20.08.2013 09:18
Bewerten
 (2)

Keine Zinswende mehr mit „Hubschrauber-Ben“?

Hebelzertifikate-Trader

Stephan Feuerstein
Die Amtszeit des als „Hubschrauber-Ben“ bekannt gewordenen US-Notenbankchefs Ben Bernanke neigt sich nach und nach dem Ende zu.
Ab Anfang 2014 gibt es dann einen Wechsel an der Spitze der US-Notenbank. Hierbei gibt es natürlich bereits im Vorfeld Spekulationen, wer den amtierenden FED-Chef beerben wird. An der Spitze stehen dabei der Havard-Ökonom Larry Summers und die Vizepräsidentin der Fed in Washington, Janet Yellen. Beide Kandidaten sind bekannte und renommierte Wirtschaftswissenschaftler und weisen wenig Unterschiede in ihrer ökonomischen Denkweise auf. Ebenfalls stehen beide der Demokratischen Partei nahe. Im Gegensatz zu Yellen hat sich Summers aber in der Vergangenheit auch durch markige Äußerungen gezeigt. Nicht zuletzt deshalb polarisiert Summers deutlich stärker als Yellen. In jedem Fall hat Summers nicht zuletzt auch mit seiner Niederlegung der Präsidentschaft der Havard-Universität nach als abfällig empfundenen Äußerungen über Frauen ein „dickes Fell“ aufgebaut, das für den Posten als Notenbankchef sicherlich nicht hinderlich ist. Allerdings wird Summers nicht unbedingt als „Teamplayer“ und daher eher als schwierig beschrieben.

Was folgt auf Sphinx und Hubschrauber?

Insgesamt kommt die Diskussion über die Bernanke-Nachfolge aber in den momentanen Sommermonaten doch noch etwas früh, so dass sich die Frage stellt, ob nicht ein Dritter im Hintergrund darauf lauert, dass sich die beiden führenden Kandidaten selbst eine Blöse geben und sich damit aus dem Rennen katapultieren. Da die Zinsentscheidungen der US-Notenbank die Kurse weltweit beeinflussen, scheint es daher kein Fehler zu sein, das Rennen um den FED-Vorsitz in den kommenden Monaten etwas im Auge zu behalten. Dann wird sich zeigen, wer nach der „Sphinx der FED“ (Alan Greenspan) und „Hubschrauber-Ben“ (Ben Bernanke) an die Spitze der US-Notenbank wechselt. Greenspan hatte sich damit den Spitznamen erarbeitet, da seine Aussagen sehr viel Interpretationsspielraum zuließen. Ben Bernanke kam hingegen zu seinem Spitznamen, weil er sich zu der Aussage hinreißen lies, dass man (zur Bekämpfung der Finanzkrise) notfalls auch Dollars mit dem Helikopter abwerfen könne. Man darf also gespannt sein, welchen Spitznamen Summers erhalten würde, wenn er denn das Rennen macht.

Stephan Feuerstein ist Chefredakteur des Börsenbriefes Hebelzertifikate-Trader. Bereits seit Anfang der 90er Jahre beschäftigt er sich mit dem Thema Börse, speziell der Technischen Analyse. Infos: www.hebelzertifikate-trader.de Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- MorphoSys-Aktie und Roche-Aktie fallen kräftig -- US-Börsen in der Gewinnzone -- GfK-Konsumklima auf höchstem Stand seit acht Jahren

BayernLB verklagt Ecclestone. Euro gibt leicht nach. Studio Babelsberg erwartet für 2014 Millionenverlust. Sartorius verkauft Sparte. Ölpreise deutlich gestiegen. Verdi ruft an vier Amazon-Standorten zu Streiks bis Heiligabend auf. Allianz stimmt Vergleich nach Amoklauf von Winnenden zu. Facebook will mehr über Datenschutz informieren.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welche Unternehmen sind am attraktivsten für Informatiker?

Diese Flughäfen werden hoch frequentiert

Umfrage

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich mit Haut und Haar für das Freihandelsabkommen mit den USA stark machen. Was halten Sie von TTIP?

Anzeige