Chart-Check

Chartanalyse: DAX – Volumen macht Sorgen

04.08.10 11:43 Uhr

Der DAX bewegt sich auch am Mittwoch auf hohem Niveau, obwohl die Kräfte nach dem starken Kursanstieg vom Montag schwinden. Sorgen machen indes die rückläufigen Handelsvolumina.

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Analyse-Datum: Mittwoch, 4. August 2010

Diagnose: Am Montag gelang dem DAX der Sprung über die obere Trendlinie des zuletzt gebildeten symmetrischen Dreiecks. Der Aufwärtsimpuls war so kräftig, dass sogar die beiden jüngsten Bewegungshochs vom 15. und 27. Juli übertroffen wurden. Damit hat sich der Index den Weg bis zum alten Aufwärtstrends aus 2009 freigeschaufelt. Zur Wochenmitte scheint nun erst einmal die Luft raus zu sein, dennoch konsolidiert der Index auf hohem Niveau.

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Auch die wichtigen US-Indizes gönnten sich am Dienstag eine Verschnaufpause und gaben ihre vom Montag erzielten überproportionalen Kursgewinne leicht ab. Mit dem Ausbruch über die 200-Tage-Linie erzeugte der S&P 500 ein frisches Kaufsignal, dass ihm weiteres Anstiegspotential bis auf rund 1180 Punkten eröffnet. In diesem Bereich liegt nicht nur eine horizontale Barriere, es wäre auch das rechnerische Kursziel der inversen Kopf-Schulter-Formation, die sich seit Juni bildete.

S&P 500: 6-Monats-Chart.

Ob es sich tatsächlich um diese Formation handelt, wage ich mit Blick auf das Umsatzverhalten zu bezweifeln. Denn mit dem Bruch der Nackenlinie sollte das Handelsvolumen explodieren - tut es aber nicht. Der Vollständigkeit halber sollte noch eine Gefahrenquelle erwähnt werden: So hat sich mit der Überkreuzung der 50- unter die 200-Tage-Linie von Anfang Juli ein sogenanntes „Todeskreuz“ gebildet. Die Kollegen von der FAZ widmen diesem Umstand in ihrer Dienstagsausgabe einen ausführlichen Artikel. Demnach steht das „Todeskreuz“ für eine zu erwartende deutliche Korrektur in den kommenden Monaten. Allerdings ist die Fehlsignal-Rate recht hoch.

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Wie auch immer Sie dieses Ereignis einschätzen, weitere Kurszuwächse sind beim S&P 500 nur zu antizipieren, solange er seine 200-Tage-Linie verteidigt und die Unterstützung bei etwa 1100 Punkten erhalten bleibt. Ein Unterschreiten der Supportzonen von 1040 Punkten beim S&P 500 und etwa 9760 Punkten beim Dow Jones würden das konstruktive Bild zunichte machen.

Dax: 6-Monats-Chart.

Prognose: Mit der Zurückeroberung der oben beschriebenen Dreiecks-Trendlinie eröffnete sich der DAX weiteren Spielraum bis zum alten Aufwärtstrend aus dem Juli 2009 bei aktuell 6359 Zähler. Doch auch hier gibt es einen Schönheitsfehler: Das sinkende Volumen bestätigt die Nachhaltigkeit des Dreiecksausbruchs nicht. Dennoch würde nachfolgend ein Überwinden des Aufwärtstrends die Chance eröffnen, auf neue Jahreshochs anzusteigen. Allerdings muss festgestellt werden, dass sich diese Widerstandslinie zwischen Ende Mai und Mitte Juli bereits mehrfach als unüberwindbare Barriere entpuppte.

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Mit neuen Jahreshochs ist erst zu rechnen, wenn der DAX seine seit Monaten anhaltende Seitwärtsphase (5800/6341 Punkte) über das April-Hoch verlässt. Dann läge das rechnerische Kursziel aus dem seit dem 21. Juni gebildeten symmetrischen Dreieck bei etwa 6740 Punkten.

Ein Rückfall unter die 6100er Marke würde zunächst ein Abgleiten bis in die Region bei rund 6000 Zähler implizieren. Dort liegen sowohl die Dreiecks-Aufwärtstrendlinie als auch der seit dem Jahreshoch gebildete Abwärtstrend. Ein Bruch dieses Haltekreuzes würde erneut zum Test des Unterstützungsbündels führen, dass sich aus horizontalem Support bei 5888 Stellen sowie der 200-Tage-Linie bei 5910 Zählern. Würde auch diese Bastion gebrochen, so sind weitere Kursverluste bis auf rund 5600 Punkten vorprogrammiert.

Erwartung: Anstieg bis zum Aufwärtstrend aus 2009, somit neues Jahreshoch machbar, im Anschluss Konsolidierung, da kurzfristige Trading-Indikatoren überkauft.

von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag

Ziel der Technischen Analyse ist es, aus Kursverläufen künftige Trends vorherzusagen. Die Technische Analystin Karen Szola untersucht an dieser Stelle interessante Aktien und Indizes auf charttechnische Signale und stellt ihre Prognose.

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