06.05.2016 03:00

Mit und ohne Moral: 7 Strategien für mehr Rendite!

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Mit einfachen Regeln an der Börse Geld verdienen - das funktioniert wirklich. Voraussetzung ist, dass Anleger ihre Emotionen im Griff behalten und Durststrecken durchstehen.
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€uro am Sonntag
von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Ein bisschen verrückt muss man wohl sein, um an der Börse nicht durchzudrehen. Der DAX ist in diesem Jahr innerhalb von drei Monaten erst um mehr als 15 Prozent abgestürzt, hat die Verluste dann innerhalb weniger Wochen aber fast vollständig aufgeholt. Und das alles, ohne dass wirklich dramatische Dinge passiert wären.


Im Zeitalter des Internets und des Hochfrequenzhandels wird nahezu jede Nachricht zu einem Kursbeschleuniger. Schlechte Konjunkturdaten aus China mutieren zum Beweis, dass das Riesenreich vor dem Zusammenbruch steht. Der niedrige Ölpreis wird wahlweise als Konjunkturprogramm für den Einzelhandel oder Vorbote einer weltweiten Rezession interpretiert.


Zum Glück gibt es Wege, beim ganz normalen Börsenwahnsinn den Überblick zu behalten. Orientierung vermitteln Anlagestrategien, die kurzfristige Launen im Griff halten und langfristige Trends, Kennziffern oder einfach historische Erfahrung als Leitlinien vorgeben.

Keine Strategie ist perfekt. Das haben in den letzten Jahren Verfechter des Value-Investments erfahren, die bewusst auf niedrig bewertete Aktien setzen. Ein vernünftiger Ansatz, der aber eben nicht in jedem Jahr funktioniert. Gut gefahren sind Anleger dafür zuletzt mit Momentum-Werten. Das sind Aktien, die bereits deutlich im Wert gestiegen, also das Gegenteil von "Value" sind, und trotzdem hohe Renditen bringen können. In beiden Fällen gilt: Anleger müssen sich der besonderen Risiken ihrer Strategie bewusst sein. Und sie sollten ihren Ansatz nicht aufgeben, nur weil er eine schlechte Phase durchläuft. Entscheidend ist der langfristige Erfolg.


Fast immer ist Psychologie im Spiel. In einer perfekten Welt, in der die Börse effizient die Aussichten eines Unternehmens erkennt und im Aktienkurs verarbeitet, gibt es keine Chance, den Markt zu schlagen. In der Praxis aber werden die Kurse durch Menschen getrieben - und darum durch Emotionen. Die Gier nach Profit, die Angst vor Verlust führen zwangsläufig zu Übertreibungen. Diese Verzerrungen können Anleger ausnutzen, wenn sie selbst ihre Instinkte kontrollieren.

Die Redaktion hat einige einfache Strategien zusammengetragen, die sich in der Vergangenheit bewährt haben. Einige sind riskant, andere eher vorsichtig. Manchmal beruhen sie einfach nur auf Beobachtung und sind daher mit etwas Vorsicht zu genießen. Eine der vorgestellten Strategien hat sich sogar über ­einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren als erfolgreich erwiesen.

1. Das Böse siegt immer

Sie stinken, töten und vernebeln die Sinne. Als Geschäftsmodell sind sie sehr profitabel. Mit Tabak, Schusswaffen und Alkohol verdienen Konzerne viel Geld. Philip Morris International etwa, der größte börsennotierte Tabakkonzern, verbuchte 2015 ­einen Nettogewinn von knapp sieben Milliarden Dollar. Steuern und Werbebeschränkungen kontern die Zigarettenhersteller durch geschicktes Marketing und Kosteneinsparungen. Der Suchtcharakter der Tabakprodukte garantiert auch in wirtschaftlich schweren Zeiten verlässliche Einnahmen.

