14.02.2013 03:00
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Die Top-Fondsmanager und was sie jetzt kaufen

Edouard Carmignac
Carmignac, Ehrhardt & Co
Die Krise ist vorbei, sagt die Börse. Die Lösung ist noch fern, sagt die Konjunktur. Beides stimmt. Wie die besten unabhängigen Vermögensverwalter in dieser schwierigen Situation investieren.
€uro am Sonntag

von Andreas Höss, Andreas Hohenadl und Lucas Vogel, Euro am Sonntag

Mit seiner Angst geht der Mensch seltsam um. In der Regel verdrängt er sie einfach. Wird sie aber zu groß, sucht er nach Rat und Hilfe: bei Lebenspartnern, Freunden, Psychiatern oder im Internet. Die Suchmaschine Google macht das zu einem Sorgen-Seismografen. Und die Datenkrake weiß Spannendes zu berichten: Die Angst nimmt ab.

Noch im Sommer 2012 war die Panik auf dem absoluten Höhepunkt. Die Suchbegriffe „Eurokrise“ und „zerbricht der Euro“ wurden so oft gegoogelt wie nie zuvor. Heute haben sich die Gemüter ein wenig beruhigt. Die Recherchen im Web zur Eurokrise haben laut Google Trend um 60 Prozent abgenommen. Ob der Euro zerbricht, will fast niemand mehr wissen.

Heißt das, die Schuldenkrise ist vorbei? Sicher nicht. Denn während an Europas Börsen Partystimmung herrscht, steckt der Kontinent nach wie vor tief in der Krise. Sichtbar wird diese an den Protesten in Südeuropa gegen Sparpakete, sozialen Kahlschlag und das Diktat der deutschen Retter.

Selbst den Optimisten an den Börsen ist das bewusst. Die alten Ängste sitzen tief, wie sich vergangene Woche zeigte. Als Umfragen zur den Wahlen in Italien Zugewinne für den Chaos-Kandidaten Silvio Berlusconi signalisierten und in Spanien Korruptionsvorwürfe um den Ministerpräsidenten Mariano Rajoy aufkamen, legten die Renditen für Staatsanleihen aus diesen Ländern schlagartig zu. Die Börsen gaben nach, auch der DAX fiel in wenigen Tagen um 3,5 Prozent.

Die Unsicherheit grassiert also immer noch, wenn auch weniger heftig als noch vor einem Jahr. Die Pessimisten sind in den vergangenen Monaten von den Optimisten übertönt worden. Doch man sollte beiden Gehör schenken, denn jede Seite hat gute Argumente.

Die Bullen
Die Schuldenkrise ist längst noch nicht vorbei, das ist auch den größten Optimisten an den Börsen klar. Bullen nennt man diese Spezies, die mit viel Kraft die Kurse anschiebt. Seit Monaten drängen sie ihre Sorgen in den Hintergrund und haben dabei einen mächtigen Verbündeten: die Europäische Zentralbank (EZB). Seit deren Chef Mario Draghi im Sommer angekündigt hat, notfalls unbegrenzt Anleihen aus Problemländern zu kaufen, fielen die Renditen von Staatsanleihen aus Südeuropa. Das erleichtert es Italien oder Spanien, Schulden zu refinanzieren. Seitdem haussieren die Aktienmärkte Europas.

Mit dem bedingungslosen Bekenntnis zur Gemeinschaftswährung ist klar: Ein Austritt Griechenlands oder eines anderen südeuropäischen Landes ist vom Tisch. Auch wenn Griechenland oder Spanien regelmäßig Defizitziele verpassen: Wer einmal in der Eurozone ist, der bleibt auch — das hat Angela Merkel deutlich gemacht.

Das schafft Vertrauen und hilft auch Irland und Portugal, die sich hauptsächlich durch Rettungsmilliarden finanzieren. 2012 konnten sie erstmals wieder Geld an den Kapitalmärkten leihen. Selbst der staatliche Telekomkonzern OTE hat als erstes griechisches Unter­nehmen wieder Anleihen emittiert. Während Kapital noch vor Monaten aus den Krisenländern floh, strömt es nun dorthin zurück. „Sichere Häfen“ wie Bundesanleihen werfen nur Minizinsen ab. Anleger schichten in Aktien und Staatsanleihen aus Südeuropa um. Deutlich wird das am ­gestiegenen Eurokurs, der auch zulegt, weil US-Investoren Eurowertpapiere kaufen.

