22.04.2013 09:36
Bewerten
 (0)

BMW warnt vor Marktabkühlung in China

Verhaltene Prognose
Der Wachstumsmarkt China verliert für BMW etwas von seinem Glanz. Der Premiumautobauer rechnet auf dem wichtigsten Automarkt der Welt mit einer Marktabkühlung in diesem Jahr.
Die Münchener erwarten nur noch ein Verkaufswachstum mit einer hohen einstelligen Rate. Im vergangenen Jahr war es für BMW in China noch um rund 40 Prozent nach oben gegangen.

   "Wir erwarten, dass sich die Wachstumsraten in den kommenden Jahren normalisieren werden", sagte BMW-Vertriebsleiter Ian Robertson während der Automesse in Schanghai am Wochenende. Die hohen Zuwächse der Vergangenheit dürften in China daher nicht erreicht werden. "Der Markt wird ein Stück weit erwachsen", erklärt Robertson.

   Marktbeobachter führen die verhaltene Prognose von BMW auf das sich ändernde Umfeld im Reich der Mitte zurück. Die Wirtschaftslokomotive China verliert immer mehr an Dampf. Im ersten Quartal hat sich das Wirtschaftswachstum sogar überraschend stark verlangsamt. Der Wettbewerb auf dem Automarkt wird zudem härter, und die Regierung des Landes versucht den inländischen Herstellern immer mehr unter die Arme zu greifen.

   Für BMW & Co sind das keine guten Vorzeichen. Die Münchener sind einer der größten Premiumautobauer in China und konnten beim Wachstum bisher ganz vorne mitfahren. Aber nicht nur BMW baut auf das China-Geschäft: Auch Audi und Mercedes-Benz profitieren von der rasant wachsenden Mittel- und Oberschicht in China, die sich immer mehr Autos aus der Oberklasse leistet. Dabei ist der Erfolg des Trios ungleich verteilt: Die Stuttgarter hinken BMW und Audi bisher noch hinterher.

   Im ersten Quartal kletterten die Verkäufe der Marke BMW um 7,4 Prozent auf 80.570 Fahrzeuge. Das Wachstum liegt damit zwar noch etwas über dem des gesamten Automarktes in China. Die Rivalen aus Ingolstadt steigerten ihren Absatz mit 14 Prozent auf 102.800 Fahrzeuge aber deutlich stärker. Bei Mercedes-Benz ging es dagegen um 12 Prozent bergab. Marktbeobachter gehen allerdings davon aus, dass die Marke mit dem Stern in den nächsten Monaten aufholen wird.

   Mercedes-Benz will neue Modelle auf den Markt bringen und hat die Vertriebsstruktur auf Vordermann gebracht. Das alles dürfte Mercedes-Benz in China gegenüber BMW Auftrieb geben, erwartet Andreas Gräf von der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Zudem könnte BMW versuchen, das Preisniveau zu halten, um sich eher auf die Margen als auf Marktanteile zu konzentrieren. "Das könnte das Absatzwachstum von BMW beeinträchtigen", resümiert Gräf.

   Während BMW sich mit Blick auf China zurückhaltend zeigt, sendet Daimler weiter zuversichtliche Töne für den größten Automarkt der Welt aus. China-Vorstand Hubertus Troska räumt zwar ein, dass es in China schon dynamischere Zeiten gab als jetzt. Das Wachstum werde aber ordentlich bleiben. Auch die Auswirkungen der Maßnahmen, Regierungsmitgliedern den Kauf einheimischer Automarken nahezulegen, sollten begrenzt bleiben. Auch Audi spielt diese Entwicklung herunter. 90 Prozent der Audi-Käufer seien in China Privatpersonen, sagte China-Chef Dietmar Voggenreiter.

   Den Optimismus der Premiumautobauer stützen bisher auch Analysten. Bei IHS Global Insight rechnen die Experten für das Oberklassesegment im laufenden Jahr noch mit einem Wachstum von 17 Prozent. Die jüngsten Aussagen von BMW könnten nun aber darauf hindeuten, dass sich der Markt stärker abkühlt als bisher gedacht. "Das sollte eine bedeutendes Warnsignal für Hersteller von Premium- und Luxusgütern sein", betont Gräf von A.T. Kearney.

  

DJG/DJN/kla/jhe

   (SCHANGHAI) Dow Jones Newswires

Bildquellen: Gyuszkofoto / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu BMW AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu BMW AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
30.01.2015BMW buyDeutsche Bank AG
28.01.2015BMW buyS&P Capital IQ
27.01.2015BMW UnderperformBNP PARIBAS
27.01.2015BMW SellGoldman Sachs Group Inc.
26.01.2015BMW overweightJP Morgan Chase & Co.
30.01.2015BMW buyDeutsche Bank AG
28.01.2015BMW buyS&P Capital IQ
26.01.2015BMW overweightJP Morgan Chase & Co.
26.01.2015BMW kaufenDZ-Bank AG
22.01.2015BMW overweightBarclays Capital
20.01.2015BMW NeutralUBS AG
14.01.2015BMW market-performBernstein Research
12.01.2015BMW NeutralMerrill Lynch & Co., Inc.
07.01.2015BMW NeutralBNP PARIBAS
06.01.2015BMW HaltenIndependent Research GmbH
27.01.2015BMW UnderperformBNP PARIBAS
27.01.2015BMW SellGoldman Sachs Group Inc.
14.01.2015BMW UnderperformBNP PARIBAS
09.01.2015BMW UnderperformCredit Suisse Group
05.11.2014BMW VerkaufenDZ-Bank AG
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für BMW AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr BMW AG Analysen
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Heute im Fokus

DAX mit schwachem Handelsschluss -- Wall Street im Minus -- Apple-Aktie auf Allzeithoch -- Russland: Notenbank senkt Leitzinsen -- MasterCard, Microsoft, Amazon im Fokus

Ölpreise springen kräftig nach oben - Spekulation über sinkende Produktion. AT&T blättert in US-Frequenzauktion 18,2 Milliarden Dollar hin. US-Telekom-Tochter lässt für Mobilfunklizenzen fast 2 Milliarden Dollar springen. Daimler-Tochter zahlt Millionen wegen Diskriminierung von Mitarbeitern. Schlichtung für Kabinenpersonal der Lufthansa kommt nicht voran. Bundesregierung wohl bereit für neues Griechenland-Hilfspaket. Conti schließt milliardenschwere Veyance-Übernahme ab.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Das sind die 5 Finalisten

Hier sollten Sie ihr Geld nicht anlegen!

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Titel entwickelten sich im Jahr 2014 am besten?

Diese Artikel waren auf finanzen.net 2014 am beliebtesten

Hier ist der Schuldenstand besonders hoch

Mit welchen Techniken sparen Weltkonzerne Steuern?

Welche Aktien zählt Warren Buffet zu seinem Portfolio?

mehr Top Rankings

Umfrage

Quo vadis Griechenland? Was kommt nach dem Wahlsieg von Alexis Tsipras?