Constantin Medien: Machtkampf auf offener Bühne

Bei Constantin Medien spielt sich derzeit ein filmreifes Drama ab. Die Protagonisten heißen Bernhard Burgener und Dieter Hahn.
von Birgit Haas, Euro am Sonntag
Aufsichtsratschef Hahn und Ex-Vorstand Burgener liefern sich eine Schlammschlacht um die Macht über die Aktiengesellschaft. Als Kulisse diente die 14 Stunden dauernde Hauptversammlung in München am vergangenen Mittwoch, wo sie sich auf offener Bühne mit unüblichen juristischen Finessen bekriegten. Eigner wurden ihrer Stimmrechte beraubt, Vorwürfe von Insidergeschäften und Einflussnahme standen im Raum, am Ende wurde das Aktionärstreffen vertagt.
Auslöser des Dramas ist die Frage, ob Constantin Medien weiterhin im Filmgeschäft bleiben soll. Durch Kassenschlager wie "Fack ju Göhte" oder "Er ist wieder da" trug die Filmsparte mit 272 Millionen Euro zuletzt den Großteil zum Umsatz von knapp 500 Millionen Euro bei.
Ausgerechnet dieses profitable Segment könnte Hahn, einst rechte Hand des verstorbenen Medienmoguls Leo Kirch, verkaufen, um das Sportgeschäft auszubauen. Allerdings ergatterte der Sender Sport 1 bei der Versteigerung der Bundesliga-Rechte zuletzt nur ein kleineres Paket, andere Aufträge laufen aus.
Burgener, Verwaltungsratspräsident der 60-prozentigen Schweizer Tochter Highlight Communications, zu der die Filmsparte gehört, ist dagegen. Er sieht in Hahns Plänen "ein zu großes Risiko". Um diese zu verhindern, soll der Aktionärspool um Burgener Anteile aufgestockt haben und hält nun rund 29 Prozent. Zudem will Burgener Aufsichtsrat Jan Weidner, der die Sportausrichtung forciert, demontieren.
Hahn, der 28 Prozent vertritt, wirft Burgener "klassisches Anschleichen" und Verschleierung vor. Sein Anwalt schloss beim Treffen einige Stimmen aus. Burgener treibe vor allem Angst vor Kontrollverlust, so Hahn: "Einige Frösche versuchen, die Trockenlegung ihres Teichs zu verhindern." Das Finale verspricht Spannung.
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