Doch Draghi allein wird es nicht richten. Europas oft geschmähte Politiker haben den gemeinsamen Währungsraum krisenfester gemacht. Im Oktober startete der permanente Rettungsschirm ESM, der 500 Milliarden Euro verleihen kann. Spaniens Banken können bereits 100 Milliarden abrufen, auch Zyperns Banken werden wohl Geld bekommen. Ohnehin stehen Europas Finanzinstitute nicht mehr so nah am Abgrund. Ein Indiz: Sie wollen 137 Milliarden Euro an EZB-Hilfskrediten vorzeitig zurückzahlen.

In der Realwirtschaft bessert sich die Lage ebenfalls. Das Geschäftsklima in Europa hat sich aufgehellt. Schon im Lauf des Jahres erwartet die EU-Kommission Wachstum, wenn auch bescheidenes. Die Reformen in Südeuropa schlagen an, die Wettbewerbsfähigkeit verbessert sich. Spätestens 2014 sollte es wirtschaftlich aufwärtsgehen. Es gibt Licht am Ende des Tunnels.

Die Bären
Die Bären sehen das natürlich anders. Schon seit Längerem kündigt die EU-Kommission jeweils für das folgende Jahr ein Ende der Rezession an. Doch das ließ immer auf sich warten. So hat sich das Wachstum auf 2010, 2011, 2012, 2013 und nun auf 2014 hinausgezögert. Den EU-Prognosen kann man ebensowenig trauen wie den Spar- und Defizitzielen, die ständig verfehlt werden. Ob sich die Wettbewerbs­fähigkeit verbessert hat? Im Süden vielleicht ein bisschen. Dafür droht Frankreich in Schieflage zu geraten, und Deutschland wird darunter leiden, dass die Krisenstaaten weniger importieren.

Denn was die EU-Kommission unterschätzt: Sparen schadet der Wirtschaft, wie in Südeuropa zu beobachten ist. Die Spaltung Europas ist unübersehbar, zwischen Norden und Süden liegen bei Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum Welten. Ein optimaler Währungsraum, in dem eine Geldpolitik auf alle passt, sieht anders aus. Der Euro kann jederzeit auseinanderfliegen.

Besonders bedenklich ist die hohe Arbeitslosigkeit in Südeuropa, die diese Explosion herbeiführen könnte. In Spanien oder Griechenland ist jeder zweite Jugendliche ohne Arbeit. Perspektivlosigkeit und soziale Spaltung vergiften das politische Klima. Dass Sozialleistungen gekürzt und Löhne gesenkt werden, schürt die Proteste. Die Sprengkraft zeigte sich nicht nur bei der letzten Wahl in Griechenland, bei der radikale Parteien extremen Zulauf hatten. Die Unzufriedenheit könnte in zwei Wochen in Italien Silvio Berlusconi zurück an die Macht bringen. Ein fatales Signal für Investoren: Die Reformen seines Vorgängers Monti will Berlusconi beenden.

Das Paradoxe: Das Grund­problem, die hohen Schulden, sind trotz des Sparzwangs geblieben, weil die hohen Zinsen bereits riesige Teile der Steuereinnahmen auffressen. Spanien hat 2012 schon wieder seine Defizitziele verpasst. Griechenland hat einen ausgeglichenen Haushalt, aber nur, wenn man die Zinszahlungen nicht berücksichtigt. Und die sind trotz zwei Schuldenschnitten hoch. Weitere Schuldenschnitte sind deshalb denkbar.

