09.07.2013 06:45
Bewerten
 (0)

ETF-Schließungen erreichen neuen Rekord

117 ETFs geschlossen
Trotz der anhaltenden Popularität von ETFs schlossen im ersten Halbjahr 117 Produkte. Auch Deutsche-Bank-Produkte sind betroffen.
Eigentlich genießen Exchange Traded Funds (ETFs) einen guten Ruf. Vergangene Woche veröffentlichte State Street einen Bericht über starke Zuflüsse in die Indexfonds. Im ersten Halbjahr 2013 mussten einer Analyse des unabhängigen Researchers ETFGI zufolge jedoch 117 ETFs schließen. Das berichtet die Financial Times. Die Anzahl der Schließungen aus dem Vorjahreszeitraum sei damit deutlich überboten worden. Von insgesamt 4.849 ETF-Produkten, besitzen der Analyse zufolge 60 Prozent ein Volumen von unter 100 Millionen US-Dollar.

„Zum Teil ist das darauf zurückzuführen, dass es in den vergangenen Jahren eine Rekordzahl an ETF-Auflegungen gab“, sagt Andrew Lo, Finanzprofessor an der MIT Sloan School of Management. Insbesondere in den USA hätten Anleger in Scharen in ETFs investiert und schufen damit ein Marktvolumen von zwei Billionen US-Dollar, das das Asset Management revolutionierte und die Investmentfondsindustrie vor Herausforderungen stellte.

Die Fonds verhalfen privaten und institutionellen Anlegern einen stetigen Zugang zu einer Vielzahl von Assetklassen und wurden für viele Finanzkonzerne zu profitablen Melkkühen. Einige dieser Unternehmen setzten zunehmend auf ungewöhnliche Fondstrukturen und Indizes und versuchten dadurch, ihre ETF-Angebote zu steigern.

Viele dieser Fonds sind dem Bericht zufolge nun geschlossen worden, nachdem es ihnen nicht gelang, ausreichend Investoren anzuziehen, um die Produkte profitabel zu machen. „Unternehmen wollen die Produkte loswerden, die nicht das nötige Volumen erreichen oder von denen sie denken, dass sie in der Zukunft nicht funktionieren“, sagt Deborah Fuhr, Managing Partner bei ETFGI. Zur Kostendeckung müssten ETFs Assets in Höhe von 100 Millionen US-Dollar generieren.

Zuletzt musste Europas größter ETF-Anbieter, die Deutsche Bank, seine Angebote kürzen und schloss 36 Exchange Traded Produkte (ETPs) mit einem Volumen von insgesamt rund 110 Millionen US-Dollar. „Der europäische ETP-Markt hat einen Entwicklungspunkt erreicht, an dem es für uns Sinn macht, unsere Produktaufstellung zu überprüfen, um sie an die derzeitige und künftig erwartete Nachfrage anzupassen“, kommentiert Manooj Mistry, ETP-Chef der Deutschen Bank. Die Schließungen beim europäischen Marktführer betreffen auch den db x-trackers Stoxx Europe Christian, der versucht, die Performance europäischer Aktien mit christlichen Werten nachzubilden. Auch der db Monthly Leveraged Gold, ein Rohstoff-ETF, ist betroffen. Er reflektiert die höhere Performance von Gold-Futures und hat im laufenden Jahr bisher fast die Hälfte seines Werts verloren.

(PD)

powered by €uro FundResearch

Bildquellen: Christian Colista / Shutterstock.com, Monkey Business Images / Shutterstock.com
Suchen

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich erholt -- Dow im Plus -- Bundesregierung dementiert angeblichen Rettungsplan für die Deutsche Bank -- Wer hat was von der Air-Berlin-Zerschlagung? -- VW, Nike im Fokus

Private Krankenkassen erhöhen Beiträge wohl in zweistelliger Höhe. Seehofer kündigt "größte Steuersenkung aller Zeiten" an. Linde-Aktie auf Höhenflug: Praxair-Zusammenschluss doch nicht vom Tisch? Wells Fargo kappt Chef-Boni in Höhe von 41 Millionen Dollar. Bayer arbeitet am Verkauf eigener Sparten.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Lohnt sich die Rente
Jetzt durchklicken
Das sind die reichsten Nichtakademiker in Europa
Jetzt durchklicken

Umfrage

Kanzlerin Merkel will der Deutschen Bank im Streit mit der US-Justiz nicht helfen. Was halten Sie von dieser Einstellung?