13.08.2012 10:16
Bewerten
(1)

Zeit der Niedrigzinsen vor dem Ende?

Vermögensverwalter-Kolumne: Zeit der Niedrigzinsen vor dem Ende? | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
Etliche Rentenfonds haben in der Krise ordentliche Renditen eingefahren.
von Friedrich Huber, geschäftsführender Gesellschafter der Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung

Doch damit könnte es in Kürze vorbei sein. Denn die Kurse sicherer Staatsanleihen könnten infolge von Rating-Verschlechterungen bald deutlich nachgeben. Die Folge wären höhere Zinsen - und Verluste bei diesen Anleihen.

Unbeschwert in Urlaub zu fahren fällt dem anlagesuchenden Investor derzeit schwer. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat Europa in den „Ground Zero“ der Staatsschulden verwandelt. Um die europäische Währung zu retten, wird ein Rettungspaket auf das nächste gestapelt. Doch alle Maßnahmen, die die EZB beschließen könnte, um den Euro zu retten, laufen darauf hinaus, zusätzliches Geld in Umlauf zu bringen – und das legt die Saat für eine höhere Inflation. Ob und wann diese aufgehen wird, bleibt abzuwarten.

US-Bonds und Bundesanleihen profitierten

Von der Krise der GIPS-Länder haben insbesondere Berlin und Washington profitiert. In die Anleihemärkte der als sicher erachteten Länder Deutschland und USA strömte in der Krise viel Kapital. Diese große Nachfrage drückte die Renditen der Bonds erheblich und ließ spiegelbildlich deren Kurse steigen – ideal für die Besitzer von Staatsanleihen dieser Länder und für die Käufer solcher (Index)Fonds. Sie sitzen auf hübschen Kursgewinnen oder haben diese schon realisiert.

Stehen jetzt deutliche Kursverluste bevor?

Kein Trend aber währt ewig. So sind derzeit erhebliche Divergenzen zwischen den Kursen dieser Staatsanleihen und wichtigen technischen Indikatoren auf einer langfristigen Ebene (Wochenchart) zu beobachten - sowohl in den USA als auch in Deutschland. Während die Kurse ein neues Hoch erklommen haben, schwächeln die Indikatoren im Vergleich zum letzten Anstieg - und kündigen zumindest eine längere Verschnaufpause und Verluste bei diesen Staatsanleihen an. Die Folge: Deutschland und die USA müssten höhere Zinsen zahlen; auch die Hypothekenzinsen würden steigen.

Werthaltige Investments mit Zukunft

Für Anleger ist es daher wichtig, die eigenen Vermögenswerte kritisch auf deren langfristige Werthaltigkeit zu prüfen. Staatsanleihen mit nachlassender Bonität lassen diese Eigenschaft seit geraumer Zeit vermissen. Für alle, die es nicht glauben wollen, sei angemerkt, dass Frankreich in seiner Geschichte neun Mal in die Pleite rutschte, Spanien sogar dreizehn Mal.

In Deutschland und den USA hingegen ist eine Werthaltigkeit aufgrund einer negativen Realverzinsung auch nicht mehr gegeben. Geldmarkt- und Rentenfonds mit Fokus auf diesen Ländern werden daher künftig keine Renditen mehr für Anleger erzielen können, weil die laufenden Kosten in aller Regel die erwirtschafteten Erträge übersteigen werden.

Lieber Eigentümer als Gläubiger

Grundsätzlich gilt für uns die Devise, dass Sachwerte in den nächsten Jahren Geldwerte schlagen werden, getreu dem Motto „lieber Eigentümer einer Sache sein als Gläubiger einer Geldforderung“. Der dafür fällige Preis ist, dass Anleger höhere Schwankungen ihrer Vermögenswerte ertragen müssen und häufiger in Anlageentscheidungen eingreifen müssen als zuvor. Damit wird die Frage nach der persönlichen Risikotoleranz und dem Anteil des Vermögens, der solchen Schwankungen ausgesetzt werden kann, dringender als je zuvor.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX stabil -- Wall Street feiertagsbedingt geschlossen -- Die Bitcoin-Rally könnte erst der Anfang sein -- Warren Buffett steigt mit 3 Prozent bei LANXESS ein -- BMW, BVB im Fokus

Bank of America senkt Vonovia-Anteil auf Null. EZB-Präsident Draghi: Lockere Geldpolitik weiter nötig. Siri bekommt wohl einen eigenen Chip - und Apple entwickelt ihn selbst. Linde-Aktie: Linde will offenbar 140 Stellen in Frankreich streichen. Volkswirte sehen Wirtschaft in Top-Form - aber nicht alle profitieren. Chaos bei IAG-Tochter British Airways: IT-Panne lähmt Flugbetrieb.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Jungheinrich - Professioneller Hochstapler!

Intralogistik-Lösungen sind gefragt wie nie. Denn mit moderner Logistik-Infrastruktur lassen sich nicht nur erhebliche Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen realisieren, sondern sie bildet die perfekte Ergänzung für "Industrie 4.0". Warum Jungheinrich eine der interessantesten Storys in diesem Segment bietet lesen Sie im aktuellen Anlagermagazin des Börse Stuttgart Anlegerclubs.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

KW 21: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 21: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Jobs mit Zukunft und hohem Gehalt
Hier wird man auch künftig noch gut bezahlt

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel sieht in den USA anscheinend keinen verlässlichen Partner mehr. Hat sie damit recht?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
AURELIUSA0JK2A
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
LANXESS AG547040
BASFBASF11
E.ON SEENAG99
BMW AG519000
Amazon.com Inc.906866
Nordex AGA0D655
Allianz840400
BVB (Borussia Dortmund)549309