Und Draghi macht alles schlimmer. Er hat den Europäern Zeit gekauft, aber mit dem Druck der Märkte sank auch der Reform­eifer. Dass er effektiv einschreiten kann, muss Draghi außerdem erst beweisen. 2012 reichte ein Satz, um Investoren zu beruhigen. Aber was, wenn die Märkte den Willen der EZB 2013 testen? Kann Draghi dann entschlossen handeln? Oder treten die Risse im EZB-Rat offen zutage?

Zwischen Bullen und Bären
Ein schwieriges Umfeld für Anleger, die ständig die Argumente der Bullen und Bären im Kopf haben. Wie nehme ich Gefahren wahr, ohne Chancen zu verpassen? Wir haben vier Starfondsmanager befragt, die in den vergangenen Jahren die richtige Mischung zwischen Risiko und Sicherheit fanden: Luca Pesarini, Edouard Carmignac, Bert Flossbach und Jens Ehrhardt. Wie viel Risiko die unabhängigen Vermögensverwalter jetzt eingehen, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Die Sicht der Experten

Bert Flossbach
Seit 1999 hat sich der Kölner Vermögens­verwalter in die oberste Riege der ­deutschen Anlageexperten gearbeitet.

Eurokrise?
Die Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi, im Krisenfall unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen, der sogenannte Draghi-Put, hat zunächst für Ruhe an den Börsen gesorgt. Wie lange diese Ruhe währt, ist allerdings schwer zu sagen. Zumindest ist die Politik bis auf Weiteres fest entschlossen, den Euro mithilfe der EZB am Leben zu halten. Die Zweifel am dauerhaften Fortbestand der Währungsunion aber bleiben.
Letztlich dürfte die weltweite Staatsschuldenkrise in ihrer Bedeutung die Probleme der Europäer ohnehin überlagern. Denn alle großen Währungsräume stecken im gleichen Dilemma: Sie brauchen über viele Jahre künstlich niedrige Zinsen, um ihre Schulden bedienen zu können und wenigstens ein Minimalwachstum zu erzielen. Das gilt nicht nur für Europa, sondern auch für Amerika, Großbritannien oder Japan. Rein rechnerisch ist ein Abbau der Schuldenberge nur möglich, wenn das Nominalwachstum über der Neuverschuldung liegt. Dazu bedarf es niedriger Zinsen und einer relativ hohen Inflation.

Defensiv-Tipp?
Aktien erstklassiger Unternehmen mit attraktiven, möglichst sicheren und nachhaltig steigenden Dividenden kaufen. Wer sein Geld in vermeintlich sichere verzinsliche Anlagen steckt — in Bundesanleihen oder Festgeld —, wird in den kommenden Jahren garantiert verlieren. Deren Renditen werden nicht ausreichen, um die Inflationsrate auszugleichen.

Beste/schlechteste ­Anlageklassen?
Am unattraktivsten sind Staatsanleihen von Schuldnern guter Bonität. Mit Bundesanleihen wird künftig kaum mehr als ein Prozent Rendite zu erzielen sein. Aktien erstklassiger, dividendenstarker Firmen weisen dagegen ein hervorragendes Chance-Risiko-Verhältnis auf. Sie sind nicht nur historisch, sondern auch im Vergleich zu allen anderen Anlageklassen günstig bewertet.

Größtes Risiko?
Ein Ende der lockeren Geldpolitik. Allerdings ist ein solches Szenario sehr unwahrscheinlich. Die Folgen für die hoch verschuldeten Staaten und die Banken wären unabsehbar, das weltweite Finanzsystem würde kollabieren. Den Notenbanken bleibt also nichts anderes übrig, als noch eine ganze Weile Geld zu ­drucken.

Gold als Alternative?
Gold gehört als Währung der letzten Instanz in jedes diversifizierte Portfolio. Ein Blick auf die Zentralbankbilanzen reicht aus, um die Vorzüge gegenüber den beliebig vermehr­baren und zinslosen Papierwährungen zu erkennen. Je nach Anlage­strategie empfehlen wir eine Gewichtung von zehn bis 20 Prozent im Portfolio. Dabei bevorzugen wir Investments in physisches Gold.

Edouard Carmignac
Der Franzose ist mit seiner in Paris angesiedelten Vermögensverwaltung einer der erfolgreichsten Fondsmanager Europas.

