Deutsche Telekom-Aktie zieht an: Einstieg in Verteidigungsmarkt geplant

Die Deutsche Telekom plant einen Ausbau ihres Geschäftsmodells und will ihre Dienstleistungen künftig an Verteidigungsministerium und Bundeswehr verkaufen.
Werte in diesem Artikel
• Deutsche Telekom plant Defense-Team
• Industriespezifische Lösungen für den Verteidigungsbereich
• Defense-Projekte bei T-Systems angesiedelt
Unter dem Schlagwort "Defense-Geschäft" denkt das Management der Deutschen Telekom über neue Rollen und Angebote nach, die über klassische Telekom-Produkte hinausgehen. Das geht aus Aussagen der Telekom gegenüber der "Wirtschaftswoche" hervor. Wie es dort in Bezug auf die neue Initiative heißt, sehe sich die Telekom als "digitaler Infrastrukturanbieter" in der Verantwortung, "zum Schutz Deutschlands beizutragen - gerade in Zeiten hybrider Bedrohungen". Ein eigenständiger "Defense-Bereich" im Konzern sei derzeit jedoch nicht geplant, vielmehr solle die Betreuung der Defense-Industrie projektabhängig erfolgen und auf bestehende Kompetenzen im Konzern zurückgreifen. Übergeordnet sei die Initiative jedoch bei T-Systems angesiedelt.
Manager mit Bundeswehr-Hintergrund leitet Abteilung mit flexibler Größe
Koordiniert werden soll das Defense-Vorhaben der Telekom intern von einem Manager mit Bundeswehr-Hintergrund, was die strategische Ausrichtung und die Nähe zum Verteidigungssektor betont: Oberstleutnant Philip Stockmann, der zuvor im Mobilfunkgeschäft für Tarif- und Produktintegration zuständig war, leitet die Initiative. Ihm sind zunächst rund 16 Mitarbeiter direkt zugeordnet, wie die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf interne Quellen schreibt. Je nach Aufgabenstellung sollen jedoch bis zu hundert Experten aus Fachabteilungen eingebunden werden, um projektbezogen Lösungen zu entwickeln. "Die Mitarbeiterzahl variiert je nach Aufgabe", sagt die Telekom gegenüber der "Wirtschaftswoche", "konkrete Angaben können wir leider nicht machen."
Technologieangebot zwischen Cybersecurity und kritischer Infrastruktur
Das geplante Angebot der Telekom soll laut "Wirtschaftswoche" industriespezifische Lösungen für den Verteidigungsbereich liefern - so wie es das Systemgeschäft des Konzerns bereits für andere Branchen tut. Wie ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenseite sagte, sehe man hier nun, neben Gesundheitswesen und öffentlichem Sektor, ebenfalls Wachstumspotenzial. Das liegt womöglich auch an dem milliardenschweren Sondervermögen, das von der Bundesregierung für den Ausbau der Verteidigungskapazitäten bereitgestellt wird.
Beobachter gehen davon aus, dass der Konzern nicht nur klassische Kommunikationsdienste anbieten wird, sondern auch hostingfähige Cloud-Infrastrukturen, geschützte Kommunikationssysteme und Cyber-Sicherheitslösungen, wie sie bereits in anderen Branchen und dem öffentlichen Sektor angeboten werden. Zwar hat die Telekom hierzu aus Sicherheits- und Geheimhaltungsgründen keine detaillierten Angaben veröffentlicht, doch weist die Ausrichtung von T-Systems und Telekom Security auf ein umfassendes technologisches Fundament hin, das auch für hochsensible Daten und kritische Abläufe relevant sein könnte.
Chancen und Kritik - Am Scheideweg zwischen Wirtschaft und Sicherheit
Für die Telekom eröffnet das Engagement in Richtung Verteidigungssektor ein potenziell neues Marktsegment in einem Umfeld, in dem staatliche Ausgaben für Digitalisierung und sichere Kommunikation steigen. Gleichzeitig ist dieser strategische Schritt nicht frei von politischer und gesellschaftlicher Debatte: Die Rolle eines ehemals zivil orientierten Telekommunikationskonzerns im Kontext militärischer Beschaffung wirft Fragen nach ethischer Verantwortung, Abgrenzung zu Rüstungsunternehmen und der Balance zwischen wirtschaftlichem Gewinnstreben und staatlichen Sicherheitsinteressen auf. Eine breite öffentliche Diskussion steht allerdings noch aus.
Die Telekom-Aktie reagiert im XETRA-Handel am Donnerstag zeitweise mit einem Kurssprung von 2,62 Prozent auf 27,00 Euro auf die Pläne.
Redaktion finanzen.net
Ausgewählte Hebelprodukte auf Deutsche Telekom
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Deutsche Telekom
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
Weitere Deutsche Telekom News
Bildquellen: Juergen Schwarz/Getty Images, Bocman1973 / Shutterstock.com
