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Megatrends im Depot: Wie viel KI und Halbleiter sind sinnvoll?

KI und Halbleiter treiben die Renditen, doch zu hohe Gewichtung wird zum Klumpenrisiko. Wie du Megatrends als Beimischung sinnvoll dosierst.


Du schaust auf die Rendite-Ranglisten der letzten Jahre und ein Muster sticht heraus. Ganz oben stehen fast immer dieselben Namen. Halbleiter-Hersteller, KI-Plattformen, Cloud-Anbieter. Wer 2023 oder 2024 in diese Titel investiert war, hat zweistellige Zuwächse gesehen, manchmal deutlich mehr. Und so entsteht ein nachvollziehbarer Reflex. Da will ich auch rein, am besten mit ordentlich Gewicht.

Genau hier beginnt das Problem, das viele Privatanleger unterschätzen. Die Frage ist nämlich nicht, ob KI und Halbleiter spannende Wachstumsfelder sind, sondern wie viel davon ein Depot verträgt, das langfristig stabil bleiben soll.

Klumpenrisiko bei KI- und Halbleiter-ETFs

Ein gut diversifiziertes Weltportfolio ist nach Marktkapitalisierung gewichtet. Große Unternehmen haben also automatisch ein höheres Gewicht. In einem klassischen MSCI World stecken dadurch ohnehin schon kräftige Anteile an Technologiekonzernen, oft 25 Prozent und mehr. Wer jetzt zusätzlich gezielt KI- und Halbleiter-ETFs dazukauft, verschiebt die Balance schneller, als ihm bewusst ist.

Das Resultat nennt man Klumpenrisiko. Dein Depot hängt dann überproportional an einem einzigen Thema. Performt der Sektor, dann sieht das natürlich erstmal großartig aus. Dreht die Stimmung aber, etwa weil Bewertungen als zu hoch gelten oder ein Zyklus im Halbleitermarkt kippt, schlägt die Korrektur in deinem Depot entsprechend härter durch. Halbleiter waren schon immer ein zyklisches Geschäft mit teils heftigen Auf- und Abwärtsphasen. Diese Schwankungsbreite, im Fachjargon Volatilität, ist der Preis für die Renditechance.

Die Krux ist, dass niemand im Voraus weiß, wann der Markt dreht. Und genau deshalb braucht es eine Struktur und keine Bauchentscheidung.

Was ein durchdachtes Verhältnis ausmacht

Der entscheidende Hebel heißt Asset Allokation, also die Aufteilung deines Kapitals auf verschiedene Anlageklassen und Themen. Ein sinnvoller Ansatz trennt zwischen einem stabilen Basis-Investment und einem klar abgegrenzten Wachstums-Baustein.

Das Basis-Investment bildet den breiten Markt ab, also viele tausend Unternehmen über alle Regionen und Branchen hinweg. Es ist langweilig im besten Sinne und sorgt für Ruhe im Depot. Der Wachstums-Baustein darf dann gezielt auf Megatrends wie KI, Robotik oder Halbleiter setzen, aber eben nur mit einem vordefinierten Anteil, den du im Fall eines Einbruchs auch emotional aushältst.

Die Faustregel vieler Berater lautet, dass solche Themen-Investments in den Bereich gehören, dessen vorübergehenden Wertverlust du verkraften kannst, ohne nervös zu verkaufen. Für die meisten Privatanleger heißt das eine kleine Beimischung und keine Hauptrolle.

Ein kurzes Rechenbeispiel macht das etwas greifbarer. Angenommen, dein Depot ist 50.000 Euro wert und du hältst 20 Prozent, also 10.000 Euro, in einem Megatrend-Baustein mit Schwerpunkt Technologie. Fällt dieser Sektor in einer Korrektur um 40 Prozent, verlierst du dort 4.000 Euro. Auf das Gesamtdepot gerechnet sind das 8 Prozent Wertverlust, unangenehm, aber verkraftbar.

Hättest du dagegen 60 Prozent deines Kapitals in denselben Baustein gesteckt, läge der Verlust bei 12.000 Euro oder 24 Prozent des Depots. Dieselbe Marktbewegung, aber eine völlig andere Wucht. Genau diese Hebelwirkung der Gewichtung entscheidet womöglich am Ende, ob du eine schlechte Phase aussitzen kannst oder panisch verkaufst.