Etliche Investoren lehnen Aktien aus den Sündensektoren aus moralischen Gründen ab. Wer hier keine Hemmungen hat, kann mit den Papieren viel Geld verdienen. Über die vergangenen zehn Jahre ist der Börsenwert der großen US-Tabakkonzerne viermal so stark gestiegen wie der breite Aktienmarkt. Viel Geld gemacht haben Anleger auch mit den Promillespezialisten. Der Bierkonzern Anheuser-Busch und der Spirituosenhersteller Pernod-Ricard haben den DAX deutlich geschlagen.

Was genau ein ethisch fragwürdiges Investment ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Bier, Schnaps und Zigaretten sind in Europa gesellschaftlich akzeptiert. Das gilt in weiten Teilen der USA auch für Feuerwaffen. Firmen wie Smith & Wesson oder Sturm, Ruger & Co. geraten immer dann in die Schusslinie der Kritik, wenn etwa ein Amokläufer Menschen getötet hat. Eine schärfere Regulierung aber scheitert am Widerstand des bei Politikern gefürchteten Lobbyverbands NRA. Anders als bei Tabak und Alkohol wächst das Geschäft der Waffenhersteller oft in Schüben. Sobald die Diskussion um strenge Waffengesetze aufflackert, decken sich Amerikaner mit Waffen ein. Auch die Angst vor Terroranschlägen steigert die Nachfrage nach Handfeuerwaffen und martialischen Sturmgewehren.

Tipp: Für Anleger ohne moralische Bedenken favorisiert die Redaktion den Tabakkonzern British American Tobacco (ISIN: GB 000 287 580 4), der knapp vier Prozent Dividendenrendite abwirft. Wer einen ethisch korrekten Eindruck bewahren will, kann in den Aktienfonds Morgan Stanley Global Quality (LU 095 501 176 1) investieren. Der setzt auf Unternehmen, die unabhängig von der Wirtschaftslage hohe Renditen erwirtschaften. Unter den sieben größten Positionen waren zuletzt zwei Tabakkonzerne.

2. Wahre Werte erkennen

Für Börsianer ist es eine Glaubensfrage: Value oder Growth. Die erste Strategie steht für die Suche nach unterbewerteten Aktien, deren wahres Potenzial an der Börse verkannt wird. Deshalb sind diese Papiere nach klassischen Kennziffern wie Kurs-Buchwert-, Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Dividendenrendite niedrig bewertet. Unter den größten Konzernen der Welt gelten die US-Unternehmen Microsoft, ExxonMobil oder General Electric als Value-Werte. Aus Deutschland zählt die Deutsche Post dazu.

Der zweite Ansatz setzt auf Konzerne, die Gewinn und Umsatz besonders stark steigern. Die Growth-Lieblinge Amerikas sind Firmen wie Alphabet, Facebook oder Amazon.

Beide Strategien haben ihren Charme, allerdings auch Tücken. Value-Aktien sind niedrig bewertet, womöglich aber hartnäckige Problemfälle. Somit droht die Gefahr, dass der Kurs deutlich unter den "fairen Wert" fällt. Für einen Investor ist es also wichtig, nicht zu früh zu kaufen. Growth-Aktien dagegen sind oft teuer und müssen mit ihren Geschäftszahlen hohe Erwartungen erfüllen. Enttäuschen sie, drohen dem Aktionär herbe Verluste. In der Börsengeschichte haben beiden Philosophien gute und schlechte Phasen erlebt.

Eine Erklärung für diese Zyklen liefert die Psychologie: In wirtschaftlich guten Phasen gehen Anleger ein größeres Risiko ein und lassen sich leichter für Wachstumswerte mit schillernden Visionen begeistern. In schlechten Zeiten stoßen diese Unternehmen oft an ihre Grenzen und können die Erwartungen nicht mehr erfüllen. Investoren schichten ihr Geld dann um in Unternehmen, deren Aktienkurse noch nicht so stark gestiegen und darum günstig sind.

