von Wolfgang Raum, ZertifikateJournal
In der vergangenen Woche hat das „T“ Muskeln gezeigt: Die „große“ Deutsche Telekom wirft dem „kleinen“ Mobilfunkanbieter Drillisch vor, sie bei Provisionszahlungen betrogen zu haben. Das zeigt, mit welchen harten Bandagen inzwischen in der Telekombranche gekämpft wird. Denn seit Jahren werden die Margen immer kleiner, weil der Trend zu Flatrates geht. Diese Pauschaltarife begrenzen die Ertragschancen, sorgen aber für kontinuierliche Einnahmen.
Die veröffentlichten Quartalszahlen der Deutschen Telekom belegen dies. Nach wie vor muss der Konzern mit fallenden Umsätzen leben. Gleichzeitig konnte der Überschuss dank des Sparprogramms gesteigert werden. Auch der Ausblick geht in diese Richtung, die Ziele wurden bestätigt. Freilich misslang dem „Rosa Riesen“ der Befreiungsschlag, nachdem der Verkauf der Tochter T-Mobile-USA an AT & T auf Eis liegt und frühestens – wenn überhaupt – Mitte 2012 vollzogen werden kann.
Trotzdem präsentierte sich die T-Aktie zuletzt stabil. Das Papier verlor binnen Jahresfrist „nur“ rund 14 Prozent – genauso wie der DAX. Freilich sind die Kurschancen bei der T-Aktie geringer als am Gesamtmarkt. Mit Blick auf die hohe Planungssicherheit und die kontinuierlichen Erlöse ist der Cashflow hoch genug, um künftig eine Dividende auszuschütten.

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Hinsichtlich des begrenzten Kurspotenzials und der Dividendenrendite von 7,6 Prozent sind Bonuszertifikate mit Cap im Vergleich zum Direktinvestment die bessere Wahl. Eine defensive Variante ist ein RBS-Papier, dessen Schwelle bei 5,70 Euro liegt (ISIN: DE 000 AA3 UNQ 8). Bei 14,2 Prozent Bonusrendite im Jahr muss nur ein Dividendentermin (Mai 2012) überstanden werden, da das Papier im März 2013 fällig wird. Der Schwellenabstand beträgt 36,8 Prozent.
Für offensive Spekulanten eignet sich ein Inline-Optionsschein der Société Générale (ISIN: DE 000 SG1 Z4V 1). Dabei muss die T-Aktie am Bewertungstag 16. Dezember 2011 sowohl unter zwölf Euro als auch über acht Euro durchs Ziel gehen. Zwischenzeitliche Ausrutscher spielen keine Rolle. Während der Abstand zur oberen Schwelle mit 32,4 Prozent komfortabel ist, ist nach unten weniger Luft. Denn zur Barriere bei acht Euro beträgt der Puffer lediglich 11,7 Prozent. Zwar sprechen die Zahlen gegen einen Absturz. Doch das Marktumfeld ist unsicher und kann auch die T-Aktie in den Keller ziehen. Dies würde Totalverlust bedeuten. Steht die T-Aktie aber am 16. Dezember im Korridor, wird das Hebelpapier zu zehn Euro getilgt. Daraus ergibt sich eine Gewinnchance von 8,1 Prozent.
Bildquellen: Deutsche Telekom