01.07.2013 12:20
Bewerten
(1)

Siemens verkauft seinen NSN-Anteil an Nokia

Milliarden-Deal: Siemens verkauft seinen NSN-Anteil an Nokia | Nachricht | finanzen.net
Milliarden-Deal
DRUCKEN
Der Technologiekonzern Siemens verkauft seinen Anteil an Nokia Siemens Networks, kurz NSN, an seinen Joint-Venture-Partner Nokia.
Siemens hat eine Lösung für seine Beteiligung an Nokia Siemens Networks (NSN) gefunden: Er verkauft seine Hälfte an dem Telekomausrüster für 1,7 Milliarden Euro an einen seinen Joint-Venture-Partner Nokia. Davon erhält Siemens bei Abschluss der Transaktion 1,2 Milliarden Euro in bar, wie die beiden Unternehmen gemeinsam mitteilten. Für die restlichen rund 500 Millionen Euro gewährt Siemens den Finnen ab Abschluss der Transaktion ein besichertes einjähriges Darlehen.

Der Münchener DAX-Konzern geht davon aus, dass der Deal im dritten Kalenderquartal abgeschlossen wird. NSN wird dann ein 100-prozentiges Tochterunternehmen von Nokia sein. Der Verwaltungsrat von Nokia sowie der Vorstand und der Aufsichtsrat von Siemens haben der Übernahme bereits zugestimmt.

Der Kaufpreis könnte am Markt allerdings für Kopfschütteln sorgen. Nach Schätzung von Analysten könnte das gesamte Geschäft von Nokia Siemens Networks (NSN) mehr als 7 Milliarden Euro wert sein, inklusive Schulden - wenn es an der Börse gelistet wäre. Der Wert sinkt laut Analysten auf 4 bis 5 Milliarden Euro, wenn man von einem Übernahmeszenario ausgeht.

Siemens hatte im Frühjahr signalisiert, aus dem Gemeinschaftsunternehmen aussteigen zu wollen, kurz bevor ein Aktionärsabkommen für NSN auslief. Erst vor zwei Wochen war aus Kreisen verlautet, die Münchener sondierten das Interesse von Finanzinvestoren an einer Übernahme von NSN und hätten dazu Kontakt zu einigen Beteiligungsgesellschaften aufgenommen. Darunter seien TPG, KKR und Blackstone, berichten mehrere Informanten. Auch dass Nokia den Partner Siemens mit Hilfe des finnischen Staatsfonds Solidium aus dem Joint Venture herauskaufen wolle, wurde kolportiert, und über einen möglichen Börsengang spekuliert.

An dem jetzt geschlossenen Pakt seien allerdings keine Partner beteiligt, sagte eine informierte Person und fügte hinzu, dass die Investmentbank J.P. Morgan Chase das Geschäft finanziere.

Als besonders knifflig galt bei allen Ausstiegsszenarien die Frage des angemessenen Preises. Das Ermitteln einer angemessenen NSN-Bewertung hakte laut Bankern daran, dass die künftige Gewinnentwicklung noch schwieriger vorherzusagen ist als die von anderen Unternehmen. Das im April 2007 gegründete Joint Venture hatte lange Zeit damit zu kämpfen, nachhaltig Gewinne zu erzielen - zu stark ist der Wettbewerb, insbesondere aus Asien mit Konkurrenten wie Huawei oder ZTE. Im vierten Quartal 2012 machte NSN dann aber rund 252 Millionen Euro Gewinn, und auch das erste Quartal 2013 brachte schwarze Zahlen.

Nachdem der Telekomausrüster weitere Fortschritte gemacht hat - sowohl bei den Einsparbemühungen als auch mit dem Schwerpunkt auf Mobilfunktechnik der vierten Generation - ist der Unternehmenswert immerhin wieder gestiegen. Im Zuge der Restrukturierung hat NSN etwa ein Viertel der Stellen weltweit gestrichen und sich von Geschäftsteilen getrennt.

Laut dem Bericht einer finnischen Zeitung könnte NSN zudem zwischen 500 und 600 Millionen Euro mit dem Verkauf von Produktionsanlagen einnehmen. Ein entsprechendes Bieterverfahren sei Ende Juni ausgelaufen, schreibt Helsingin Sanomat unter Berufung auf vertrauliche Unternehmensdokumente, in die die Zeitung Einblick hatte. Unter den Interessenten waren demnach Auftragshersteller wie der Apple-Lieferant Foxconn, Flextronics International, Sanmina-SCI und Jabil Circuit.

"NSN hat mit einem klaren strategischen Fokus und starken Führungsteam seine geschäftliche und finanzielle Entwicklung strukturell verbessert", äußerte sich Nokia-CEO Stephen Elop zuversichtlich über die weitere Entwicklung. "Außerdem hat sich NSN als führender Anbieter bei Mobilfunknetzen der nächsten Generation (LTE) etabliert, mit attraktivem Wachstumspotenzial. Nokia ist mit diesen Entwicklungen sehr zufrieden und wird NSN unterstützen, zusätzlichen Wert innerhalb der Nokia-Gruppe zu schaffen".

