FRANKFURT (dpa-AFX) - Händler verwiesen auf Pläne der chinesischen Energiebehörde, die Solarstrom-Leistung in den kommenden Jahren massiv zu erhöhen. Aus dem
TecDax (
TecDAX) rückten Solarworld (
SolarWorld) an der Indexspitze am Vormittag kräftig um 11,58 Prozent auf 4,00 Euro vor. Dies wurde am Markt zusätzlich mit vagen Spekulationen erklärt, wonach der Versorger
RWE an dem Solarkonzern interessiert sein könnte. Im
MDAX rückten die Papiere des Waferproduzenten
Wacker Chemie um 6,41 Prozent vor. Sowohl der MDax als auch der TecDax lagen indes mit etwas mehr als einem Prozent im Plus.
Börsianer verwiesen vor dem Hintergrund der China-Berichte darauf, dass die Aktie der chinesischen Yingli Green Energy am Vorabend in New York bei Rekordumsätzen um etwas mehr als 20 Prozent nach oben gesprungen war. Auch aus Asien lieferten die Aktien positive Branchenvorgaben. Den Gerüchten zu Solarworld wollten sie indes wegen der Aktionärsstruktur wenig Glauben schenken: Der Gründer und Vorstandschef Frank Asbeck halte etwa ein Viertel der Anteile und habe bereits betont, nicht verkaufen zu wollen, sagte ein Marktteilnehmer. Asbeck habe dies dann am Vormittag nochmals ganz entschieden untermauert. Ein RWE-Sprecher wollte die Marktgerüchte auf Anfrage von dpa-AFX unterdessen nicht kommentieren.
EQUINET-EXPERTE SPRICHT VON SHORT-EINDECKUNGEN
Hinsichtlich der Kursgewinne beim Waferproduzenten Wacker Chemie sagte ein Börsianer: "Die Meldung aus China hatte den größten wöchentlichen Sprung bei den Preisen für Polysilizium seit sechs Monaten zur Folge." Die positiven Nachrichten haben aus seiner Sicht daher auch sehr positiv auf Wacker Chemie ausgestrahlt, die bereits am Vortag einen technischen Ausbruch nach oben gezeigt hätten. Zudem zählt die Aktie nicht mehr zu den "Least Preferred Stocks" der Citigroup.
Nach Meinung von Stefan Freudenreich von Equinet sind aber möglicherweise einige Short-Eindeckungen ein wesentlicher Faktor für die Kursentwicklung an diesem Donnerstag. Denn seiner Meinung nach profitieren eher internationale Solarwerte von solchen Nachrichten: "Fundamental sehe ich für deutsche Unternehmen keinen Grund, positiv zu sein". Auch deutsche Großprojekte seien zuletzt eher in den Taschen chinesischer Unternehmen angekommen. Der Ausbauplan in Deutschland sei weit fortgeschritten und so drohten für 2012 sinkende Förderungen. Dabei ausnehmen würde er einzig SMA Solar und Wacker Chemie: "Diese beiden Werte profitieren stärker vom globalen Wachstum", so Freudenreich./tih/fat
Bildquellen: Solarworld AG