Nokias Konkurrenz schläft nicht
Der weltgrößte Handyhersteller Nokia hat im ersten Quartal wegen des harten Wettbewerbs und hoher Kosten für den Konzernumbau einen operativen Milliardenverlust geschrieben.
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Beim angeschlagenen Nokia-Konzern fielen insgesamt 1,1 Milliarden Euro als Einmalausgaben an, wie das Unternehmen am Donnerstag im finnischen Espoo mitteilte. Nokia baut den defizitären Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks von Grund auf um. Auch die Expansion in Schwellenländer, von denen sich die Finnen den Ausgleich der Rückgänge in Industrieländern versprechen, kostete das Unternehmen viel Geld. Und die neue Smartphone-Serie Lumia, welche Nokia am Markt etablieren will, zeigt sich bislang noch nicht so profitabel wie erhofft. Die Aktie notierte mit 2,99 Euro um 1,1 Euro tiefer und zählte zu den schwächsten Werten im EuroStoxx50. Das einstige Höhenflieger-Papier hatte Anfang 2008 noch bei 25 Euro notiert.
Operativ sank das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr von plus 439 Millionen Euro auf minus 1,34 Milliarden Euro. Analysten hatten erheblich weniger Verlust erwartet. Zudem schrumpfte der Umsatz deutlich. Nach 10,4 Milliarden Euro vor einem Jahr setzten die Finnen nur noch 7,4 Milliarden Euro um. Der Umsatzeinbruch ging zum größten Teil auf das Konto der wichtigen Handysparte. Dort brach der Umsatz um 40 Prozent auf 4,25 Milliarden Euro ein. Nach 108,5 Millionen Handys vor einem Jahr verkaufte Nokia in diesem Quartal nur noch 83 Millionen Stück. Die operative Marge habe bei minus drei Prozent gelegen. Zuvor hatte Nokia eine Margenspanne zwischen plus zwei und minus zwei Prozent in Aussicht gestellt. Das ist von besonderer Bedeutung, da die Kernsparte im vergangenen Jahr den Löwenanteil des operativen Gewinns gestellt hatte.
NOKIA HAT ES IN SCHWELLENLÄNDERN SCHWER Die Finnen kämpfen seit dem Start des iPhones des Konkurrenten Apple mit einem kontinuierlich schrumpfenden Geschäft bei hochpreisigen Telefonen. Der frühere Technikführer verlor den Anschluss bei Smartphones an Apple und Samsung und versucht nun, mit niedrigpreisigen Smartphones eine Nische zu finden. Das ist bislang aber kein Selbstläufer. Der harte Wettbewerb in den für Nokia wichtigen Märkten Indien, China, dem Nahen Osten und Afrika macht den Finnen zu schaffen. "Wir befinden uns weiterhin in der Übergangsphase", sagte Konzernchef Stephen Elop. Er will die Investitionen für die Lumia-Reihe erhöhen, um sie zu einem Markterfolg zu machen. Nokia verkaufte im ersten Quartal zwei Millionen Lumia-Telefone, die für einen Durchschnittspreis von 220 Euro über den Ladentisch gingen. Das ist erheblich weniger, als Apple und Samsung für ihre Telefone verlangen. Seit dem Marktstart im vergangenen Herbst war der Absatz von Monat zu Monat gestiegen. Als Lichtblick bezeichnet Elop, dass Lumia-Telefone in mehreren AT&T-Filialen ausverkauft sind. In laufenden zweiten Quartal soll die Lumia-Reihe ausgebaut werden.Übrigens: Apple und andere US-Aktien sind bei finanzen.net ZERO sogar bis 23 Uhr handelbar (ohne Ordergebühren, zzgl. Spreads). Jetzt kostenlos Depot eröffnen und Neukunden-Bonus sichern!
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