Eurokrise?
Mit seiner Entscheidung, den in Schieflage geratenen Ländern Staatsschulden in unbegrenzter Höhe abzukaufen, hat Herr Draghi Europa ein ganzes Stück vorangebracht. Den Mitgliedsstaaten muss es nun aber gelingen, glaubwürdige Programme zur Sanierung der Staatsfinanzen und zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit in Angriff zu nehmen. Bis strukturelle Reformen allerdings erste Früchte tragen, werden Monate und Jahre vergehen; die Kosten ihrer Einführung werden wir jedoch unmittelbar zu spüren bekommen — als Abschwä­chung der Wirtschafts­tätigkeit.
Dennoch haben Draghis Worte geholfen. Das systemische Risiko, das die Indus­trie- und Finanzinvestitionen seit nunmehr über zweieinhalb Jahren belastet, schwächt sich ab. Damit verbessern sich die Aussichten für Aktienportfolios nachhaltig.

Defensiv-Tipp?
Keine Angabe.

Beste/schlechteste Anlageklasse?
2013 rechnen wir damit, dass sich Unternehmensanleihen aus den europäischen Randstaaten überdurchschnittlich gut entwickeln. Auch die Höherbewertung von Zinspapieren aus dem Finanzsektor dürfte sich fortsetzen. Daneben sehen wir Chancen bei US-Aktien und japanischen Dividendenpapieren.

Grösstes Risiko?
Europa muss nach wie vor riesige Hürden überwinden. Zusätzlich sehen wir folgende Bedrohungen für die Stabilität der Eurozone: den Regionalismus in Spanien, den Linksruck in Frankreich infolge der Parlamentswahlen, die Versuchung des Populismus in Italien. In den USA besteht weiter die Gefahr, dass die knappe Einigung der Parteien im Fiskalstreit die US-Unternehmen nur schwer davon überzeugen kann, den erwarteten neuen Investitionszyklus schnell in Gang zu setzen.

Gold als Alternative?
Die weiterhin aggressive Geldpolitik der amerikanischen und britischen Zentralbank sowie der Druck auf die Notenbanken der Länder mit teurer Währung tragen zur konstanten Erweiterung der globalen Geldmenge bei. Das sollte sich langfristig positiv auf Gold auswirken. Deshalb machen Goldtitel nach wie vor knapp 16 Prozent in unserem Rohstofffonds Carmignac Commodities aus.

Luca Pesarini
Sein Flaggschiffmischfonds Ethna Aktiv ­erzielte seit Auflage 2002 im Schnitt über acht Prozent Wertentwicklung.

Eurokrise?
Es scheint so, dass die Eurovertrauenskrise durch die denkwürdige Rede des Herrn Draghi am 26. Juli 2012 ein Ende genommen hat. Der Markt hat akzeptiert, dass der Euro bis auf Weiteres irreversibel ist. Allerdings sind noch eine Menge Krisenherde am nicht ganz so fernen Horizont zu erkennen: Wahl in Italien, Stabilität der Regierung in Spanien, Zypern, Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs und so weiter.

Defensiv-Tipp?
Die Ethna-Fonds natürlich! Abgesehen davon lassen sich auch im jetzigen Umfeld akzeptable Renditen im Anleihemarkt verdienen. Das Ganze aber unter der Annahme, dass die Zinsen im aktuellen Makroumfeld nur sehr begrenzt steigen können.

Beste/schlechteste Anlageklasse?
(Zu diesem Punkt lieferte Luca Pesarini keine Antwort.)

Größtes Risiko?
Das größte Risiko ist sicherlich, dass aufgrund von nicht vorhersehbaren Schocks der bereits begonnene globale Aufschwung wieder an Fahrt verliert und die Weltwirtschaft erneut in eine Rezession gleitet, allerdings mit einer generell weitaus höheren Verschuldung als im Jahr 2009.

Gold als Alternative?
Nein.

Jens Ehrhardt
Der gebürtige Hamburger gründete 1974 seine eigene Vermögensverwaltung, die heute fast zehn Milliarden Euro managt.

