15.09.2009 14:00
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THORSTEN POLLEIT

„Das Geldmonopol sorgt systematisch für Krisen“

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Barclays-Ökonom Thorsten Polleit hat lange vor dem Bankencrash vor dem Risiko der Liquiditätsschwemme gewarnt. ­Welche Reformen er jetzt fordert, welche Risiken er sieht.

von S. Parplies und K. Schachinger

Fast klingt es wie ein Aufruf zur Revolution, wenn Thorsten Polleit, Chefvolkswirt für Deutschland bei der britischen Investmentbank Barclays Capital, über das Geldsystem spricht.

„Das staatliche Geldangebotsmonopol sorgt systematisch für immer schwerer werdende Wirtschafts- und Finanzkrisen“, kritisiert der 41-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Um nachhaltig gutes Geld zu erhalten, müsse das Geldsystem privatisiert werden. Es gebe keinen überzeugenden ökonomischen Grund, warum der Staat Monopolanbieter sei, argumentiert Polleit.

Solche Thesen sind unter Ökono­men umstritten, finden im Schatten der Finanzkrise aber zunehmend Gehör. Schließlich gehörte Polleit zu den wenigen, die frühzeitig vor dem Wall-Street-Crash vor den Risiken der weltweiten Liquiditätsschwemme für das Wirtschafts- und Finanzsystem gewarnt hatten. Was Polleit über Systemfehler, Inflationsrisiko und Spekulationsblasen denkt – und welchen Ratschlag er Anlegern in der aktuellen Situation gibt.

€uro am Sonntag: Herr Polleit, die Notenbanken haben die Märkte massiv mit Liquidität geflutet. Wie groß ist die Gefahr, dass wir eine Verbraucherpreisinflation wie in den 1920er-Jahren erleben?

Thorsten Polleit: Aus den bisherigen Maßnahmen selbst folgt noch keine Hyperinflation. Allerdings, so ist zu befürchten, weisen die bisherigen geldpolitischen Schritte, wenn sie nicht rückgängig gemacht werden, unweigerlich in Richtung sehr hoher Inflation. Denn in nahezu allen westlichen Industrieländern versucht man den Übelständen, die durch zu viel Kredit und Geld angerichtet wurden, mit immer mehr Kredit und Geld zu entkommen. Mit immer mehr Schulden kann das Bezahlen von offenen Rechnungen nur ­zeitweise in die Zukunft verlagert werden. Der Notwendigkeit, letztlich bezahlen zu müssen, entkommt das Kollektiv dadurch aber nicht.

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Kommentare zu diesem Artikel

Grimnir schrieb:
19.04.2010 17:36:37

Seine Analyse ist richtig, seine sich daraus ergebende Forderung ist unsinnig. Konsequent wäre, den freien Währungswettbewerb sofort zuzulassen. Dann kann der Markt darüber entscheiden, ob eine 100prozentige Golddeckung sinnvoll ist oder nicht.

Aktionär schrieb:
18.11.2009 18:50:28

Es ist zwar richtig dass das Geldmengenwachstum eingedämmt werden muss, die Revolution des Herrn Polleit dient jedoch nur dazu dass die Banker ihre Kunden noch gnadenloser abzocken und ihre Spielkasinos optimieren können. Schöner Lobbyismus.

andi83 schrieb:
03.10.2009 12:42:52

warum nennst du ihn einen scharlartan?
er ist absolut gegen das fiat money system und somit eben auch gegen geld aus dem nichts erschaffen.
du zeigst mit deinem finger auf den falschen.

@campaign for liberty
schön das es hier auch welche gibt die freunde der campaign for liberty sind!

Unbekannt schrieb:
01.10.2009 13:02:01

Herr Polleit ist ein Scharlatan: Als Bankster macht er im Wege der fraktionalen Bankings aus 1000 Euro Einlage 10.000 Euro. Also 9.000 Euro so mal eben aus der Luft.
Um nun will er sich und die anderen Bankster offensichtlich ganz frei machen.
Geld elektronisch drucken bis der Arzt kommt.

Courage schrieb:
01.10.2009 12:55:35

Der springende Punkt ist: Du must für dein Geld arbeiten. Die drucken es nur und täuschen Dich mit einem Kontoauszug, den Du auch noch bezhalen mußt.
Das ist moderne Sklaverei.



Steuern zahlen - um einen Euro Ware zu bekommen mußt Du mehr als zwei Euroherdas

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