neues Windows -- eBay will PayPal an die Börse bringen -- Zalando: Sind Privatanleger nicht erwünscht? -- Deutsche Bank im Fokus

BaFin könnte BlackRock mit empfindlicher Strafe belegen. Air Berlin kämpft um gemeinsame Flüge mit Etihad. Johnson & Johnson will Alios Biopharma für 1,75 Milliarden US-Dollar übernehmen. EU lässt Russland-Sanktionen in Kraft. Ford-Gewinnwarnung setzt Branche unter Druck. Rocket Internet startet Essens-Lieferdienst in Berlin.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Index of Economic Freedom 2014

Umfrage

Beim Kauf eines Finanzproduktes vertraue ich in erster Linie auf Informationen:

Anzeige