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10.07.2010 09:00

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COMPUTER-BRANCHE

Lenovo-Vorstand: "Zweistelliger Weltmarktanteil bis 2011"

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Lenovo-Vorstand Milko van Duijl
Der chinesische Computerbauer Lenovo will das Endkundengeschäft in Deutschland und Großbritannien stark ausbauen. Ein eigenes Handy sei hierzulande aber nicht in Sicht, sagt Lenovo-Vorstand Milko van Duijl.

von Thomas Schmidtutz, Euro am Sonntag

Der viertgrößte Computerbauer der Welt, Lenovo, erwartet für das zweite Halbjahr steigende PC-Nachfrage von Unternehmen. Viele Firmen-PCs seien veraltet, die Budgets wieder da, sagte der für das Geschäft in Australien, Japan, Nordamerika und Westeuropa zuständige Lenovo-Vorstand Milko van Duijl der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag.

€uro am Sonntag: Herr van Duijl, im ersten Quartal hat der PC-Markt weltweit um 27 Prozent zugelegt. Hat sich dieser Trend seit April fortgesetzt?
Milko van Duijl: Ja. Die Nachfrage nach PCs zieht weiter an. Aber Sie dürfen nicht vergessen: Im Vorjahr waren wir weltweit mitten in der Rezession. Entsprechend niedrig liegt die Messlatte. Und es gibt Risiken wie die Schuldenkrise in Europa und die Entwicklung des Euro. Von daher müssen wir noch abwarten, ob der Aufschwung tatsächlich nachhaltig ist.

Bislang wird der Aufschwung im PC-Markt maßgeblich von Privatkunden getrieben. Marktforscher erwarten, dass im zweiten Halbjahr endlich auch die PC-Nachfrage von Unternehmen wieder in Schwung kommt. Teilen Sie diese Einschätzung?
Absolut. Im Vorjahr haben viele Unternehmen IT-Investitionen zurückgestellt. Aber die installierte PC-Basis ist inzwischen relativ alt. Viele Computer sind bereits vier oder fünf Jahre im Einsatz. Dazu kommt, dass Microsoft mit Windows 7 ein neues Betriebssystem auf den Markt gebracht hat. Und drittens gibt es wieder Budgets für IT. Angesichts dieser Voraussetzungen erwarten wird, dass die Nachfrage bei den Unternehmen im zweiten Halbjahr anzieht und dieser Zyklus dann 24 oder 36 Monate anhält – vorausgesetzt, es gibt keinen Rückfall in die Rezession.

Lenovo ist traditionell stark im Geschäft mit Unternehmenskunden. Aber im Endkundengeschäft sind Sie bislang noch nicht so gut dabei. Wird’s nicht Zeit, da in die Offensive zu gehen?
Wir wollten nach der Übernahme des Thinkpad-Geschäfts von IBM Ende 2004 zunächst das Geschäft mit den bestehenden Kunden stabilisieren und ausbauen. Das ist uns gelungen. Nun wollen wir auch den Endkundenmarkt verstärkt angehen.


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Das heißt?
Wir waren in Japan im Einzelhandel sehr erfolgreich. Jetzt wollen wir auch in den USA und in Westeuropa unsere Position ausbauen, zunächst in Großbritannien und Deutschland.

In Deutschland führt bei Elektronik kein Weg an den beiden Ketten MediaMarkt und Saturn vorbei.
Wir sprechen mit beiden. Wir fangen da ja nicht bei null an. An einigen Saturn-Standorten finden Sie uns bereits mit unseren Privatkundenprodukten. Wir sind zuversichtlich, dass wir zum Weihnachts­geschäft in beiden Ketten großflächig vertreten sein werden.

Welcher Marktanteil wäre denn drin?
In Deutschland hatten wir im ersten Quartal 2009 einen Marktanteil von 4,6 Prozent. Ein Jahr später waren es 6,8 Prozent. Bei IDC liegen wir damit derzeit auf Rang 6, hinter Medion mit 8,8 Prozent und Dell mit 9,2 Prozent. Die wollen wir über­holen und spätestens in zwei Jahren in Deutschland und Großbritannien jeweils einen zweistelligen Marktanteil erreichen. Weltweit hatten wir zuletzt neun Prozent. Da wollen wir spätestens 2011 über die Zehn-Prozent-Marke kommen.

Immer mehr PC-Hersteller drängen in den Markt für Smartphones. Auch Lenovo hat unter dem Namen LePhone gerade ein eigenes Mobiltelefon in China vorgestellt. Kommt das auch nach Europa?
Wir haben in China eine sehr starke Marktpräsenz von knapp 30 Prozent. Da kann man diversifizieren. In anderen Ländern kommen wir im Schnitt auf einen Marktanteil von sechs bis neun Prozent. Dort haben wir also noch große Wachstumsmöglichkeiten bei PCs. Wenn wir hier auch noch den Smartphone-Markt bedienen würden, wäre das eine große Ablenkung von unserem Kerngeschäft. Deshalb haben wir derzeit keine Pläne, Smartphones außerhalb von China auf den Markt zu bringen.

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