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13.03.2013 16:00
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Buffett: Value-Investor oder doch Heuschrecke?

Buffett als Heuschrecke
Hier stimmt was nicht
Wenn Warren Buffett etwas zu sagen hat, hört die Investmentwelt genau hin. Der alljährlich veröffentlichte Geschäftsbericht samt dem Chairman’s Letter der Beteiligungsfirma Berkshire Hatahaway lässt aufhorchen.
€uro am Sonntag

von Jörg Lang, Euro am Sonntag

Buffetts ­Beteiligungsfirma Berkshire Hatahaway veröffentlichte den ­Geschäftsbericht samt dem Chairman’s Letter, dem Brief der Investment­legende an die Aktionäre. Er enthält eine tolle Bilanz: Berkshire hat unter Buffetts Regie seit 1965 den Buchwert pro Aktie um sagenhafte 19,7 Prozent pro Jahr vermehrt. Neben antizyklischen Investmententscheidungen sorgte auch der Verzicht auf ­Dividendenzahlungen für diesen Zuwachs. Die hohe Kapitalverzinsung brachte einen gewaltigen Zinseszinseffekt. Buffett rechnet im Aktionärsbrief vor, dass es für Anleger bei Firmen mit hoher Kapitalverzinsung sinnvoller ist, auf eine Dividende zu verzichten und dafür lieber jährlich in einem bestimmten Umfang Aktien zu verkaufen. Stimmt alles. Bei genauerer Untersuchung allerdings scheint die Erfolgskurve des 82-Jährigen ihren Zenit überschritten zu haben.

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Ein Indiz: Der Buchwert von Berkshire hat sich in den vergangenen vier Jahren dreimal schlechter entwickelt als der marktbreite Index. „Wir tun uns leichter, wenn uns der Gegenwind ins Gesicht bläst“, schreibt Buffett. Auch das ist richtig, doch der direkte Vergleich seiner Beteiligungsgesellschaft mit einem Aktienindex ist nicht ganz fair. Während Buffett die Anschaffungskosten seiner direkten Firmenbeteiligungen nur selten abschreibt, muss der Index in einer Baisse — wie 2008 mit einem Minus von 37 Prozent — hohe Verluste zeigen.

Der wichtigste Buffett-Deal im abgelaufenen ­Geschäftsjahr war die Übernahme des bekannten Lebensmittelkonzerns H. J. Heinz zusammen mit der brasilianischen Beteiligungsfirma 3G Capital. Der Kaufpreis für den Ketchup­hersteller beträgt rund 23 Milliarden Dollar. Das Aufgeld gegenüber den Notierungen vor dem Angebot betrug 20 Prozent, die Übernahme ist kein Value-Kauf. Buffett muss sich angesichts ­eines Anlagebedarfs seiner Gesellschaft Berkshire Hathaway von netto mehr als zehn Milliarden Dollar pro Jahr und niedriger Zinsen für festverzinsliche Anlagen ins Lager der Heuschrecken begeben. Die Finanzierung des Heinz-Deals zeigt, wie das geht. 3G Capital und Buffetts Firma stecken je vier Milliarden Dollar in eine Holdinggesellschaft, die Heinz übernehmen soll.

Einen Teil des fehlenden Kapitals — acht Milliarden Dollar — investiert Berkshire über Vorzugskapital der Holding. Dafür berechnet Buffett eine Verzinsung von neun Prozent. So erreicht er auf seinen gesamten Kapitaleinsatz eine Rendite von sechs Prozent — mehr als bei Unternehmensanleihen. Doch wer ist hier Verlierer? Am Ende könnte es der Ketchuphersteller selbst sein. Der muss nun den Aufpreis der Übernahme über Buffetts dicke Vorzugsdividende zahlen. Und Buffett muss immer neue Firmen finden, die diese Last stemmen können.
Ob er als Heuschrecke genauso gefeiert wird, wie als Value-Investor?

Bildquellen: Heinz

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17.06.2011Berkshire Hathawa b kaufenFuchsbriefe
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