Die letzten Jahre gehörten ganz klar den Wachstumswerten. Facebook, Amazon und Google-Mutter Alphabet legten 2015 im Schnitt um 66 Prozent zu. Auf Seiten der Value-Aktien warten derweil etliche Ölkonzerne, die durch den hartnäckig niedrigen Ölpreis gedrückt werden. Ist jetzt die Zeit für eine Wachablösung gekommen? Die Geschäftszahlen von Alphabet oder auch Apple haben enttäuscht, die Aktien der Ölkonzerne haben sich dagegen erholt.

Ein Blick in die Börsenhistorie zeigt, dass die vermeintlich langweiligen Value-Aktien auf lange Sicht das bessere Investment sind. Seit Auflegung im Dezember 1974 hat die Growth-Variante des MSCI World rund 1.800 Prozent an Wert gewonnen - die Value-Variante schaffte 2.200 Prozent.

Tipp: Da die Auswahl von Value-Aktien kompliziert ist, sind bei diesem Thema Fonds für langfristig orientierte Anleger sinnvoll. Zu den besten gehört der weltweit anlegende Acatis Aktien Global UI (ISIN: DE 000 978 174 0).

3. Kaufen, wenn die Dividende gekürzt wird

Ein harter Schlag für Aktionäre von VW: Der Autokonzern kürzt seine Dividende der Vorzugsaktie um 97 Prozent auf 17 Cent. Das ist schmerzhaft. Es könnte aber auch ein Befreiungsschlag sein. Das legt eine Studie der Investmentbank Morgan Stanley nahe.

Die Bank hat über 350 Dividendenkürzungen europäischer Unternehmen über die vergangenen zehn Jahre analysiert. Demnach hat eine Aktie im Jahr nach einer Kürzung den breiten Markt um durchschnittlich elf Prozent geschlagen. Das Ergebnis ist überraschend, schließlich ist eine Dividendenkürzung ein klares Signal, dass ein Unternehmen massive Probleme hat. Oft aber geht dem Dividendenschnitt bereits eine lange Leidenszeit voraus. Börsianer erkennen die Probleme, verkaufen die Aktie. Im Fall der von Morgan Stanley untersuchten Aktien hat sich der Kurs in den zwölf Monaten vor der Dividendensenkung 19 Prozent schlechter entwickelt als der Gesamtmarkt.

Auf dem Papier hat die Aktie vor der Dividendenkürzung eine ungewöhnlich hohe Dividendenrendite - ein Zeichen, dass Investoren bereits eine Kürzung vorwegnehmen. Wenn das Unternehmen den Schnitt offiziell verkündet, vollzieht das Management den Schritt, den die Börse bereits im Aktienkurs verarbeitet hat. Die Nullrunde wird zum Wendepunkt, weil sich das Unternehmen der Realität stellt und die Pro­bleme angeht.

Aktien kaufen, wenn die Dividende gekürzt wird - besonders bewährt hat sich der Ansatz während der großen Finanzkrise der Jahre 2008/09. Damals kürzten auch gesunde Unternehmen wie Adidas, BASF und BMW ihre Dividende, ohne dass es gravierende Pro­bleme im Geschäftsmodell gab. Volkswagen könnte ein Sonderfall sein, da die Dividendenkürzung durch juristische Probleme verursacht worden ist.

Ein warnendes Beispiel ist RWE. Der Energiekonzern hatte für das Jahr 2009 die Dividende erstmals gekürzt. Das war aber nur der Anfang einer lang anhaltenden Krise. Zwei weitere Einschnitte folgten, die Aktie rutschte weiter ab, weil der Konzern durch den deutschen Atomausstieg in eine nachhaltige Krise geraten ist. Bei den von Morgan Stanley untersuchten Unternehmen sind die Kurse immerhin in 65 Prozent der Fälle nach der Dividendenkürzung gestiegen. Das heißt aber auch: Bei mehr als jedem dritten Unternehmen war der Dividendenschnitt ein Alarmsignal. Anleger sollten darum sehr genau hinschauen, ob es Zeichen für eine Trendwende im operativen Geschäft gibt.

