Oettinger will Stromnetz verstaatlichen
EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat den Vorschlag auf den Tisch gelegt, das deutsche Stromübertragungsnetz wieder teilweise zu verstaatlichen. Der Nutzen für den Verbraucher bleibt fraglich.
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"Das wäre vielleicht nicht billiger für die Verbraucher, aber der Netzausbau verliefe schneller und homogener", sagte Oettinger dem Magazin Stern. Als gelungenes Beispiel nannte er Spanien. Dort gebe es eine einzige Netzgesellschaft, an der der Staat maßgeblich beteiligt ist, und das funktionierte bestens.
Die Europäische Union hatte den Versorgern vorgeschrieben, ihre Stromnetze geschäftlich abzutrennen. Drei der vier großen deutschen Stromkonzerne haben ihre Netze daraufhin verkauft. So ging das Netz von E.ON an die niederländische Firma TenneT, das von RWE an die Commerzbank und das von Vattenfall an einen Finanzinvestor. Auch heute sei jedoch eine Neuordnung unter einem gemeinsamen Dach noch möglich und nach europäischem Recht auch zulässig, so Oettinger.
Darüber hinaus forderte der EU-Kommissar, die öffentlichen Abgaben auf Strom "endlich zu begrenzen". In der Vergangenheit habe der Staat "immer, wenn ein Loch in der Kasse war, mit großem Erfindungsreichtum neue Energiesteuern eingeführt". Das müsse ein Ende haben, um eine soziale Spaltung und ein Abwandern der Industrie zu verhindern.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com DJG/hhb/jhe Dow Jones Newswires October 17, 2012 05:45 ET (09:45 GMT)
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