12.03.2013 03:00
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Online-Trading: Mit raffinierten Ordertypen mehr gewinnen

Online-Trading: Aber bitte mit Limit
Handelsstrategien mit Limit
Bestens, billigst oder mit Limit. Je raffinierter die Ordervarianten, desto besser lassen sich Handelsstrategien umsetzen. Wie es geht.
€uro am Sonntag

von Martin Ahlers, Euro am Sonntag

Die Temperaturen in der vorigen Woche haben es deutlich signalisiert: Der Frühling steht vor der Tür. Für passionierte Flohmarktbesucher beginnt damit die Zeit, in der sie jedes Wochenende auf ihre Kosten kommen können. Wer bei einem interessanten Stück dem freundlich lächelnden Standbesitzer dabei allerdings ein „Das nehme ich, koste es, was es wolle!“ entgegenschmettert, wird etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Ein Schnäppchen sollte er jedenfalls nicht erwarten.

Dieses Beispiel lässt sich auch auf den Wertpapierhandel übertragen. Wird auf die Angabe eines Limits verzichtet, muss sich der Anleger mit dem begnügen, was kommt. Kaufaufträge werden in diesem Fall „billigst“, Verkaufsaufträge „bestens“ ausgeführt. Zu welchem Kurs der Handel über die Bühne ging, erfahren Anleger erst nach dem Kauf oder Verkauf.

Auf die Eingabe eines maximalen Kaufkurses beziehungsweise Mindestverkaufspreises sollte nur bei großen und sehr liquiden Werten verzichtet werden. Hier sorgen das hohe Handelsvolumen sowie die meist engen Geld- und Briefkurse (also Kauf- und Verkaufskurse) von Maklern und institutionellen Investoren in der Regel dafür, dass es auch bei unlimitierten Aufträgen zu keiner bösen Überraschung kommt.

Bei Aktien aus der zweiten oder dritten Reihe und erst recht bei sehr illi­quiden Wertpapieren — wie vielen Genussscheinen, Wandel- oder Nachranganleihen — sollten dagegen Limits zum Schutz vor zufälligen oder von anderen Börsianern bewusst herbeigeführten Preisschwankungen selbstverständlich sein.

Neben Billigst- und Bestens- sowie einfachen Limitaufträgen wird von aktiv agierenden Investoren auch die Stop-Loss-Order regelmäßig genutzt. Sie dient insbesondere dazu, Gewinne zu sichern und Verluste zu begrenzen.

Mit welchem Abstand zum Einstiegskurs der Stopp letztendlich zu setzen ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Entscheidend ist aber in jedem Fall die Frage, wie viel Kapital mit der Position maximal riskiert werden soll. Dieser Betrag, geteilt durch die erworbene Stückzahl, ergibt den absoluten Abstand zwischen Einstiegskurs und Stop-Loss-Limit. Andererseits sollten die beiden Werte auch nicht zu dicht beieinander liegen, um ein unnötiges Ausstoppen durch die natürlichen Schwankungen des Wertpapierpreises zu vermeiden. Bei schwankungsintensiven Aktien oder gar Hebelprodukten ist deshalb ein größerer Abstand zu wählen als bei wenig volatilen Werten.

Der Gegenpart eines Stop-Loss-Auftrags ist die Stop-Buy-Order. Sie wird von Anlegern verwendet, die mit weiteren Kursgewinnen rechnen, sobald ein Wertpapier eine bestimmte Kursmarke, wie etwa ein charttechnischer Widerstand, überschritten wurde.

Über diese Grundversionen hinaus bieten viele Broker und Banken inzwischen auch diverse andere Limitfunk­tionen an, mit denen sich Käufe und Verkäufe von Wertpapieren weiter ­optimieren lassen. So ermöglichen es Trailing-Stop-Orders beispielsweise, Gewinne dynamisch abzusichern. Zusätzlich zum Stop-Loss wird dabei ein Differenzwert in Euro oder Prozent in die Ordermaske eingegeben. Bei steigenden Kursen werden die Stopps dann entsprechend der Vorgaben automatisch nach oben nachgezogen, wodurch sich im Falle eines späteren Rückschlags ein besserer Verkaufspreis erzielen lässt. Streng nach dem Motto „Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen“ kann mit Trailingorders ein Trend voll ausgeschöpft werden. Eine schlechtere Ausführung als bei einem herkömmlichen Stopp mit demselben Stoppkurs ist dabei ausgeschlossen.

Neue Varianten
Weitere im Privatanlegerbereich noch recht junge Varianten sind Kombinationsorders. Eine OCO-Order (One Cancels Other) ermöglicht es Anlegern beispielsweise, einen klassischen Verkaufsauftrag mit einem Stopp zu kombinieren. Dazu wird neben dem normalen Verkaufslimit, welches natürlich über dem aktuellen Kurs liegt, ein Stop-Loss festgesetzt, der die Position gegen übermäßige Verluste schützt. Wird zunächst der obere Wert erreicht, hat dies die Streichung der Stop-Loss-Order zur Folge und vice versa.

Bei einer Next-Order wird dagegen automatisch ein zuvor in die Handelsmaske eingegebener Stoppauftrag an die Börsen gesendet, sobald der Kauf eines Wertpapiers bestätigt wurde. Anleger gehen damit nicht mehr das Risiko ein, sich mit einer herkömmlichen Limitorder vorübergehend eine ungesicherte Position ins Depot zu legen.

Dabei können Trailing- und Kombinations-Orders auch in der Stop-Buy-Variante und damit zur Umsetzung von Kaufstrategien eingesetzt werden.

Bildquellen: Lichtmeister / Shutterstock.com
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