25.08.2016 10:51
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Notenbankertreffen in Jackson Hole - Warum es diesmal besonders spannend wird

Alle Augen auf Yellen: Notenbankertreffen in Jackson Hole - Warum es diesmal besonders spannend wird | Nachricht | finanzen.net
Alle Augen auf Yellen
Das traditionelle Treffen der geldpolitischen Welt-Elite in Jackson Hole startet am Donnerstag und die Märkte hören wie immer aufmerksam zu. Doch es gibt ein Thema, das dieses Jahr ganz besonders unter den Nägeln brennt.
Es ist eine regelrechte Idylle, in der sich neben den Notenbankern rund um den Globus auch Finanzminister, Ökonomen und andere wichtige Persönlichkeiten Jahr für Jahr zum sogenannten "Fed Symposium" treffen. Jackson Hole ist ein beschauliches Tal im US-Bundesstaat Wyoming, wo man zum einen Wintersport betreiben, zum anderen aber auch in rustikaler Atmosphäre über die geldpolitischen Ziele der nahen und fernen Zukunft diskutieren kann. Um letzteres wird es nun von Donnerstag bis einschließlich Samstag gehen. Das Treffen der Notenbanker steht jedes Jahr unter einem besonderen Motto, dieses Jahr firmiert das Meeting unter der Maxime "Designing Resilient Monetary Policy Frameworks for the Future" - es wird also darum gehen, wie sich die Rahmenbedingungen der Geldpolitik für die Zukunft möglichst stabil gestalten lassen. Geldpolitik und Zukunft? Das sind natürlich Themen, die aktuell auch die meisten Marktakteure kräftig umtreiben.

Janet Yellen redet am Freitag - gibt es Hinweise in Sachen Leitzins?

Seit die US-Notenbank im Dezember des vergangenen Jahres den Leitzins erstmals seit der Finanzkrise angehoben hat, warten die Anleger gespannt auf den nächsten Zinsschritt. Doch das Jahr ist bereits zur Hälfte um und noch immer verharrt der US-Leitzins bei einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Umso mehr hängen die Anleger weltweit an den Lippen von Fed-Chefin Janet Yellen. Der Verfall der Ölpreise und zuletzt auch das Brexit-Votum der Briten waren zwar gute Gründe für die Fed, die Füße in Bezug auf die Zinsen vorerst still zu halten, doch allmählich rücken die US-Konjunktur und vor allem der Arbeitsmarkt wieder mehr in den Fokus. Auf dieser Basis könnten die Zeichen für eine Erhöhung der Zinsen allmählich wieder günstiger stehen - letzte Sicherheit kann jedoch einzig Fed-Chefin Yellen bringen. Daher wird ihre Rede in Jackson Hole am kommenden Freitag mit besonderer Spannung erwartet.

Fed-Akteure offenbar uneins in Bezug auf den Leitzins

Noch brisanter wird die Angelegenheit dadurch, dass sich die verschiedenen Fed-Akteure offenbar selbst über den günstigsten Zeitpunkt für die Zinsanhebung alles andere als einig sind. Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte etwa John Williams, der Fed-Chef von San Francisco einen Aufsatz, welcher die komplette Zielsetzung der US-Geldpolitik in ihren Grundsätzen infrage stellt. Demnach solle man den Zinsen doch "erlauben" für längere Zeit niedrig zu bleiben und auch darüber nachdenken, das Inflationsziel auf drei Prozent anzuheben. Der New York-Fed-Chef William Dudley ist hingegen für eine frühestmögliche Zinsanhebung - das wäre im September der Fall. Weitere Andeutungen lieferte auch Fed-Vize Stanley Fischer, als er bei einer Konferenz in Aspen im US-Bundesstaat Colorado sagte, eine Vollbeschäftigung in den USA stehe bereits kurz bevor und auch der Arbeitsmarkt verbessere sich stetig. Eine verbesserte US-Konjunktur hatte die Fed zur Bedingung für eine weitere Anhebung der Zinsen gemacht. Stanley Fischer zufolge, dürfte diese Voraussetzung nun gegeben sein.

Der Druck auf Yellen steigt

Nachdem nun bereits verschiedene Aussagen zur nächsten Leitzinsanhebung kursieren, gerät die Fed-Chefin nun immer mehr in Zugzwang, sich selbst zu äußern. Ein guter Zeitpunkt dafür wäre ihre Rede am Sonntag in Jackson Hole. Fakt bleibt: Es wird in diesem Jahr lediglich drei weitere Zinssitzungen in den USA geben. Dass die Zinsen noch in diesem Jahr steigen werden, gilt als höchstwahrscheinlich. Betrachtet man die US-Terminmärkte, so halten die Anleger einen Zinsschritt im September nur zu 15 Prozent für wahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit auf eine Zinsanhebung im November taxieren die Anleger hingegen auf 22 Prozent. Dabei stehen die Wetten für eine Leitzinsstraffung im Dezember aktuell bei etwa 50:50. Es gibt jedoch noch ein weiteres Indiz, das für eine Zinsanhebung gegen Ende des Jahres spricht: Dann wird nämlich entschieden sein, wer Barack Obama als US-Präsident nachfolgt. Und damit wäre wiederum ein weiterer Unsicherheitsfaktor für die Märkte aus dem Spiel. Möglicherweise bereitet Janet Yellen den wilden Spekulationen jedoch bereits bei ihrer Rede am Freitag ein Ende und gibt den Märkten konkretere Hinweise an die Hand.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Chip Somodevilla/Getty Images

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