24.06.2013 13:51
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Fünf Komma vier Prozent

Immer häufiger höre ich das Argument, dass der DAX nun seine alten Höchststände aus den Jahren 2000 und 2007 überschritten habe. „Ich nehme jetzt erst einmal Geld vom Tisch“, heißt es dann.

Das ist wieder ein Beispiel für recht dummes Denken auf erster Ebene. Keinerlei Logik, nur Kursdaten der Vergangenheit. Die verhaltenswissenschaftliche Finanzforschung nennt das „Availability Bias“ – Verfügbarkeitsvorurteil. Wir nehmen nicht die Daten und Fakten, die wirklich wichtig sind, sondern die, die wir gerade zur Verfügung haben. Und das sind im Fall des DAX zuerst einmal die Kursdaten.

Bei gut 8.000 Punkten ist der DAX keinesfalls überbewertet. Obwohl der DAX im Jahr 2000 ebenfalls 8.000 Punkte kostete, war er damals bestenfalls 4.000 Punkte „wert“, also um mindestens 100 Prozent überbewertet. In den dazwischen liegenden Jahren haben die DAX-Unternehmen Umsatz und Gewinne massiv und nachhaltig gesteigert. Schon bei einer Gewinnsteigerung von 5,4 Prozent p.a. würden die Gewinne über diesem Zeitraum um 100 Prozent steigen. Das haben die DAX-Unternehmen trotz der Rezessionen 2003 und 2009 locker erreicht. Der heutige DAX ist also 8.000 bis 8.500 Punkte wert.

Denken Sie noch einmal darüber nach: eine Gewinnsteigerung von durchschnittlich 5,4 Prozent pro Jahr hat gereicht, den DAX von einer massiven Überbewertung bei 8.000 Punkten im Jahr 2000 auf eine faire Bewertung heute zu heben. Das ist die Macht des Zinseszinses und das Wunder der kleinen Schritte.


Und nun zeige ich Ihnen doch einmal einen Chart.

Sie wissen, wie skeptisch ich bei Kursmustern bin. Dennoch finde ich es bemerkenswert am DAX-Chart, dass die Tiefs seit 2003 immer ein deutliches Stück höher lagen. Da ich keine Chartanalyse mache, weiß ich nicht, wie man das nennt. Unterstützungslinie vielleicht? Dreieck?

Aber ich weiß, dass der DAX mehr oder weniger kontinuierlich im Wert gestiegen ist. Die steigende Linie bei den Tiefs weist darauf hin. Einen erneuten Absturz unter 6.000 Punkte halte ich daher für sehr unwahrscheinlich.

Auch in einem fair bewerteten Index wie dem DAX lassen sich noch einzelne unterbewertete Titel finden. Die Aktienmärkte unserer Nachbarn Österreich, Holland und Belgien sind allerdings alle deutlich unterbewertet. Das war auch im ersten Makro-Report zu sehen, den wir Ihnen vor einiger Zeit als zusätzlichen Service gesandt haben.

Wir sind für Sie in diesen Märkten dabei: voestalpine, PostNL, Nutreco, Wienerberger, Verbund, mobistar, KPN und TNT Express sind nur einige der vielen Möglichkeiten, die sich bieten.

Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Gründer der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Das Institut analysiert nach der von ihm entwickelten Strategie der Königsanalyse © börsennotierte Unternehmen und setzt sich dafür ein, mit transparenten Informationen Privatanleger bei der Entwicklung nachhaltiger und langfristig ausgerichteter Aktienstrategien zu unterstützen. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Guenther Peroutka

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