27.01.2013 06:00

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von Andreas Höß, €uro am Sonntag

INTERVIEW

Finanzsteuer: Privatanleger zahlen mit



Finanzsteuer: Privatanleger zahlen mit
Die neue Steuer ist der falsche Weg, um die Banken an den Rettungs­kosten zu beteiligen, sagt ­Finanzexperte Markus ­Demary vom IW Köln.

von Andreas Höß, Euro am Sonntag

€uro am Sonntag: Herr Demary, am Montag haben elf EU-Staaten beschlossen, ab 2014 eine Finanztransaktionsteuer einzuführen. Der richtige Weg, Banken an den Kosten der Krise zu beteiligen?
Markus Demary:
Ich glaube nicht. Mit der Steuer wollte man ursprünglich Banken und große Spekulanten treffen. Nun werden wohl alle besteuert — auch Privatanleger, die Aktien oder Anleihen kaufen, und Unternehmen, die sich zum Beispiel ­gegen Währungsrisiken absichern. Und die Banken werden ihre Kosten an die Kunden weitergeben.

Am Ende zahlen die Verbraucher?
Ja, Kredite könnten durch die Transaktionsteuer teurer werden.

Dafür soll sie einen zweistelligen Milliardenbetrag einbringen.
Das ist keineswegs klar. Vielleicht weichen Großanleger auf andere Finanzplätze aus, von 27 EU-Staaten werden nur elf die Steuer einführen. Banken in Großbritannien oder Luxemburg haben nun einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Frankreich hat seit Sommer eine Finanzsteuer. Wie ist dort die Bilanz?
In Frankreich ist es noch zu früh, um Bilanz zu ziehen. Aber Schweden hatte ab 1984 eine Finanzsteuer. Daraufhin brachen die Börsenumsätze ein, der Markt wurde schwankungsanfälliger, und der Staat nahm weit weniger ein als erhofft. 1991 hat man die Steuer wieder abgeschafft.

Wie verhindert man wilde Spekulation und beteiligt Banken an Kosten, wenn nicht über eine Steuer?
Wer selbst haftet, geht geringere Risiken ein. Höhere Eigenkapitalquoten, wie sie die Basel-Regeln vorschreiben, sind der richtige Weg.

Bildquellen: Natursports / Shutterstock.com

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Kommentare zu diesem Artikel

hans,43 schrieb:
24.02.2013 10:53:07

Diese Steuer ist für den Privat-
anleger tragbar.Die Fonds schichten
Jährlich mehrmals zum Schaden ihrer
Kunden um hier ist wie für die
anderen Berufszocker diese Steuer
überfällig

DiBoFfm schrieb:
28.01.2013 09:55:57

Diese Enteignungssteuer soll mich als Kleinanleger treffen. Mein Depot wird deshalb das Land verlassen, weil der Sitz der Bank die Grundlage für die Steuer sein soll. Da ich nicht der Einzige sein werde, wird ziemlich viel Geld das Land verlassen. Und es kommt nicht wieder!

Hamtaro schrieb:
27.01.2013 14:13:16

Mit Kapital-,Soli-, Kirchensteuer zahlt der Privatanleger schon genug. Diese zusätzliche Steuer verfehlt ihr Ziel um Meilen und zwar in beide Richtungen.Nicht nur der Staat braucht ständig mehr Geld sondern auch der Bürger der dessen Ausgaben bezahlen muss. Wer nichts hat kann nichts ausgeben.

osch schrieb:
27.01.2013 12:07:21

Die Finanztransaktionssteuer dient ausschließlich dazu, die Staatskassen zu füllen. Im Endeffekt zahlt wieder mal der Endverbraucher die Zeche, weil grundsätzlich alle Kosten auf ihn abgewälzt werden.

Credit Default Swap schrieb:
Wertung: 1/5

27.01.2013 10:16:26

dummes gelaber! diese steuer ist längst überfällig gewesen u hätte 2000 schon eingeführt werden müssen.

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