Tipp: Morgan Stanley hat Aktien he­rausgefiltert, die jüngst ihre Dividende gekürzt haben, darunter BHP Billiton, Repsol und RWE. Riskant!

4. Liebe die Gewinner

Wirft man einen Ball in die Luft, fliegt er in einem Bogen nach oben, bis er an Schwung verliert und wieder fällt. Nach einem ähnlichen Prinzip bewegen sich manchmal auch Aktien: Papiere, deren Kurs nach oben zieht, steigen weiter, und zwar erstaunlich lang.

Börsianer haben daraus eine Strategie entwickelt. Dabei kauft ein Anleger jene Aktien, die über die vergangenen sechs oder zwölf Monate besonders stark gestiegen sind. Die Erwartung ist, dass diese Aktien von ihrem Momentum weiter nach oben getrieben werden. Das stellt viele Börsenweisheiten auf den Kopf. Berühmte Investoren wie Warren Buffett suchen nach Unternehmen, die an der Börse unterbewertet, also nach Kennziffern wie dem Kurs-Buchwert billig sind. Momentum­-Aktien sind hingen oft teuer, weil sie bereits stark gestiegen sind. Ausgerechnet auf diese Papiere zu setzen klingt abenteuerlich, hat sich in der Vergangenheit aber bewährt. Dies bestätigen Analysen der Finanzwissenschaftler Christopher Geczy und Mikhail Samonov, die Momentum-Strategien für mehr als 200 Jahre Börsengeschichte zurückgerechnet haben.

Eine Erklärung für den Erfolg der auf den ersten Blick paradoxen Idee: Oft unterschätzen Anleger die Dynamik eines Unternehmens. Steigt der Kurs, werden immer mehr Investoren auf die Aktie aufmerksam. Die wachsende Nachfrage treibt die Kurse weiter nach oben, selbst wenn sie nach objektiven Kriterien bereits teuer ist. Irgendwann reißt das Momentum ab. Der Kurs der Aktie fällt - ähnlich wie der Ball, der den Höhepunkt seiner Flugbahn überschritten hat. Momentum-Strategien gibt es in vielen Varianten. Ein Problem: Sie funktionieren meist nur in steigenden Aktienmärkten. Brechen die Kurse auf breiter Front ein, drohen hohe Verluste.

Tipp: Anleger können das Risiko durch ein breites Portfolio begrenzen. Ein Indexfonds gewichtet jene Aktien aus dem weltweiten MSCI World Index besonders stark, die ein hohes Momentum haben (ISIN: IE 00B L25 JP7 2).

5. Langer Atem lohnt sich

Börse kann extrem frustrierend sein. Kaum hat man nach intensiver Recherche eine Aktie gekauft, fallen die Kurse. Kippt man das Papier frustriert aus dem Depot, drehen die Märkte plötzlich nach oben. "Ich kann die Bahn der Himmelskörper auf Zentimeter und Sekunden berechnen, aber nicht, wohin die verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann", fluchte einst Sir Isaac Newton.

Die Erkenntnis des britischen Naturforschers gilt bis heute. Auch wenn viele Experten Modelle entwickelt haben, um die Launen der Aktienmärkte zu durchschauen, sind kurzfristige Prognosen praktisch unmöglich. Anleger sollten deshalb nicht verzweifeln, wenn ein Investment nach wenigen Tagen nicht das erhoffte Resultat gebracht hat. Es kann mehrere Monate dauern, bis eine unterbewertete Aktie tatsächlich nach oben getrieben wird. Oft ergibt es Sinn, nicht das ganze Geld sofort zu investieren, sondern in Etappen. Dann kann ein Anleger Kursrückschläge nutzen, um zu niedrigeren Kursen aufzustocken.