Wo die manuelle Umsetzung anstrengend wird

Klingt in der Theorie einfach, in der Praxis beginnt hier aber die Arbeit. Du musst passende ETFs für jeden Megatrend finden, ihre Kostenquote (TER) vergleichen, Überschneidungen vermeiden und das Ganze dann auch noch möglichst sinnvoll gewichten. Dann kommt der unangenehme Teil, das Rebalancing.

Wenn dein KI-Baustein stark steigt, wächst auch sein Gewicht im Depot und damit dein Risiko, oft unbemerkt. Um die ursprüngliche Balance zu halten, müsstest du regelmäßig nachjustieren, also Gewinne aus den gut gelaufenen Positionen umschichten. Das kostet Disziplin, Zeit und ein gewisses Gegen-den-Strom-Schwimmen. Genau daran scheitern viele, weil es psychologisch schwerfällt, ausgerechnet die Gewinner zu reduzieren.

Wie sich Megatrends sauber einbauen lassen

An dieser Stelle wird interessant, wie automatisierte Anlagelösungen das Thema strukturieren. Sinnvoll ist eine Aufteilung in zwei Schritte. Zuerst steht das breit gestreute Basis-Portfolio, das den Weltmarkt abbildet und für Ruhe sorgt. Ein Robo-Advisor wie Oskar setzt genau hier an und bildet dieses Fundament über mehrere tausend Einzelwerte ab, schon ab 25 Euro im Monat. Erst darauf folgt als optionale Beimischung eine eigenständige Megatrend-Strategie2, die mehrere spezialisierte ETFs in einem separaten Portfolio bündelt.

Spannend ist dabei der Konstruktionsgedanke. Statt einzelne “Stars” überzugewichten, setzt die Strategie auf eine breite Streuung über mehr als 700 Einzelwerte, bei denen die zehn größten Positionen zusammen nur rund 15 Prozent ausmachen. Die acht abgedeckten Themen sind dabei gleichgewichtet, jedes mit genau 12,5 Prozent über einen eigenen ETF. Im Einzelnen sind das Künstliche Intelligenz und Big Data, Halbleiter, Automation und Robotik, Digitale Sicherheit, Biotechnologie, Future Mobility, Clean Energy und Blockchain. 

Halbleiter und KI sind also nicht beiläufig enthalten, sondern jeweils als dedizierter Baustein vertreten, bleiben aber Teil eines gleichgewichteten Gesamtkonstrukts. So partizipierst du am Trend, ohne dein gesamtes Schicksal an eine Handvoll Aktien zu knüpfen.

Der zweite Vorteil betrifft die Disziplin, denn das Rebalancing wird komplett automatisiert vom System übernommen. Du musst die gut gelaufene Position nicht selbst reduzieren und weil Basis- und Megatrend-Portfolio getrennt bleiben, behältst du jederzeit den Überblick darüber, welcher Anteil deines Vermögens tatsächlich im riskanteren Wachstumsbereich steckt. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass automatisiertes Rebalancing dir zwar die Disziplin abnimmt, das Umschichten von gut gelaufenen Positionen aber steuerpflichtige Kursgewinne realisieren kann. Steuerneutral ist der Vorgang also nicht.

Beim Thema Kosten lohnt ein genauer Blick, denn die Struktur ist zweistufig. Auf der einen Seite stehen die Produktkosten der enthaltenen Themen-ETFs, die im Schnitt bei rund 0,42 Prozent pro Jahr liegen und bereits in den Kursen enthalten sind. Darauf kommt die separate Servicegebühr von Oskar für die Verwaltung. Diese beiden Ebenen solltest du zusammen betrachten, wenn du die Gesamtkosten mit einem simplen Welt-ETF vergleichst.

Ein praktischer Hinweis zum Zugang. Die Megatrend-Strategie2 ist als Ergänzung gedacht und steht nur Kunden offen, die bereits ein klassisches Basis-Depot oder ein VL-Depot besitzen. Der Einstieg führt also ohnehin über das breit gestreute Fundament, was der Logik aus Basis und Beimischung genau entspricht.

