07.02.2013 10:33
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Nur nicht in die Falle tappen

Die Welt war in den letzten Jahrhunderten gewaltigen Änderungen unterworfen. Besonders die industrielle Revolution hat die Entwicklung rasant beschleunigt.
Die Evolution konnte mit dem Tempo nicht Schritt halten. Als Folge ist das menschliche Gehirn auf die heutige Umgebung nicht optimal angepasst und leistet sich eine Reihe an „Denkfehlern“. Gerade in finanziellen Fragen können diese gravierende Folgen haben.

Erst denken, dann handeln

Besonders augenfällig ist das etwa beim „Herdentrieb“. In der Steinzeit machte es Sinn, sich an den Stammesbruder anzuhängen, der unvermittelt die Flucht ergriff. Wer sich nur ein paar Sekunden Bedenkzeit über die Gründe der Flucht genehmigte, wurde schnell zum Opfer wilder Tiere oder feindlich gesinnter Gruppen. Der Herdentrieb hat sich bis heute erhalten und wird an den Börsen vor allem in Extremphasen sichtbar. So zogen die steigenden Kurse am Neuen Markt immer neue Anleger an die Börse. Wenn der Nachbar mit Aktien reichlich Geld verdiente, wollte man selbst auch dabei sein. Dass dabei fundamentale Gesichtspunkte völlig aus den Augen verloren gingen, interessierte nicht. Man investierte, weil (fast) jeder dabei war. In diesem Fall hätte ein bisschen Nachdenken keine Gefahr bedeutet und stattdessen große Verluste verhindert. Auch in Krisensituationen fällt es schwer, kühlen Kopf zu bewahren. Wenn die Medien voll von Krisenberichten sind, finden sich kaum Anleger, die die (dann günstigen) Kurse zum Einstieg nutzen. Man macht es wie die anderen: Man hält sich mit Käufen erst einmal zurück.

Ungleiche Bewertung

Zahlreiche empirische Untersuchungen zeigen, dass für Menschen ein Verlust emotional etwa doppelt so schwer wiegt wie ein Gewinn in gleicher Höhe. Läuft ein Investment gut, freut man sich als Anleger zwar darüber, schnell greift aber die Angst um sich, die erzielten Erträge wieder zu verspielen. Am Ende verkauft man zu früh und schaut dem weiteren Anstieg einer Aktie dann hinterher. Noch schlimmer wiegt der Denkfehler aber im umgekehrten Fall, zumal hier eine weitere Falle dazu kommt, nämlich die Schwierigkeit, eigene Fehler einzugestehen. Wer einen Loser im Depot hat, redet sich oft lange Zeit ein, dass der Kurs schon wieder steigen wird. Man will sich weder eingestehen, ein Fehlinvestment getätigt zu haben, noch die Verluste realisieren. Diese so genannte „Verlustaversion“ ist für zahlreiche Depotleichen verantwortlich, die auch heute noch aus den Zeiten des Neuen Markts in den Portfolios von Anlegern schlummern.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur der „Aktien-Strategie“ (früher Global Performance). Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes sowie die Finanzkrise 2008 fällt. Weitere Informationen unter www.aktien-strategie.de



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