Eurokrise?
Kurzfristig kann das bisherige Gleichgewicht halten, wenn sich die Konjunktur in den Peripherieländern nicht dramatisch verschlechtert (wonach es im Moment nicht aussieht) und keine internationalen politischen Probleme die Krisenstimmung erneut anheizen. Das Problem liegt darin, dass sich ohne Währungsabwertung die Wettbewerbsfähigkeit der Mittelmeerländer nicht verbessern wird und auch Mario Draghi mit der EZB dieses Problem nicht lösen kann. Kurzfristig wird der Euro durch die Schwäche des Dollar begünstigt. Die Amerikaner schwächen die eigene Währung massiv durch ihre im internationalen Vergleich großzügigs-te Politik der Geldmengenvermehrung. Falls die Anleihen der Mittelmeerländer erneut fallen, ist es denkbar, dass Draghi eingreift und dann die verstärkte Liquidität an den Euromärkten umgesetzt wird.

Defensiv-Tipp?
Dividendenaktien von Gesellschaften mit steigenden Gewinnen dürften künftig interessanter sein als Anleihen. Viele Unternehmensanleihen bieten im Hinblick auf die Bonitätsrisiken viel zu niedrige Zinsen. Dieser Sektor sollte deshalb gemieden werden. Staatsanleihen sind zwar auf dem heutigen Kursniveau keine interessante Renditeanlage, ein Absturz dieser Titel ist aber nicht zu erwarten. Die Notenbanken müssen die Zinsen niedrig halten, um den verschuldeten Staaten zu helfen, die sonst noch höhere Defizite hätten. Außerdem können die Zinsen auch deshalb nicht erhöht werden, weil sich sonst die Konjunktur international sofort verschlechtern würde.

Beste/schlechteste Anlageklasse?
Rohstoffaktien dürften weiter unter Druck kommen. Einerseits wächst in den nächsten Jahren das Angebot ganz erheblich, andererseits wird wohl die Nachfrage im Hinblick auf die sehr gedämpfte Konjunktur gedrückt bleiben. Öl ist aus politischen Gründen ein Sonderfall. Gold könnte wieder anziehen, wenn Draghi in Europa tatsächlich stützend mit Liquidität eingreift. Relativ gute Chancen sehen wir bei ausgewählten Phar­maaktien mit Wachstumscharakter und börsennotierten Fondsverwaltern (besonders in den USA und Großbritannien) nach einem Rückschlag. Generell dürften asiatische Märkte und die USA mittelfristig besser abschneiden als Europa.

Größtes Risiko?
Das größte makroökonomische Risiko liegt in politischen Problemen (beispielsweise USA/China, Israel/Iran oder Japan/China). Die Notenbanken dürften nirgendwo die Liquidität einschränken, was die Ak­tienmärkte sofort unter Druck bringen würde. Eine schwächliche Konjunktur ist deshalb für die Ak­tienmärkte keineswegs ein Negativfaktor. Allerdings sollten die Gewinne auch nicht im Zuge einer sich deutlich verschlechternden Weltwirtschaft zurückgehen. Die heutige Seitwärtsbewegung ist im Grunde ein optimales Szenario aus Makrosicht: Liquidität von den Notenbanken einerseits und nicht zu gute Konjunktur andererseits.

Gold als Alternative?
Gold als physisches Metall bleibt bis zu zehn Prozent Depotanteil eine gute Daueranlage. Die längere Seitwärtsentwicklung könnte schon bald zu Ende sein. Gold korrigierte zum Beispiel zwischen Februar 1975 und August 1976 um 44 Prozent von 185 auf 103 US-Dollar pro Feinunze, um sich dann in vier Jahren mehr als zu verachtfachen. Allerdings sollte man Gold immer als mittel- und langfristige Anlage sehen und nicht als Kurzfristinvestment. Auch bei Goldaktien — preiswert wie zuletzt im Jahr 2008 — sehe ich nach einer Ausverkaufswelle und dem Erreichen von Kurstiefständen kurzfristig ein verbessertes Chance-Risiko-Verhältnis.