Der Realitätscheck

Bleibt der Realitätscheck. Höhere Renditechancen bedeuten immer auch höhere Risiken. Themen-ETFs haben in der Regel höhere Kosten als ein simpler Welt-ETF, und Megatrend-Strategien können über Jahre hinter dem breiten Markt zurückbleiben, bevor sich ein Trend auszahlt.

KI und Halbleiter dürfen also gern ein Renditemotor in deinem Depot sein, aber sie sollten der Beschleuniger sein und nicht das Fundament. Die Kunst liegt nämlich nicht darin, den Trend zu erwischen, sondern ihn so zu gewichten, dass eine schlechte Phase dich nicht aus der Bahn wirft. Denn ein Depot, das nur in guten Zeiten funktioniert, ist kein gutes Depot. Eines, das auch einen Halbleiter-Winter übersteht, schon.

Häufige Fragen

Wie viel Prozent Megatrend-ETFs sollte ich im Depot haben? 

Eine pauschale Zahl gibt es nicht, aber als Orientierung gilt, dass Themen-ETFs in den Beimischungs-Bereich gehören und nicht ins Fundament. Viele Anleger setzen einen Anteil an, dessen vorübergehenden Verlust sie emotional aushalten, häufig im niedrigen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich. Entscheidend ist, dass ein Einbruch des Sektors dein Gesamtdepot nicht aus der Bahn wirft.

Was bedeutet Klumpenrisiko bei ETFs? 

Klumpenrisiko entsteht, wenn ein großer Teil deines Kapitals von einem einzelnen Thema, einer Branche oder wenigen Aktien abhängt. Da gängige Welt-ETFs ohnehin schon stark in Technologie gewichtet sind, kann das gezielte Nachkaufen von KI- oder Halbleiter-ETFs dieses Risiko unbemerkt verstärken. Breite Streuung über viele Werte und Branchen senkt es.

Sind KI- und Halbleiter-ETFs zu riskant für Privatanleger? 

Nicht grundsätzlich, es kommt auf die Dosierung an. Halbleiter sind ein zyklisches Geschäft mit hoher Schwankungsbreite, was kurzfristig deutliche Verluste bedeuten kann. Als kontrollierte Beimischung in einem ansonsten breit gestreuten Depot sind sie für langfristig orientierte Anleger aber ein nachvollziehbarer Renditemotor.

Wie funktioniert Rebalancing bei Themen-ETFs? 

Beim Rebalancing wird die ursprüngliche Gewichtung wiederhergestellt, indem stark gestiegene Positionen reduziert und schwächere aufgestockt werden. So verhinderst du, dass ein gut gelaufener Baustein unbemerkt zu viel Gewicht und damit Risiko ansammelt. In der manuellen Umsetzung erfordert das Disziplin, automatisierte Lösungen übernehmen es regelmäßig für dich. Beachten solltest du, dass das Umschichten steuerpflichtige Kursgewinne auslösen kann und damit nicht steuerneutral ist.

2Hinweis: Oskar ist eine Marke der Oskar.de GmbH, eine Ausgründung der finanzen.net GmbH. Die Scalable Capital Vermögensverwaltung GmbH verwaltet das Vermögen, die Baader Bank AG führt die Depots mit Verrechnungskonten. Weitere Informationen finden Sie hier.

Disclaimer: Die in diesem Artikel enthaltenen Inhalte dienen ausschließlich allgemeinen Informations-, Bildungs- und Marketingzwecken ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Die Inhalte stellen keine Anlageberatung, Anlagestrategieempfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Die Informationen berücksichtigen nicht die individuellen Anlageziele und finanzielle Situation des Lesers. Jede Anlageentscheidung sollte eigenverantwortlich getroffen und sorgfältig geprüft werden. Vor einer Anlageentscheidung sollte der Rat eines Anlage- und Steuerberaters eingeholt werden. Der Handel mit Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten ist mit hohen Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Aussagen über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen basieren grundsätzlich auf Annahmen und Einschätzungen, die sich im Zeitablauf als nicht zutreffend erweisen können. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste, die durch die Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen.

1Hinweis: finanzen.net zero ist ein Angebot der finanzen.net zero GmbH, einer Tochter der finanzen.net GmbH.