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16.06.2013 13:00

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von Ralf Ferken, €uro am Sonntag

EUROFONDSNOTE

Die Tops und Flops der internationalen Fonds-Branche

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Fonds im Test: Gut, aber überfüllt
Mit asiatischen Aktien erobert ein Schotte die Bestnote der Euro FondsNote. Dabei überzeugt Angus Tulloch, der First State-Fondsmanager, nicht zum ersten Mal.

von Ralf Ferken, Euro am Sonntag

Bei First State wissen An­leger, was sie bekommen. Nämlich meist hervorragend gemanagte Aktienfonds. Allerdings können Anleger nicht mehr problemlos in alle First-State-Fonds investieren. Denn in manche Fonds des Hauses ist schon so viel Kapital geflossen, dass First State die reduzierten Ausgabeaufschläge abgeschafft hat oder die Fonds vorübergehend wegen „Überfüllung“ geschlossen hat.

Davon unberührt ist die in Britischen Pfund notierte Tranche des First State Asia Pacific Leaders A, den wir von FondsNote 2 auf die Bestnote 1 hochgestuft haben. Seit First State den Fonds im Dezember 2003 aufgelegt hat, betreut ihn Angus Tulloch. Tulloch wurde vom Finanzen Verlag, in dem auch €uro am Sonntag erscheint, im Jahr 2011 zum „Fondsmanager des Jahres“ gekürt. Er arbeitet im schottischen Edinburgh. Schon sein Wohnort macht Tulloch zum Knauser. „Wir sind sehr schottisch, wenn es an das Bezahlen einer Aktie geht“, sagt er.

Neben dem Preis zählen für ihn bei der Aktienauswahl noch weitere Kriterien: Die Unternehmen müssen einen hohen Marktanteil und eine unangreifbare Marktstellung besitzen. Wichtig sind Tulloch auch ein integres Management und solide Finanzen. Beim Wachstum hat er ebenfalls klare Vorstellungen: nachhaltig und transparent soll es sein, beständig statt spektakulär. Und Tulloch überzeugt sich gern vor Ort, dass diese Kriterien erfüllt sind. Bei der Aktie des Apple-Konkurrenten Samsung ist das für ihn der Fall.

Tobias Klein von der Frankfurter Fondsboutique First Private — nicht zu verwechseln mit First State aus Schottland, für die Tulloch arbeitet — wählt einen anderen Ansatz zur Aktienauswahl. Der Wirtschaftsingenieur setzt auf ein quantitativ-fundamentales System, das er in den 90er-Jahren selbst programmiert hat. Auch er war schon „Fondsmanager des Jahres“, allerdings ist das fast zehn Jahre her (2004). Zwischen 2000 und 2003 hatte Kleins First Private Europa Aktien um 20 Prozent zulegt, während der Euro Stoxx 50 um 40 Prozent abgestürzt ist. Erst in der Finanzkrise kam der große Einbruch, weil Kleins Portfolio zu viele Banken und Nebenwerte enthielt. Allmählich beendet der First Private Europa Aktien ULM seine langjährige Durststrecke, deshalb stufen wir ihn wieder auf FondsNote 3 hoch. Ein weiteres Indiz, dass es bei Klein wieder aufwärtsgeht: Seit Mai 2013 bewerten wir den First Private Euro Dividenden Staufer mit FondsNote 2. Dort kauft Klein ausschüttungsstarke Aktien aus der ­Eurozone.

Aufsteiger, Absteiger, Einsteiger
Die gute FondsNote des First Private Euro Dividenden Staufer ist umso höher einzuschätzen, als vergleichbare Dividendenprodukte oft nicht über die FondsNote 4 hinauskommen. Das gilt etwa für den passiven Indexfonds iShares Euro Stoxx Select Dividend 30 ETF, ihn haben wir gerade auf Note 4 heruntergestuft. Auffällig: Asiatische, globale und US-Dividendenfonds und -ETFs sind deutlich besser als ihre euro­päischen Pendants. Sie tragen in der Regel die Noten 1 und 2.

Ähnlich gut benoten wir die Pimco-Rentenfonds. Im Schnitt können sie sich mit einer 2 schmücken. Die gegen Währungsschwankungen gesicherte Tranche des Pimco Total Return Bond Fund haben wir sogar auf Anhieb mit FondsNote 1 ausgezeichnet. Ihn managt der Chef persönlich: Bill Gross, der Gründer und Chief Investment Officer des weltgrößten Bondinvestors. Inzwischen haben Anleger rund 225 Milliarden Euro in den Fonds investiert.

Neues gibt es auch bei Rohstofffonds. Der Goldminenfonds von DJE trägt jetzt Note 1, genauso wie der Holzaktienfonds von Pictet. Beide zählen in ihren Kategorien zu den besten Produkten. Allerdings machte der Holzfonds in den vergangenen zwölf Monaten ein dickes Plus, der Goldfonds von DJE rutschte ins Minus (siehe Investor-Info) — entwickelte sich aber deutlich besser als die Goldfonds-Konkurrenten. 

Investor-Info

DJE Gold & Ressourcen
Besser breit gestreut

Auch wenn ein Minus von zehn Prozent in den vergangenen vier Jahren auf den ersten Blick nicht dafürspricht, gehört der DJE Gold & Ressourcen aus dem Haus Jens Ehrhardt doch zu den besten der gebeutelten Goldminenfonds. Grund hierfür ist nicht nur das vergleichsweise gute Händchen von Fondsmanager Stefan Breintner bei der Auswahl der Goldminentitel. Positiv ist auch, dass Breintner Aktien aus anderen Rohstoffsektoren beimischt. Dies reduziert das Risiko der Goldinvestments ein wenig. 

Pictet Timber
Auf dem goldenen Holzweg

Der Immobilienmarkt in den USA gewinnt weiter an Fahrt, Bauholz ist daher stark gefragt, die Preise klettern nach oben. Gut für den Fonds Pictet Timber, der weltweit in Unternehmen investiert, die Forstwirtschaft betreiben oder Holz verarbeiten. Die Fondsmanager Christoph Butz und Gabriel Micheli haben schwerpunktmäßig Unternehmen mit großen Waldbeständen aus Nordamerika im Portfolio. Da­runter Titel wie Plumcreek — mit drei Millionen Hektar der größte private Waldbesitzer in den USA. Ein aussichtsreicher Fonds zur Beimischung.
Aufsteiger, Absteiger und Erstbewertungen (pdf)

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