GameStop nach Q2-Zahlen: Direktoren-Kauf und starkes Sammlerstücke-Geschäft stützen die Aktie

Ein Insider griff am Tag der Quartalszahlen kräftig zu, während GameStop mit Sammlerstücken und einer milliardenschweren Rückkaufermächtigung für Gesprächsstoff sorgt.
Werte in diesem Artikel
- Cheng Capital LLC stockt Bestand von GameStop-Aktien auf
- Sammlerstücke treiben Umsatzmix und operatives Ergebnis auf Rekordniveau
- Vorstand hält an milliardenschwerem Rückkaufprogramm mit offenem Zeitplan fest
GameStop, der Handelskonzern für Videospiele, Hardware und Sammlerstücke, sorgte am Dienstag gleich mit zwei Meldungen für Aufmerksamkeit: Direktor Lawrence Cheng kaufte Aktien im Wert von 1,03 Millionen US-Dollar, während das Unternehmen ein Rekordquartal bei den operativen Kennzahlen präsentierte. Im vorbörslichen Handel an der NYSE legte die Aktie am Mittwoch zeitweise rund 0,58 Prozent auf 19,00 US-Dollar zu.
Insiderkauf: Cheng erhöht Position deutlich
Cheng erwarb über seine Beteiligungsgesellschaft Cheng Capital LLC insgesamt 55.000 Class-A-Aktien zu einem Preis von 18,80 US-Dollar je Aktie, wie aus einem bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Formular 4 hervorgeht. Nach der Transaktion hält er über sein Vehikel 143.000 GameStop-Aktien, zuvor waren es 88.000.
GameStop: Sammlerstücke treiben Rekordquartal
Am selben Tag legte GameStop die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Der Nettoumsatz sank auf 790,2 Millionen US-Dollar von 972,2 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal, was das Unternehmen vor allem auf den Vorjahres-Launch der Nintendo Switch 2, geplante Filialschließungen und den Verkauf des Frankreich-Geschäfts zurückführt. Gegenläufig entwickelten sich die Sammlerstücke: Ihre Nettoumsätze kletterten um 57 Prozent auf 356,3 Millionen US-Dollar, ihr Anteil am Gesamtumsatz stieg auf 45,1 Prozent von 23,4 Prozent im Vorjahresquartal.
Das operative Ergebnis erreichte 160,2 Millionen US-Dollar nach 66,4 Millionen US-Dollar im Vorjahr und war nach Unternehmensangaben das höchste zweite Quartal der Firmengeschichte. Das bereinigte EBITDA stieg auf 174,0 Millionen US-Dollar von 75,7 Millionen US-Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,27 US-Dollar und übertraf die Analystenschätzung von 0,19 US-Dollar. Der Umsatz lag zudem über der Konsensschätzung von 756,8 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr hob GameStop die Prognose für das bereinigte EBITDA auf über 650 Millionen US-Dollar an, nachdem im Juni 2026 noch über 600 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren.
Rückkaufprogramm: Spielraum ohne feste Zusage
Zum Ende des Quartals verfügte GameStop über Barmittel, Wertpapiere und digitale Vermögenswerte von zusammen 5,4 Milliarden US-Dollar sowie über rund 43,4 Millionen eBay-Aktien im Wert von rund 4,9 Milliarden US-Dollar. Am Donnerstag tilgte das Unternehmen über privat verhandelte Tauschgeschäfte rund 1,4 Milliarden US-Dollar an Nennwert von Wandelanleihen, wodurch die langfristige Verschuldung auf rund 2,8 Milliarden US-Dollar sank.
Der Vorstand hatte bereits Anfang Juni einstimmig ein neues Aktienrückkaufprogramm über 2,0 Milliarden US-Dollar genehmigt, das die alte Ermächtigung aus dem März 2019 ablöst und bis Juni 2029 läuft. Laut der zugehörigen Mitteilung ist GameStop nicht verpflichtet, eine bestimmte Aktienzahl zurückzukaufen, Zeitpunkt und Umfang liegen im Ermessen des Managements. Aus den veröffentlichten Quartalszahlen geht nicht hervor, in welchem Umfang das Programm bislang genutzt wurde.
Ob GameStop das Rückkaufprogramm in nennenswertem Umfang nutzt und wie sich der Insiderkauf in weiteren SEC-Meldungen niederschlägt, bleibt offen. Auch die Entwicklung rund um die eBay-Beteiligung bleibt ein Beobachtungspunkt für die weitere Kursentwicklung.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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