Eine gemütliche Möglichkeit, an der Börse Geld zu verdienen, sind Sparpläne. Wer beispielsweise über die vergangenen zehn Jahre jeden Monat 100 Euro in einen Indexfonds auf den DAX einzahlte, hat bis heute 12.000 Euro investiert. Aus dieser Summe sind dank der Kursbewegungen des Index 16.600 Euro geworden. Ein Anleger musste einfach die zwischenzeitlichen Kurskrisen aussitzen und weiter in kleinen Schritten investieren. Vorübergehende Abstürze sind in diesem Fall sogar hilfreich, weil ein Anleger dann für seine monatliche Summe mehr DAX-Anteile bekommt.

Auch sonst spricht der langfristige Trend klar für Aktien: Auch wenn es immer wieder spektakuläre Einbrüche gibt - langfristig haben Anleger mit dieser Anlageklasse eigentlich immer ein gutes Geschäft gemacht. Laut Daten des Deutschen Aktieninstituts konnten Investoren mit dem DAX über die vergangenen 50 Jahren in jedem Fall einen Gewinn erzielen, wenn sie mindestens 15  Jahre investiert geblieben sind.

Tipp: Ein Sparplan beispielsweise mit einem Indexfonds auf den Deutschen Aktienindex (ISIN: DE 000 593 393 1) als Basisposten im Depot macht auch für erfahrene Anleger Sinn.

6. Umarme die Welt

Ein bekanntes Phänomen: Anleger setzen am liebsten auf Aktien aus ihrem Heimatland. Das ist nachvollziehbar. Wer in Deutschland lebt, sieht jeden Tag Autos von BMW, Daimler und VW, fährt vielleicht auf Autoreifen von Continental und hat einen Handyvertrag bei der Deutschen Telekom. Die Produkte von BASF oder Siemens sind nicht so leicht greifbar, aber man liest viel über diese Unternehmen in der Zeitung. Das vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Auch bei weltbekannten Marken wie Apple, Google oder McDonald’s gibt es keine Berührungsängste. Bei Konzernen wie 3M, UnitedHealth oder General Mills aber stoßen Privatanleger an ihre Grenzen.

Durch die Fixierung auf das Heimatland verschenken Anleger Rendite. Das zeigt ein Vergleich der wichtigsten Indizes. Seit der Jahrtausendwende hat der DAX inklusive Dividende 49 Prozent an Wert gewonnen. Der amerikanische S & P 500 schaffte im selben Zeitraum in Euro umgerechnet 74 Prozent. Amerikanische Aktien haben zudem die Nerven geschont, weil sie nicht so stark schwanken. Dahinter steckt durchaus System: Im DAX sind besonders viele Unternehmen aus zyklischen Branchen vertreten. Der S & P mit seinen 500 Unternehmen ist dagegen deutlich breiter über viele Branchen verteilt.

Tipp: Als internationale Depotauffrischung eignet sich ein Indexfonds auf den MSCI World (ISIN: IE 00B 4L5 Y98 3). Der Index besteht zu knapp 60 Prozent aus USA-Aktien, etwas mehr als acht Prozent kommen aus Japan, nur drei Prozent aus Deutschland.

7. Börsianer gewinnen (FAST) jede Wahl

Aufruhr an den Aktienmärkten. Der berühmte amerikanische Aktienindex Dow Jones hat innerhalb eines Monats 40 Prozent verloren und ist erstmals seit der großen Finanzkrise unter die Marke von 10.000 Punkten gefallen. Auslöser des Bebens ist die Entscheidung von US-Präsident Donald J. Trump, die Einfuhr von Waren aus China und Mexiko mit massiven Strafzöllen zu belegen. Das schürt die Angst vor einem internationalen Handelskrieg. So sieht die US-Zeitung "Boston Globe" die ersten Wochen nach einem Wahlsieg des Rüpelmilliardärs, der durch aggressive Rhetorik zum aussichtsreichsten Kandidaten der Republikaner aufgestiegen ist.

Börsianer glauben nicht, dass man sich über dieses Szenario Gedanken machen muss. Laut Umfrage des Finanzmagazins "Barron’s" erwarten 64 Prozent der Investmentprofis bei der Präsidentschaftswahl im November einen Sieg der Demokraten mit Hillary Clinton.

