Nikkei und TOPIX vor Rekordjagd - Experten sehen 2026 als Gewinnerjahr für Japan-Aktien

Nach Jahren im Schatten internationaler Märkte erlebt Japan ein beeindruckendes Börsen-Comeback. Experten erwarten, dass 2026 zum Schlüsseljahr für den Nikkei und TOPIX wird.
• Japans Aktienmarkt startet Ende 2025 ein Comeback
• Experten blicken positiv auf 2026
• BofA mit positivem Ausblick für Japans Aktienmarkt
Japan-Aktien starten 2025 ein Comeback
Nach Jahren der Stagnation erlebte der japanische Aktienmarkt ein beeindruckendes Comeback. Angetrieben von einer neuen politischen Ausrichtung, fiskalischen Impulsen und strukturellen Reformen kletterten die Leitindizes im Herbst 2025 auf historische Höchststände - der Nikkei 225 überstieg erstmals 48.000 Punkte und auch der TOPIX markierte Rekorde. "Das spiegelt das wachsende Vertrauen der internationalen Finanzmärkte in Japans neue politische Ausrichtung wider", so Mathias Beil, Leiter Private Banking bei der Hamburger Sutor Bank laut extraETF. Premierministerin Sanae Takaichi setzt auf expansive Ausgabenprogramme, Wachstumsinvestitionen und Modernisierung zentraler Branchen - von Halbleitern bis zur Verteidigung.
Wachstum, Yen-Stabilisierung und neue Impulse für Investoren
Das Momentum wird zudem durch stärkere Binnenkonjunktur und Reformen der Unternehmensstrukturen gestützt. Die Regierung investiert massiv in Künstliche Intelligenz, Halbleiter und Verteidigung, während steigende Löhne und sinkende Inflation den Konsum ankurbeln. Parallel stärken Aktienrückkäufe und verbesserte Corporate Governance das Vertrauen internationaler Investoren. Die BIP-Prognose für 2026 wurde auf 0,9 Prozent Wachstum angehoben, während die Staatsausgaben mit 22,5 Billionen Yen über den Erwartungen liegen. "Obgleich geopolitische Risiken wie US-Zölle, die US-China-Handelsbeziehungen oder die Lage in Taiwan vorhanden bleiben, erwarten wir kein Abgleiten in eine Rezession", so Beil weiter.
Für ausländische Anleger bleibt jedoch der volatile Yen entscheidend. Experten rechnen 2026 mit einer langsamen Yen-Stabilisierung infolge vorsichtiger Zinserhöhungen der Bank of Japan.
BofA: Starker Ausblick für Nikkei und TOPIX
Auch laut der Bank of America startet der japanische Aktienmarkt mit positivem Rückenwind ins Jahr 2026. Die Analysten erwarten laut Investing.com, dass makroökonomische Faktoren wie steigende Reallöhne und unternehmensseitig verbesserte Profitabilität die Kurse im Jahresverlauf stützen werden. Im Basisszenario prognostiziert die Bank für Ende 2026 einen TOPIX-Stand von 3.700 Punkten und einen Nikkei von 55.500 Punkten.
Ein zentraler Wachstumstreiber sei das Reallohnwachstum, das seit 2023 regelmäßig über den Erwartungen liege. Mit nachlassendem Inflationsdruck durch sinkende Lebensmittelpreise und wirksame politische Maßnahmen könnten steigende Löhne die Binnenkonjunktur stärken und eine selbsterhaltende Wachstumsdynamik auslösen.
Auch das internationale Umfeld unterstützt den positiven Ausblick: Die Bank of America rechnet in den USA mit wirtschaftlicher Belebung, möglichen Steuersenkungen und Deregulierungen nach den Zwischenwahlen 2026. Davon könnten japanische Unternehmensinvestitionen in den USA profitieren - insbesondere in den Bereichen Energie, Robotik, KI und Fabrikautomation.
Dennoch verweist die Bank auf gleich hohe Risiken im Vergleich zum Basisszenario: höhere Zinsen, eine mögliche Yen-Schwäche sowie steigende US-Renditen oder KI-bedingte Beschäftigungseffekte könnten die Entwicklung dämpfen.
Redaktion finanzen.net
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