05.04.2013 11:26
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Sparer, aufgepasst!

Angst vor der Zwangsenteignung
Lassen Sie sich nicht verrückt machen, aber vergessen Sie Zypern nicht. Ohne mit der Wimper zu zucken wurden Privatanleger, die nichts mit der Schuldenkrise zu tun hatten, kräftig zur Kasse gebeten. Kein Wunder, dass sich viele Europäer Gedanken machen, wie sie ihr Erspartes vor staatlicher Willkür in Sicherheit bringen können.

Tabubruch – alles ist möglich

Zwar wird eifrig von den Würdenträgern versichert, dass Zypern nicht als Blaupause für Europa gelte, aber was bedeutet das konkret? Alles ist möglich, wenn es darum geht die Schuldenlöcher zu stopfen. Die Geschichte belegt, dass ein Staat, der mit dem Rücken zur Wand steht, rücksichtlos jedes Mittel nutzen wird, um sich der Probleme zu entledigen. Nicht heute, aber vielleicht in ein paar Jahren?

Büchse der Pandora wurde geöffnet

Mit dem Zugriff auf private Bankeinlagen in Zypern wurde in der europäischen Schuldenkrise ein Präzedenzfall geschaffen. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Handelsblatts zeigt, dass das Vertrauen der Deutschen in das Sparbuch stark gelitten hat. Fast sechzig Prozent der Befragten glauben nicht mehr, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Versprechen, deutsche Spareinlagen seien sicher, halten könne (Quelle: Handelsblatt Online vom 4.4.2013).

Nicht heute, aber später?

Es gibt keinen Grund zur Panik. Ob eine Zwangsenteignung auch den Sparer treffen kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Selbst wenn es nicht so kommt, schadet ein breit aufgestelltes Vermögen nicht. Vermutlich haben Sie bereits vorgesorgt. Falls nicht, bedenken Sie Folgendes:

• Wenn Griechenland im Schuldenspektakel aus wirtschaftlicher Sicht ein Zwerg war, dann hat Zypern die Größe eines Flohs. • Psychologisch waren die Auswirkungen trotzdem beachtlich, für die betroffen Griechen und Zyprioten sehr schmerzhaft, aber im Schuldenorchester Europas nur eine Brise.

• Was werden die Politiker unternehmen, wenn die wirtschaftlichen Giganten Spanien, Frankreich oder Italien wieder in den Krisenfokus rücken?

Abbildung oben: Aktien sind Beteiligungen an Unternehmenswerten. Wer seinem Vermögen echte Qualitätsaktien beimischt, hat ein weiteres Standbein. Weltweit gibt es eine kleine Anzahl an außergewöhnlichen Firmen wie beispielsweise die kanadische Scotiabank (ja, eine Bank). Auch wenn es nicht immer aufwärts geht, tröstet eine ansehnliche Dividende.

Heiko Aschoff ist selbständiger Trader und Geschäftsführer der Investment Ideen GmbH. Als Banker und Pensionsfondsmanager war er mitverantwortlich für über sieben Milliarden Euro Anlagevolumen. Im Börsendienst www.investment-ideen.de stellt er seine persönlichen Anlageempfehlungen vor.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus

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