Der Analyst von M.M. Warburg & CO, Nils Machemehl, stuft die Aktie von D.Logistics (ISIN DE0005101505/ WKN 510150) von "halten" auf "verkaufen" zurück.
D.Logistics habe 2005 die Kernergebnisgröße, das EBITA, um 35% auf 12,1 Mio. Euro steigern können und damit die Analystenerwartungen übertreffen können. Neben der guten Entwicklung im Segment Industriegüterverpackung hätten Sondereffekte in der Holding (saldiert +1,1 Mio. Euro, Bildung und Auflösung von Rückstellungen, Abfindung für den ehemaligen Finanzvorstand) zu dieser Entwicklung beigetragen. Der Umsatz sei um 1% auf 315,3 Mio. Euro gestiegen und habe im Rahmen der Erwartung der Wertpapierexperten gelegen. Das Wachstum in der Industriegüterverpackung sei durch rückläufige Umsätze im Segment Lagerlogistik nahezu vollständig absorbiert worden. In der Lagerlogistik hätten unerwartete Umsatzeinbrüche einzelner Kunden (u.a. MEDION) belastet.
Dennoch habe der Jahresüberschuss mit 1,3 Mio. Euro die Schätzungen der Analysten von 3,2 Mio. Euro deutlich verfehlt. Ursache hierfür sei eine sehr hohe Steuerquote von 66%. Einerseits habe D.Logistics latente Steuern wertberichtigt. Andererseits hätten in der Holding entstandene Verluste zum Teil nicht mit Gewinnen aus den anderen Segmenten verrechnet werden können.
Auf Konzernebene erwarte D.Logistics für 2006 ein EBITA von 9,5 bis 11,3 Mio. Euro. Damit unterstelle der Konzern einen Rückgang von 7% bis 21% gegenüber 2005. Der Umsatz solle mit 306 bis 321 Mio. Euro in etwa auf Vorjahresniveau liegen.
Zwar habe die operative Entwicklung von D.Logistics im vergangenen Geschäftsjahr im Rahmen der Erwartung der Wertpapierexperten gelegen, der Ausblick für 2006 stelle aber eine Enttäuschung dar. Dies sei selbst dann der Fall, wenn die Sondereffekte ausgeklammert würden.
Die Analysten von M.M. Warburg & CO haben daher ihre Ergebnisschätzungen massiv reduziert und stufen ihre Empfehlung für die D.Logistics-Aktie auf "verkaufen" herunter. Das Kursziel sehe man bei 1,60 Euro.
Analyse-Datum: 28.04.2006