15.03.2013 15:26
Bewerten
 (0)

Bank of England: Chefvolkswirt Dale warnt vor zu expansiver Geldpolitik

Britische Geldpolitik
Der Chefvolkswirt der Bank of England, Spencer Dale, hat sich kritisch zur Debatte über ein neues geldpolitisches Rahmenwerk in Großbritannien geäußert.
Zwar gebe es gute Gründe, die derzeitige Ausrichtung der britischen Geldpolitik allein auf ein Inflationsziel anzuzweifeln, sagte Dale am Freitag in London. Eine zu flexible Auslegung könne jedoch die Inflationserwartungen aus ihrer Verankerung reißen und damit wirtschaftlichen Schaden anrichten. "Wir müssen uns an die Fehler der Vergangenheit erinnern", sagte Dale mit Blick auf die überwiegend hohen Teuerungsraten insbesondere den 1970er Jahren.

    Darüber hinaus sieht Dale Grenzen einer noch expansiveren Geldpolitik. "Das Argument, dass die Geldpolitik die Nachfrage mit geringen oder keinen Auswirkungen auf die Inflation ausweiten kann, widerspricht der allgemeinen Auffassung, dass der beste Beitrag der Geldpolitik zu langfristiger Prosperität die Gewährleistung von Preisstabilität ist." Es könne beunruhigen, wie schnell diese Vorstellung über Bord geworfen werde.

    Dales Äußerungen kommen nur wenige Tage vor der Präsentation des britischen Haushalts durch Schatzkanzler George Osborne am kommenden Mittwoch. Osborne wird sich auch zum Zielkatalog der Bank of England äußern. Beobachter halten es für möglich, dass das Rahmenwerk der Notenbank geändert, möglicherweise erweitert wird. Als möglich gelten etwa eine Änderung des Inflationsziels oder gar die Einführung eines Doppelmandats, ähnlich dem der US-Notenbank. Damit würde die Bank of England nicht nur ein Preis-, sondern auch ein Beschäftigungsziel erhalten.

    Die derzeitige Debatte um das Mandat der Bank of England ist eng verknüpft mit dem anstehenden Führungswechsel. Im Juli wird Mark Carney, derzeit Chef der Bank of Canada, dem gegenwärtigen Notenbankchef Mervyn King nachfolgen. Carney gilt als Verfechter einer flexiblen Geldpolitik, die nicht zuletzt über eine lange in die Zukunft gerichtete Steuerung der Inflationserwartungen das Wachstum stützen will. Auch die Möglichkeit, dass Notenbanken anstatt Wachstumsraten ein bestimmtes Niveau der Wirtschaftsleistung anstreben sollen, hatte Carney thematisiert.

    Die geldpolitische Ausrichtung der Bank of England ist im internationalen Vergleich bereits sehr expansiv. Insbesondere beim Kauf von Staatsanleihen ist die Notenbank kein Kind von Traurigkeit. Im Gegenteil: Bezogen auf die nationale Wirtschaftsleistung hat sie so stark wie keine andere große Notenbank am Anleihemarkt interveniert. Der Nutzen dieser Politik gilt mittlerweile als fragwürdig. Denn am Sinkflug der britischen Wirtschaft hat der lockere Kurs wenig geändert. Auch der Erfolg des Kreditprogramms "Funding for Lending", mit dem die Kreditvergabe angeschoben und die Zinsen von Bankkrediten gedrückt werden sollen, gilt bislang als bescheiden./bgf/hbr

LONDON (dpa-AFX)

Bildquellen: rnagy / Shutterstock.com, Peter Nadolski / Shutterstock.com

Devisenkurse

NameKurs+/-%
Dollarkurs1,1170-0,0015
-0,14
Japanischer Yen114,26500,2850
0,25
Britische Pfund0,85440,0009
0,10
Schweizer Franken1,0944-0,0005
-0,04
Russischer Rubel72,48750,0577
0,08
Bitcoin521,50004,7400
0,92
Chinesischer Yuan7,4615-0,0135
-0,18

Heute im Fokus

DAX legt zu -- Asiens Börsen mit gemischten Vorzeichen -- VW-Chef: Lieferstreit hat Folgen -- Apple lädt zu Neuheiten-Vorstellung am 7. September -- Evonik im Fokus

Sprit-Skandal bei Mitsubishi weitet sich aus. Facebook will Nutzer Sicherheitscheck auslösen lassen. Mondelez verliert Appetit auf Hershey. Google-Manager verlässt Uber-Verwaltungsrat.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Diese deutschen Krankenkassen sind beliebt
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Apples iPhone 7 steht vor der Tür. Kaufen Sie sich das neue Modell?