Siemens-Finanzchef Joe Kaeser hatte im März den Startschuss für einen Ausstieg bei NSN gegeben. Mit Blick auf den Telekomausrüster sagte er damals, dies sei "kein Geschäftsbereich, in dem wir irgendein Bestreben haben, zu bleiben. Wir glauben, dass 2013 für Siemens der Zeitpunkt gekommen ist, NSN dabei zu helfen, einen besseren Platz zu finden."

Nun erklärte Kaeser in der Mittelung, Siemens treibe mit dem Verkauf die Fokussierung auf das Kerngeschäft weiter konsequent voran. "Damit konzentrieren wir uns auf unsere Stärken in der Energietechnik, Industrie und Infrastruktur, sowie dem Gesundheitswesen".

Nokia will NSN weiterhin konsolidieren und die Eigenständigkeit des Unternehmens stärken. Dementsprechend wird das bisherige Management und die Führungsstruktur beibehalten, mit Rajeev Suri als CEO und Jesper Ovesen als Vorsitzender des Verwaltungsrats. Der Verwaltungsrat wird der neuen Eigentümerstruktur entsprechend angepasst. Hauptsitz des Unternehmens bleibt Espoo in Finnland.

Von Stefanie Haxel und Britta Becks

Mitarbeit: Sharon Terlep

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/brb/sha

(END) Dow Jones Newswires

July 01, 2013 01:20 ET (05:20 GMT)

Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 20 AM EDT 07-01-13

Bildquellen: iStock/AdrianHancu, Siemens AG
Anzeige

Nachrichten zu Siemens AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Siemens AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
12.12.2017Siemens buyUBS AG
11.12.2017Siemens overweightMorgan Stanley
07.12.2017Siemens NeutralCredit Suisse Group
06.12.2017Siemens buyUBS AG
05.12.2017Siemens UnderweightBarclays Capital
12.12.2017Siemens buyUBS AG
11.12.2017Siemens overweightMorgan Stanley
06.12.2017Siemens buyUBS AG
04.12.2017Siemens buyCitigroup Corp.
20.11.2017Siemens buyUBS AG
07.12.2017Siemens NeutralCredit Suisse Group
01.12.2017Siemens HaltenIndependent Research GmbH
01.12.2017Siemens NeutralJP Morgan Chase & Co.
29.11.2017Siemens Equal weightBarclays Capital
24.11.2017Siemens NeutralJP Morgan Chase & Co.
05.12.2017Siemens UnderweightBarclays Capital
11.09.2017Siemens SellGoldman Sachs Group Inc.
09.08.2017Siemens SellGoldman Sachs Group Inc.
03.08.2017Siemens SellGoldman Sachs Group Inc.
24.07.2017Siemens SellGoldman Sachs Group Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Siemens AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Melden Sie sich jetzt an!

Sind ETFs das beste Anlageprodukt der Welt oder droht wegen des ETF-Booms eine Krise? Im Online-Seminar am 14. Dezember setzt sich Thomas Wolff von Scalable kritisch mit dem Thema Indexfonds auseinander.
Hier zum ETF-Webinar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Webinar: Der große Ausblick auf 2018!

Am 13. Dezember gibt Simon Betschinger von TraderFox im Anlegerclub der Börse Stuttgart einen Ausblick auf das kommende Börsenjahr. Dabei nimmt er ausgewählte Aktien unter die Lupe und erklärt, warum er genau diese Werte für besonders aussichtsreich hält.
Jetzt kostenfrei registrieren
und dabei sein!

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Dow endet im grünen Bereich -- Atos will Chipkarten-Hersteller Gemalto schlucken -- Bitcoin kommt leicht von Rekordhöhen zurück -- HelloFresh, LANXESS im Fokus

Munich Re übernimmt wohl Mehrheit an britischem Luftfahrt-Versicherer. Airbus: Bericht über Abschied von Enders 'reine Spekulation'. Boeing hebt Dividende kräftig an. Stiftung Warentest: Mehr Zinsen für Tagesgeld und Co. im Internet. Immobilienkonzern Unibail-Rodamco will Konkurrent Westfield kaufen. Deutsche Aktien 2017: Das waren die Bitcoin-Alternativen. Litecoin steigt um über 86 Prozent.

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Aktien hat George Soros im Depot
Welche ist die größte Aktienposition?
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
Neuer Platz Eins
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
Renteneintrittsalter
Hier arbeiten die Menschen am längsten
Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
mehr Top Rankings

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
EVOTEC AG566480
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Bank AG514000
AIXTRON SEA0WMPJ
Daimler AG710000
BP plc (British Petrol)850517
CommerzbankCBK100
Sabina Gold & Silver Corp.A0YC9U
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Apple Inc.865985
Bitcoin Group SEA1TNV9
GeelyA0CACX
Dialog Semiconductor Plc.927200
Deutsche Telekom AG555750