Als Ex-Außenministerin und First Lady hat Clinton unter allen Kandidaten die größte politische Erfahrung. Darum dürfte sie berechenbar sein - das schätzen Börsianer. Auch Trump muss nicht zwingend zur Katastrophe werden. Zumindest seine Vorschläge zur Steuerpolitik dürften der Wall Street gefallen. Trump verspricht Steuersenkungen für Unternehmen. Zugleich will er Konzernen die Möglichkeit geben, im Ausland geparktes Vermögen zu einem stark reduzierten Satz in die Heimat zu holen. Das würde vielen die Möglichkeit geben, durch Aktienrückkäufe die Kurse anzuschieben oder Investoren mit Sonderausschüttungen zu bedienen.

Anleger können also hoffen, dass sich auch in diesem Jahr eine schöne Statistik bestätigt: Wahljahre sind meist eine erfolgreiche Zeit für die Aktienmärkte. Laut Daten des Stock Trader’s Almanac hat der S & P 500 in den letzten acht Monaten eines Wahljahres, also von Mai bis Dezember, fast immer zugelegt. Seit dem Jahr 1952 wurden in diesem Zeitfenster in 13 von 16 Fällen Kursgewinne eingefahren. Im Schnitt stiegen die Kurse um 4,4 Prozent. Die ersten vier Monate des Wahljahres brachten dagegen nur in der Hälfte der Fälle ein Plus.

Die hohe Erfolgsquote von Aktien im Umfeld der Präsidentschaftswahl kann ein statistischer Zufall sein. Vielleicht hat aber auch die Politik die Hände im Spiel. Schließlich hat eine Regierungspartei bessere Chancen, wenn es mit Wirtschaft und Börse im Vorfeld der Wahl nach oben geht. Belegen lassen sich solche Theorien nicht, auch wenn einige Statistiken zeigen, dass die staatlichen Investitionen und Sozialleistungen in einigen Wahljahren überdurchschnittlich gestiegen sind. Auch dass die US-Notenbank die Zinsen in diesem Jahr nicht so stark anhebt wie zunächst erwartet, hat dem Aktienmarkt nach dem schwachen Jahresauftakt geholfen.

Tipp: Mit einem Indexfonds von db X-trackers können Anleger gehebelt auf den S & P 500 setzen. Der Schein bewegt sich doppelt so stark wie der Index der wichtigsten US-Aktien und würde entsprechend stark von einer Wahlrally profitieren (ISIN: LU 041 107 855 2).

Investor-Info

Stilfrage
Die Modetrends der Börse

Value-Aktien sind niedrig bewertet. Growth steht für starkes Wachstum. In den 90er-Jahren waren im weltweiten Aktienindex MSCI World Wachstumswerte besonders gefragt. Nach der Jahrtausendwende schoss dann Value nach oben. Zuletzt hat sich Growth wieder an die Spitze gekämpft. Jetzt könnte der nächste Wechsel anstehen.

Weltreise
Internationale Rendite

Der DAX gehört langfristig zu den Topinvestments an der Börse. Der Index hat aber einige Besonderheiten. Er schwankt stark, weil er viele Unternehmen aus zyklischen Branchen abbildet. Mit 30 Firmen ist er zudem klein. Der amerikanische S & P 500 und der weltweite MSCI World laufen deutlich ruhiger.

Wahlgewinner
Der Präsidentenzyklus

Alle vier Jahre wählen die Amerikaner einen Präsidenten. Der Stock Trader’s Almanac hat die Entwicklung des Dow Jones bis zurück ins Jahr 1833 ausgewertet und ein Muster entdeckt: Das Jahr vor der Wahl eines US-Präsidenten sowie das Jahr, in dem diese stattfindet, waren für Börsianer deutlich erfolgreicher als die beiden anderen Jahre des Wahlzyklus.
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