Der Dienstleistungskonzern Bilfinger setzt angesichts von Preisdruck und Investitionszurückhaltung den Rotstift an.
1.250 Stellen sollen innerhalb der kommenden zwei Jahre gestrichen werden. Betroffen ist dabei die Verwaltung. Betriebsbedingte Kündigungen sollen soweit wie möglich vermieden werden. 80 bis 90 Millionen Euro will Bilfinger so ab 2015 jährlich sparen.
Der Konzern soll dabei deutlich verschlankt werden. In den vergangenen Jahren hatte Bilfinger groß eingekauft und sich von einem klassischen Baukonzern in einen Dienstleister gewandelt. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Konzern die einzelnen Bereiche stärker zusammengeführt und einen einheitlichen Markenauftritt unter dem Namen Bilfinger geschaffen. Das reicht jedoch nicht aus. Vorstandsvorsitzender Roland Koch geht nun den nächsten Schritt: Eine engere Verzahnung der Geschäfte, Abschaffung der bisherigen Teilkonzernstruktur und eine weitreichende Zentralisierung der Verwaltungsfunktionen sollen die Mannheimer schlagkräftiger und wettbewerbsfähiger machen. Offenbar war sich das Management jedoch über diese Änderungen nicht einig: Das langjährige Vorstandsmitglied Thomas Töpfer verlässt Bilfinger - wegen unterschiedlicher Auffassung über die Umsetzung der Geschäftspolitik. Es ist nicht der erste Vorstand, der seit dem Amtsantritt Kochs wegen Unstimmigkeiten das Handtuch geworfen hat. Vergangenes Jahr hatte Klaus Raps, ebenfalls lange Jahre bei Bilfinger, seinen Abschied genommen. Für Töpfer rückt Pieter Koolen in den Vorstand, Chef des im vergangenen Jahr übernommen Unternehmens Tebodin.
Der Konzernumbau soll sich dabei nur gering auf die Geschäftsfeldstruktur auswirken: Bilfinger konzentriert sich weiterhin auf die drei Bereiche Industrie-, Energie- und Gebäudedienstleistungen, wobei ein Leistungsvolumen von 400 Millionen Euro vom Segment Industrie in den Energiebereich umgegliedert wird. Die nicht operativen Teilkonzernholdings werden hingegen auf die
Bilfinger SE verschmolzen, die operative Führung wird künftig durch 14 Divisionen innerhalb der SE wahrgenommen. Bisher in der Konzernzentrale und in den Teilkonzernen angesiedelte Verwaltungsfunktionen werden gestrafft und zusammengeführt oder in konzernweiten Shared Service Centern organisiert. Damit sollen Doppelarbeiten vermieden und die unterschiedlichen Strukturen vereinheitlicht werden, die auch durch die vielen Akquisitionen entstanden sind. Der Stellenabbau soll möglichst sozialverträglich umgesetzt werden. So soll die Fluktuation genutzt und betroffenen Mitarbeitern vergleichbare Arbeitsplätze im Konzern angeboten werden, um die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen so niedrig wie möglich zu halten. Bilfinger beschäftigt weltweit etwa 70.000 Mitarbeiter.
Neben den geringeren Personalkosten erwartet Bilfinger auch Einsparungen bei den Sachkosten im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich. Das Geschäft von Bilfinger läuft derzeit alles andere als rund. Im ersten Halbjahr hatte das Unternehmen über Investitionszurückhaltungen geklagt, insbesondere im Projektgeschäft. Leistung, Auftragseingang, operatives Ergebnis sowie der Nettogewinn waren gesunken. Vorstandsvorsitzender Koch hatte trotzdem an der Prognose für das Geschäftsjahr festgehalten und angekündigt, diese auch durch Einsparungen erreichen zu wollen. Das bereinigte EBITA und das bereinigte Konzernergebnis sollen im laufenden Geschäftsjahr bei höherer Marge steigen. Im Vorjahr standen hier 369 Millionen bzw. 222 Millionen Euro zu Buche. Dow Jones Newswires
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