21.01.2013 09:19
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Schwellenländer versus Mittelstand: Was Anleger beim Anleiheportfolio beachten sollten

Vermögensverwalter-Kolumne
Schwellenländer haben die Industriestaaten mit ihrer Wirtschaftsleistung längst eingeholt.
Auch in punkto Verschuldung haben sie die Nase vorn. Diese beiden Faktoren sind die Hauptgründe für die Attraktivität von Staatsanleihen aus den Emerging Markets. Auch in Hinblick auf die Schwankungsbreite sind sie nicht so riskant, wie viele Anleger glauben. Sie sind kein Allheilmittel, aber gehören in jedes gut aufgestellte Depot.

Von Susanne Woda, Portfoliomanagerin, MERITO Asset Management GmbH

Das nachhaltige Wirtschaftswachstum der Schwellenländer entsteht aus zwei wesentlichen Kernelementen, dem demografischen Wandel und der geringen Staatsverschuldung.
Der Anteil der Schwellenländer an der globalen Wirtschaftsleistung ist im Jahr 2012 auf 36 Prozent angestiegen. Während die Industrieländer nur noch von Produktivitätszuwächsen profitieren, entsteht in den Schwellenländern echtes Nachfragewachstum in der jungen Bevölkerung. Der zunehmende Wohlstand trifft auf eine breite Basis und schlägt sich überproportional nieder. Die Bevölkerungsstruktur dieser Länder trägt so zu einem starken Binnenkonsum bei und sorgt für Wachstum von innen heraus.

Die Staatsverschuldung befindet sich mit einer Schuldenquote von durchschnittlich 35 Prozent auf einem niedrigen Niveau. Zum Vergleich: Selbst Musterknabe Deutschland liegt mit einem Verschuldungsgrad von ca. 83 Prozent mehr als doppelt so hoch. Die Regierungen der Schwellenländer haben, im Gegensatz zu vielen Industriestaaten, nur eine niedrige Zinslast zu stemmen. Das gibt ihnen genügend Spielraum, die Wirtschaft nachhaltig zu fördern und die Weichen für weiteres Wachstum zu stellen. Bei den derzeitigen Wirtschaftsaussichten wird die zukünftige Verschuldung der Schwellenländer sogar noch weiter abnehmen, weil das Schuldenwachstum geringer ausfällt als die Steigerung der Wirtschaftsleistung.

Statt zu Staatsanleihen der Industrieländer sollten Anleger also eher zu Staatsanleihen aus Schwellenländern greifen. Aber wie sieht der Vergleich zu Unternehmensanleihen aus dem High-Yield- und Mittelstands-Segment aus? Laut einer Analyse von MM Warburg rangieren Schwellenlandanleihen in Hinblick auf ihre Schwankungsbreite gleich hinter Unternehmensanleihen mit Investmentgrade. Viele europäische Unternehmen haben nach der Finanzkrise ihre Verschuldung kontinuierlich abgebaut. Die Verschuldungsgrade liegen weit unter ihren Niveaus von 2009 und die Ausfallrate auf einem historischen Tief. Der Flucht in qualitativ hochwertige Anleihen hat aber bereits dazu geführt, dass die Kurse von soliden Unternehmensanleihen stark gestiegen sind. Entsprechend sind die Renditen schon stark gesunken und lediglich Anleihen mit BBB-Rating oder niedriger weisen noch attraktive Renditeaufschläge auf. Hier bieten sich auch Hochzins- und Mittelstandsanleihen zur Investition an. Gerade der Mittelstand hat in den letzten Jahren kontinuierlich seine Verschuldung abgebaut. Die durchschnittliche Eigenkapitalquote liegt laut der WGZ-Bank bei 30 Prozent. Der Kreditbestand sinkt seit 2009 kontinuierlich und durch die Refinanzierungs- möglichkeiten am Anleihemarkt nimmt die Abhängigkeit von den Banken als Kapitalgeber weiter ab.

Die Auswahl der Anleihen will aber gut überlegt sein, das Mittelstandssegment hatte im Jahr 2012 einige Insolvenzen anzumelden, hauptsächlich im Bereich erneuerbare Energien. Die eingeschränkte Liquidität erschwert im Ernstfall die Absicherungs- und Ausstiegsmöglichkeit. Eine Fondslösung ist insbesondere bei Anlagesummen unter 250.000 EUR sinnvoll.

Die Risiken aus Einzelinvestments sind in allen Anleihesegmenten, sei es bei Unternehmen oder Staaten, vorhanden. Durch geschickte Kombination der Anlageklassen lassen sich die Schwankungen minimieren. „Unter Risikogesichtspunkten sollten Anleger daher nicht nur auf die Volatilität der einzelnen Segmente, sondern auch die Korrelation untereinander achten. Mit einem gut gestreuten Anleiheportfolio können Anleger das Risiko minimieren ohne auf Ertrag zu verzichten.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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