14.06.2013 09:30

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Gamigo: Bond für den Beutezug



Gamigo: Bond für den Beutezug
Der Onlinespiele-Spezialist Gamigo braucht Kapital fürs geplante Wachstum. Die Anleihe ist aber nur was für Spielernaturen.

von Thomas Strohm, Euro am Sonntag

Ein Wikingerdorf zum Leben erwecken, auf einem Fantasy-Kontinent zum Helden werden, als Priester oder Jäger knifflige Aufgaben meistern. Online-Rollenspiele, an denen zahllose Mitstreiter teilnehmen und die Wochen oder gar Monate dauern, ziehen viele in ihren Bann. Der Markt für Online Games legt im Jahr zu um 15 bis 20 Prozent, Prognosen zufolge wird ihr Umsatz in Deutschland bis 2016 auf rund eine Milliarde Euro wachsen, das wäre doppelt so viel wie heute.

Mit den virtuellen Welten will der Spielespezialist Gamigo reales Geld verdienen. Fürs angestrebte Wachstum, auch durch Übernahmen, benötigen die Hamburger Kapital. Das soll eine Anleihe bringen, die Zeichnung läuft bis 18. Juni. Die Schuldenlage ist entspannt, Bankkredite sollen mit dem Bond — im Gegensatz zu vielen anderen Mittelstandsanleihen — nicht zurückgezahlt werden.


Remco Westermann
Vorstandschef Remco Westermann hat Gamigo erst Ende 2012 von Axel Springer übernommen: „Wir haben die risikoreiche Spieleentwicklung gestoppt und konzentrieren uns voll auf den Vertrieb.“ Für 2012 steht ein Gewinn zu Buche, in den beiden Jahren davor wurden Verluste eingespielt. Einige Anleger dürften mit Westermann indes unschöne Erinnerungen verbinden. Er war Gründer und bis Oktober 2012 Vorstand von Bob Mobile, die Firma (heute Cliq Digital) bietet Klingeltöne und Mobile Games an. Die Ziele waren zu ambitioniert, der Aktienkurs brach ein, das Unternehmen wurde übernommen. Westermann stieg aus — und übernahm Gamigo.

Der Gamigo-Bond läuft bis Juni 2018, kann aber 2016 zu 103 Prozent und 2017 zu 101,50 Prozent zurückgezahlt werden. Es gibt vierteljährlich Zinsen, somit eine Rendite von 8,8 Prozent. Dass damit Risiken verbunden sind, sollte klar sein. Letztlich ist entscheidend, ob es Gamigo gelingt, die Erträge anhaltend zu verbessern. Falls nicht, könnte es für Gläubiger unversehens heißen: Game over!

ISIN: DE000A1TNJY0

Bildquellen: gamigo AG, gamigo AG

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