23.01.2017 12:31
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Ein Finne mit bedingungslosem Grundeinkommen erzählt, was sich für ihn geändert hat

"Ich habe so viele Ideen": Ein Finne mit bedingungslosem Grundeinkommen erzählt, was sich für ihn geändert hat | Nachricht | finanzen.net
"Ich habe so viele Ideen"
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Finnland testet, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen die Menschen fauler oder aktiver macht. Erste Stimmen machen Mut, das Experiment auch in anderen Ländern zu wagen.
In Finnland hat im Januar ein bemerkenswertes Experiment begonnen: 2.000 zufällig ausgewählte Personen, die im November 2016 als arbeitslos gemeldet waren, bekommen seit dem Jahreswechsel ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 560 Euro pro Monat. Der Betrag wird ihnen die nächsten zwei Jahre anstelle von Arbeitslosengeld gezahlt und muss auch dann nicht versteuert werden, wenn sie in dieser Zeit einen Job annehmen - egal wie gut er bezahlt wird.

Einer der 2.000 Menschen, die in Finnland für das Experiment ausgewählt wurden, ist Juha Järvinen. Er ist Ende 30, Künstler - und vor fünf Jahren mit seinem damaligen Geschäft gescheitert. Seitdem ist der Familienvater arbeitslos. Auf Facebook hat er nun in einem ausführlichen Beitrag erzählt, was es für ihn bedeutet, jetzt ein bedingungsloses Grundeinkommens zu erhalten.

Mehr Mut durch bedingungsloses Grundeinkommen

Järvinen schreibt, dass er sehr darauf gehofft habe, ausgewählt zu werden. Als er Ende Dezember dann den Brief erhielt, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er einer der 2.000 auserwählten Personen sei, habe ihn das sehr glücklich gemacht. "Für mich bedeutete das so viel mehr als für viele andere", so der Finne.

Er betont, dass er es liebe zu arbeiten, sich aber nach dem Scheitern seines letzten Unternehmens nicht getraut habe, wieder etwas Neues zu beginnen, obwohl es sehr viele Dinge gäbe, die er gerne tun würde. Der Grund: Nach der Pleite seines Unternehmens erhielt er sechs Monate lang keinerlei Geld vom Staat. "Für einen Vater von sechs Kindern war das eine schwere Zeit", schreibt er - und eine solche Zeit wollte er sich und seiner Familie offenbar nicht noch einmal zumuten. Dennoch habe er immer wieder davon geträumt, ein neues Geschäft zu eröffnen. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen kann er diesen Traum nun verwirklichen: "Ich werde so schnell wie möglich eine neue Firma gründen. […] Ich fühle mich wirklich so, als hätte ich meine Bürgerrechte zurückerhalten und wäre von den Sklavenmärkten befreit worden (dem dummen System, das arbeitslose Menschen aktiv halten soll)", schreibt der Finne in seinem Facebook-Beitrag.

"Die Menschen wollen arbeiten"

Auch wenn es nur 560 Euro im Monat sind, gibt der Betrag Järvinen eine gewisse Sicherheit. Dem finnischen Radiosender "Yle" erzählte er zuvor in einem Interview, dass das Grundeinkommen hauptsächlich die Lebensmitteleinkäufe für die Familie sichern und decken solle. Denn erst wenn Grundbedürfnisse wie Essen, Kleidung und eine Unterkunft gesichert seien, hätten arme Menschen überhaupt die Zeit und Möglichkeit, sich nach anderen Dingen wie einem Job umzusehen, erläutert Juha Järvinen auf Facebook. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde dieses Problem lösen.

Der gründungsfreudige Finne, der mit seiner Einstellung wohl als Vorzeigemodell des Pilotversuchs gelten kann, glaubt auch nicht, dass er ein Einzelfall ist und andere durch ein bedingungsloses Grundeinkommen faul werden würden, denn der Mensch sei von Natur aus aktiv und sozial veranlagt - und somit nicht dafür geschaffen, den ganzen Tag faul auf der Couch zu liegen. "Die Menschen wollen immer wieder neue Dinge, und sie wollen dafür arbeiten", schreibt Järvinen. Außerdem, so führt er weiter aus, würden Menschen, denen man alles Geld wegnimmt, kriminell werden - und das sei letztendlich noch teurer für die Gesellschaft als ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Marian Weyo / Shutterstock.com, Marc Dietrich / Shutterstock.com, Hadrian / Shutterstock.com

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