15.05.2013 03:00
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Mit Discount und Aufschlag

Hier stimmt was nicht: Mit Discount und Aufschlag
Hier stimmt was nicht!
Gabelstaplerhersteller Kion ist auf dem Weg an die Börse. Gutes Klima an den Kapitalmärkten vorausgesetzt, könnte die ehemalige Tochter von Linde Ende Juni gelistet werden.
€uro am Sonntag

von Jörg Lang, Euro am Sonntag

Das Going-public soll dabei über eine Kapitalerhöhung erfolgen. Die Unternehmensbewertung dürfte samt Schulden rund fünf Milliarden Euro betragen. Im vergangenen Jahr setzte Kion 4,7 Milliarden Euro um, das Betriebsergebnis (Ebit) betrug rund 550 Millionen Euro. Darin enthalten sind aber auch die Erträge aus Linde Hydraulics, die dann zu 70 Prozent an Weichai Power verkauft wurden. Die Relation von Umsatz zu Unternehmenswert beträgt eins, der Ebit-Multiplikator zehn. Gelingt der Börsengang zu dieser Bewertung, könnte die Aktie des Konkurrenten Jungheinrich in das Blickfeld von Anlegern geraten. Die Gesellschaft ist zwar nur mit Vorzugsaktien notiert, weist dafür aber günstigere Kennzahlen auf. Ein Euro von Jungheinrichs’ Umsatz hat an ­ der Börse nur einen Unternehmenswert von ­ 50 Cent — halb so viel wie bei Kion. Der Ebit-Multplikator beträgt sieben und liegt damit ebenfalls deutlich unterhalb des Kion-Werts.

Aktien von Wohnimmobilienfirmen sind begehrt. Die meisten Papiere notieren in der Nähe oder sogar über dem gutachterlich ermittelten Nettowert der Liegenschaften. Doch nicht alle. Besonders groß ist der Abschlag trotz jüngster Kursgewinne bei KWG Kommunale Wohnen. Der Marktwert der Immobilien beträgt 11,34 Euro pro Aktie. An der Börse kosten die Liegenschaften weniger als sieben Euro pro Aktie. Das liegt wohl unter anderem daran, dass KWG in keinem Index vertreten ist und bisher keine ­Dividende zahlte. Aber sind die Immobilien daher schlechter? Zumindest scheinen die gut­achterlichen Werte Substanz zu haben. Bisher konnte KWG bei Verkäufen diese Werte realisieren. Und durch die Struktur des Portfolios, die einen vergleichsweise großen Anteil an Modernisierungsprojekten hat, dürfte dieser Immobilienwert in den nächsten Jahren steigen.

Die Kursentwicklung der Aktien von Merck KGaA ist beachtlich. Der DAX-Konzern konnte seinen Wert in den vergangenen zwölf Monaten um 50 Prozent steigern. Anleger setzten auf Einsparungen des Spezialchemie- und Pharmakonzerns. Und das wird auch in der kommenden Woche, wenn die Darmstädter Zahlen fürs erste Quartal vorlegen, der Treiber sein. Niedrigere Kosten bei Merck Serono, dem Pharma­geschäft, bringen Gewinnsteigerungen. Bei aller Euphorie mehren sich die Risiken. Mehr als 60 Prozent der Ergebnisse kommen von Merck Serono. Die Pipeline dort ist dünn. Gleichzeitig sind die Bestseller Rebif gegen multiple Sklerose und das Krebspräparat Erbitux durch neue Konkurrenzprodukte gefährdet. Einen Rückschlag bei diesen beiden Präparaten wird der Kurs nicht wegstecken. Eine Marktkapitalisierung von 26 Milliarden Euro bei einem Umsatz von gut elf Milliarden ist ambitioniert.

Bildquellen: istock/Ulf Gähme
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