07.08.2013 09:39
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EUR/PLN: Zeigt der Zloty wieder Stärke?

DevisenTrader-Kolumne: EUR/PLN: Zeigt der Zloty wieder Stärke? | Nachricht | finanzen.net
Devisen-Trader-Kolumne

Detlef Rettinger

Polen war eines der wenigen Länder, das nach der Finanzkrise 2009 nicht in eine Rezession abrutschte.

Mehr als ein Jahrzehnt ist Polens Wirtschaft so schnell gewachsen, wie nirgends sonst in der EU; der Wohlstand konnte fast verdoppelt werden. Doch nun ist der Aufschwung ins Stocken gekommen, auch weil viele europäische Handelspartner in einer Rezession stecken. Doch das ist es nicht allein: Auch das Wachstumsmodell der letzten Jahre stößt an seine Grenzen. Die polnische Wirtschaft profitierte nach Jahren des sozialistischen Mangels von der starken Konsumnachfrage im Inland. Doch viele Bedürfnisse sind nun gestillt und den Menschen fehlt angesichts einer wieder steigenden Arbeitslosenquote das Geld.

Notenbank will den Leitzins überraschend nicht weiter senken

Das BIP wird 2013 nur noch um 1,1 Prozent wachsen, und das auch nur, wenn die Wirtschaft wie erhofft im zweiten Halbjahr wieder etwas anzieht. Immerhin ist auch die Inflationsrate stark gefallen, was der Notenbank reichlich Spielraum für Zinssenkungen gab, den diese auch nutzte. Seit November wurde der Leitzins um 225 Basispunkte auf ein Rekordtief von 2,50 Prozent gesenkt. Viele Analysten haben mit weiteren Senkungen gerechnet, wurden aber Ende Juli von Notenbankchef Belka überrascht: Der Leitzins soll nun bis Ende 2013 stabil bleiben, denn ein noch niedrigerer Zins würde nicht nur nichts nützen, sondern hätte sogar negative Effekte. Außerdem sei die Wirtschaft auf Erholungskurs. Das bezweifeln manche Volkswirte, aber es wurde durch die jüngsten Konjunkturdaten bestätigt: Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze erholten sich im Juni stärker als erwartet. Dem Zloty gab dies deutlichen Auftrieb, EUR/PLN fiel bis auf die Unterstützung bei 4,20 PLN zurück.

Fazit

Einige Experten zweifeln noch an der Standhaftigkeit der Notenbank und erwarten weitere Zinssenkungen. Wir denken, die Wirtschaft erholt sich und die Notenbanker können zu ihrer Aussage stehen. Für die Anleger bedeutet dies ein stabiles monetäres Umfeld, was positiv für den Zloty ist. Ein erneuter Kursanstieg bis in den Bereich von 4,27/4,30 PLN können Anleger zum Einstieg in eine Short-Position auf den Wechselkurs nutzen.

Dr. Detlef Rettinger ist Chef-Redakteur von Deutschlands einzigem reinen Devisen-Börsenbrief mit Musterdepot, dem Devisen-Trader. Der promovierte Volkswirt besitzt langjährige Erfahrung in der Analyse des Devisenmarktes und im Handel mit Derivaten. Weitere Infos: www.devisen-trader.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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