
Rubel: An einer Aufwertung führt kein Weg vorbei
Der Wechselkurs zum Euro ist entscheidend
Allerdings haben die russischen Währungshüter Angst davor, durch eine Verschärfung der Zinspolitik die Konjunktur abzuwürgen. Da bleibt als geldpolitisches Instrument vor allem der Wechselkurs. Eine Aufwertung verringert die Preise importierter Güter und das wirkt sich dämpfend auf die Inflationsrate aus. Anstatt wie früher einen stabilen Wechselkurs halten zu wollen, lässt die Zentralbank daher immer mehr Flexibilität zu und angesichts eines steigenden Ölpreises und zunehmender Kapitalzuflüsse bedeutet dies einen stärkeren Rubel. Der Wechselkurs USD/RUB ist in den letzten Monaten bereits deutlich gefallen. Doch zur Bekämpfung der Inflation nutzt dies wenig, denn nur fünf Prozent der russischen Importe kommen aus den USA, 45 Prozent der Importe stammen dagegen aus Europa.
Fazit
Der Rubel müsste also vor allem gegenüber dem Euro zulegen, um die Inflation zu dämpfen. Sollte der Dollar aber seinerseits deutlich gegenüber dem Euro abwerten, dann wäre ein stärkerer Rubelanstieg vonnöten, um die Inflation wirklich einzudämmen. Die Zeichen für die russische Währung stehen folglich auf Aufwertung.
Dr. Detlef Rettinger ist Chef-Redakteur von Deutschlands einzigem reinen Devisen-Börsenbrief mit Musterdepot, dem Devisen-Trader. Der promovierte Volkswirt besitzt langjährige Erfahrung in der Analyse des Devisenmarktes und im Handel mit Derivaten. Weitere Infos: www.devisen-trader.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.


