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12.10.2012 18:38

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NEUER HILFSPLAN FÜR ATHEN

Griechenland soll künftig mit Krediten eigene Anleihen zurückkaufen


Im Ringen um eine Bewältigung der Schuldenkrise in Griechenland hat EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen einen Anleihenrückkauf vorgeschlagen.

Er könne sich vorstellen, dass die Regierung in Athen mit geliehenem Geld eigene Staatsanleihen auf den Finanzmärkten zurückkauft, um so die hohe Schuldenquote des Landes zu drücken, sagte Asmussen der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe).  Eine Senkung dieser Quote gilt als eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass sich Griechenland in einigen Jahren wieder über private Kapitalgeber finanzieren und ohne Hilfe der Euro-Partner auskommen kann.

 

    "Im Moment zeichnet sich ab, dass die griechische Staatsverschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 deutlich über jenen 120 Prozent liegen wird, die bisher angepeilt sind"?, sagte Asmussen am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Tokio. "Daher muss man sich Elemente überlegen, um sich diesem Zielwert zu nähern. Dazu könnte ein Schuldenrückkauf gehören." Darüber hinaus gebe es eine Reihe weiterer Instrumente, über die man nachdenken könne.

   Details seines Vorschlags wollte der EZB-Direktor laut "SZ" nicht nennen. Er verwies aber darauf, dass griechische Schuldtitel derzeit auf den Finanzmärkten weit unter ihrem Nominalwert gehandelt werden. Würde die griechische Regierung diese Titel nun zurückkaufen, müsste sie - vereinfacht gesagt - für Anleihen im Nominalwert von 100 Euro nur einen Kurswert von beispielsweise 50 oder 70 Euro bezahlen. Die Schuldenquote würde spürbar sinken. Verkäufer der Anleihen könnten vor allem private Gläubiger wie Banken und Hedgefonds sein, die etwa 100 Milliarden Euro griechische Schulden halten. Diese Gläubiger erleiden eine Einbuße, wenn sie darauf verzichten, die Anleihen in ein paar Jahren zum Nominalwert von 100 Prozent zurückzuerhalten - sie vermeiden aber beim jetzigen Verkauf das Risiko einer Pleite Athens. Deshalb stoßen sie die Anleihen, für die sie derzeit kaum Käufer finden, womöglich gern an den griechischen Staat ab.

   Woher das Geld für den Schuldenrückkauf kommen soll, sagte Asmussen nicht. Es bliebe aber wohl nur der bisherige Euro-Schutzschirm EFSF, über den Griechenland bereits Hilfen in beträchtlicher zweistelliger Milliardenhöhe erhalten hat. Durch die Operation würde das Haftungsrisiko des Schirms und damit der Steuerzahler um den neuen Betrag steigen, den die Regierung in Athen für den Rückkauf ihrer Anleihen erhält.

   "Ganz klar: Die EZB kann einen solchen Schuldenrückkauf nicht durchführen, das wäre Sache des griechischen Staates", sagte Asmussen. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hieße das, dass sie den Bundestag um Zustimmung für weitere Hilfen an Griechenland bitten müsste. Genau das hatte sie bisher vermeiden wollen.

    Asmussen betonte, dass ein Schuldenrückkauf nicht gleichbedeutend mit einem Schuldenschnitt sei. Die privaten Gläubiger Griechenlands haben bereits auf die Rückzahlung von etwa 100 Milliarden Euro verzichtet. Weil jedoch die Wirtschaft stärker einbricht als erwartet, steigt die Schuldenquote trotzdem massiv an./jsl/wiz

TOKIO (dpa-AFX)

Bildquellen: Petronilo G. Dangoy Jr. / Shutterstock.com

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Kommentare zu diesem Artikel

Egbert_S schrieb:
13.10.2012 20:51:11

Geil. Das ist offenbar ein finanzielles perpetuum mobile. Fast wie Baron von Münchhausen. Der konnte sich auch am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Dieser Banker ist nicht rein zufällig Fips Asmussen?

belfegore schrieb:
13.10.2012 15:30:18

wir dürfen nicht vergessen, dass wir diesen Schlaukopf Asmussen mit teuer Geld bezahlen. Damit er uns verschaukelt.

khaproperty schrieb:
12.10.2012 19:27:36

Dieses ahnungslose Gequatsche von den EZB-Komikern von Draghi bis Asmussen erzeugt nur noch Übelkeit und Abscheu.
Zurück zu den nationalen Währungen ist die einzige Möglichkeit, diesen Aderlaß für Deutschland sinnvoll zu beenden.

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