Investor-Info

Investments
So agieren die Profis
Viele Vermögensverwalter und Manager von Mischfonds haben den Aktienanteil in ihren Portfolios in jüngster Zeit hochgefahren (siehe folgende Seiten). Dennoch achten sie bei den ausgewählten Titeln auf ein gutes Chance-Risiko-Profil. Unter ihren Top-Positionen finden sich häufig dividendenstarke Aktien von Firmen aus wenig konjunktursensiblen Sektoren. Sowohl Bert Flossbach als auch Edouard Carmignac haben die Anteilscheine des Nahrungsmittelriesen Nestlé (ISIN: CH 003 886 335 0) hoch gewichtet. Ebenfalls beliebt sind Titel aus der Gesundheitsbranche, etwa der Insulinhersteller Novo Nordisk (US 670 100 205 6) oder der Pharmakonzern Novartis (CH 001 200 526 7). Zur Portfolioabsicherung greifen Anlage­profis gern zu Gold, der „Währung der letzten Instanz“ (Flossbach). Privatanleger können sich zum Beispiel den währungsgesicherten Gold-ETC db Physical Gold Euro hedged (DE 000 A1E K0G 3) ins Depot legen. Wer wie Jens ­Ehrhardt dem Euro weiteren Auftrieb zutraut, kann darauf mit einem Währungszertifikat Short USD, Long EUR (DE 000 A1E K0W 0) wetten.

Ethna Aktiv E
Der Stabilitätsanker
Rendite zu erzielen ist für Luca Pesarini wichtig, noch mehr Wert legt der Schweizer Vermögensverwalter aber auf eine möglichst schwankungsarme Entwicklung seines Mischfonds. Das ist ihm in der Vergangenheit hervorragend gelungen. Nur knapp vier Prozent büßte der Fonds etwa im Krisenjahr 2008 ein. Zu maximal 49 Prozent darf Pesarini ­Aktien ins Portfolio nehmen. Vorwiegend legt er in Anleihen an oder geht im Krisenfall stark in Cash.
ISIN: LU0136412771

Carmignac Patrimoine
Französisches Schwergewicht
Edouard Carmignac schaffte es mit dem Patrimoine, im Krisenjahr 2008 das Geld der Anleger vollständig zu erhalten. Ein Kunststück, das dem 1989 auf­gelegten Fonds enorme Zuflüsse brachte. Mittlerweile ist der Patrimoine mehr als 24 Milliarden Euro schwer. Mindestens 50 Prozent des Mischfonds ­müssen ­dauerhaft in Anleihen oder Geldmarktprodukte ­angelegt werden, um das Risiko zu reduzieren. Der Rest fließt in weltweit ausgewählte Aktien.
ISIN: FR0010135103

FVS Multiple Opportunities
Flexibler Alleskönner
Im Oktober 2007 kam der von Bert Flossbach gemanagte Mischfonds auf den Markt — und hatte im Börseneinbruch 2008 gleich eine heftige Bewährungsprobe. Die überstand der Fonds mit Bravour; bereits Mitte 2009 waren die Verluste wieder aufgeholt. Seit Auflage steht ein Plus von 72 Prozent zu Buche, der MSCI Welt machte gerade mal 1,3 Prozent. Flossbach legt flexibel in Qualitätsaktien und Edelmetalle, aber auch Wandelanleihen an.
ISIN: LU0323578657

FMM-Fonds
Überzeugende Historie
Der Fonds, den Jens Ehrhardt berät, hat seit seiner Auflage 1987 um rund 750 Prozent an Wert gewonnen. Das Kürzel FMM steht für fundamentale, monetäre und markttechnische Analyse. Nach diesen Kriterien steuert Ehrhardt die Investitionsquote der einzelnen Anlageklassen. Er kann flexibel in Aktien, Anleihen oder Gold anlegen und so Marktturbulenzen gut abfedern. Der Fokus liegt auf Aktienanlagen.
ISIN: DE0008478116

Bildquellen: Flossbach von Storch AG, Axel Griesch, Ethenea Independent Investors S.A., Axel Griesch
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