11.02.2013 09:41
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Beginnt jetzt der Krieg der Währungen?

Am Devisenmarkt ziehen dunkle Wolken auf: Japans Notenbank will das Inflationsziel so schnell wie möglich von einem auf zwei Prozent erhöhen.
von Friedrich Huber, geschäftsführender Gesellschafter der Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung

Das schürt die Angst vor einem globalen Abwertungswettlauf der Währungen, der alle Beteiligten zu Verlierern machen könnte.

Seit Jahresanfang haben Anleger bei europäischen Aktienwerten in der Hoffnung auf eine bessere Konjunktur und steigende Unternehmensgewinne zugegriffen. Jedoch sollten sie sich eines Risikos stets bewusst sein: Die starke Abhängigkeit deutscher Firmen vom Export macht den Dax anfällig für erhebliche Rücksetzer. Gefahr droht etwa, wenn die Weltwirtschaft ins Stocken gerät oder deutsche Waren aufgrund eines steigenden Euros für Nicht-Euro-Länder teurer und damit weniger konkurrenzfähig werden.

Dunkle Wolken am Devisenmarkt

Gerade am Devisenmarkt zogen zuletzt dunkle Wolken auf. Japan, selbst eine vom Export abhängige Wirtschaftsnation, gab als eines der wichtigsten Politikziele aus, den Yen zu schwächen und damit die Deflation im eigenen Land zu bekämpfen. Die Bank von Japan hat sich dem politischen Druck des neuen Ministerpräsidenten Shinzo Abe gebeugt und angekündigt, das Inflationsziel „so schnell wie möglich“ von einem auf zwei Prozent zu erhöhen. Das hat die Furcht vor einem globalen Abwertungswettlauf befeuert und manchen europäischen Politiker irritiert.

EZB tickt anders als andere Notenbanken

Es ist verständlich, dass die Euro-Länder der stetigen Aufwertung ihrer Gemeinschaftswährung nicht tatenlos zusehen wollen. Doch trägt ausgerechnet die Europäische Zentralbank die Verantwortung für den unaufhaltsamen Aufstieg des Euro mit. Denn während andere Notenbanken im Auftrag ihrer Regierungen kräftig Geld drucken, um die eigene Währung zu schwächen, fährt die EZB ihre Liquiditätsversorgung zurück, um der Inflationsgefahr vorzubeugen und die Preise stabil zu halten. Verschärft wird die Lage dadurch, dass auch die amerikanische Notenbank Fed eine Lockerung ihrer hochexpansiven Geldpolitik vorbereitet. Konsequenz dieser Politik: Der Dollar dürfte zu vielen Währungen weiter nachgeben, was auch andere Exportnationen zu Abwertungsmaßnahmen zwingen wird.

Erste Länder bringen Geschütze in Stellung

Folgt auf die Finanzkrise also nun ein fataler Abwertungswettlauf der Währungen? Experten warnen bereits vor einer Kettenreaktion: „Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich ein Währungskrieg“, sagte jüngst der amerikanische Großinvestor George Soros. Tatsächlich haben einige Nationen ihre Geschütze schon in Stellung gebracht. Vor zwei Jahren war Brasiliens Finanzminister Guido Mantega der erste Politiker, der den Begriff „Währungskrieg” in den Mund nahm. Seitdem hat Brasilien Maßnahmen ergriffen, um die Landeswährung Real zum Dollar abzuschwächen. In Europa hat die Schweiz ein Zeichen gesetzt, indem sie seither die Interessen ihrer Exporteure durch Stützungskäufe der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verteidigte. China steht ohnehin seit Jahren für einen künstlich niedrig gehaltenen Yuan-Kurs am Pranger.

Verheerende Folgen für die Weltwirtschaft

Die Folgen eines „Währungskrieges“ wären für Weltwirtschaft und Wohlstand verheerend, denn ein solcher Abwertungswettlauf geht oft mit Schutzzöllen und Beschränkungen des Kapitalverkehrs einher, aus dem letztlich alle Beteiligten als Verlierer hervorgehen. Das zeigen Erfahrungen aus der Großen Depression in den Dreißigerjahren. Damals kam es zum Zusammenbruch der weltwirtschaftlichen Verflechtungen, von dem sich die Nationen erst Ende der Fünfzigerjahre vollständig erholten.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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