05.12.2012 03:00
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Doha: Klimagipfel ein Flop - Klimafonds top

Klimagipfel: Kühle Atmosphäre
UN-Klimakonferenz
Die Konferenz in Doha wird wenig handfeste Ergebnisse liefern. Nach Tagen der Verhandlungen sind die Regierungsvertreter weit von einem Erfolg entfernt. Dennoch gibt es aussichtsreiche Klimafonds.
€uro am Sonntag

von Peter Gewalt, Euro am Sonntag

Einen passenderen Ort als Katars Hauptstadt Doha hätten die Organisatoren der diesjährigen Klimakonferenz nicht finden können. Gerade Katars Bürger können Tipps zum sparsameren Umgang mit Energie dringend gebrauchen — schließlich sind die Katarer beim CO2-Ausstoß pro Kopf weltweit Spitzenreiter.

Ob weitergehende politische und wirtschaftliche Impulse vom zwölf Tage dauernden Gipfel kommen, ist indes fraglich. Schon in den ersten Tagen des Treffens herrscht unter den über 190 Staaten beim Kampf gegen die Erderwärmung keine große Aufbruchstimmung, sondern bestenfalls kühle Verhandlungsatmosphäre. Zwar wollen die Unterhändler bis Freitag einen Weltklimavertrag vorbereiten, der 2015 beschlossen und 2020 in Kraft treten soll. Zudem soll über die Finanzierung eines „Grünen Klimafonds“ ­beraten werden, der von 2020 an jährlich 100 Milliarden Dollar an die vom Klimawandel besonders betroffenen Entwicklungsländer ausschütten soll.

Und die 15.000 Delegierten werden wohl erneut das Ziel bekräftigen, den weltweiten Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius begrenzen zu wollen. Dafür müsste der globale Kohlendioxidausstoß bis 2020 seinen Höhepunkt überschritten haben. Doch Umweltexperten bezweifeln, ob dieses Ziel noch zu erreichen ist. „Das größte Problem ist, dass mit den USA und China zwei der größten Treibhausgasproduzenten auf der Bremse stehen,“ sagt Alexander Funk, Portfoliomanager des Öko­world Klimafonds.

So wollen sich die Chinesen ihren energieintensiven Aufstieg zur Weltwirtschaftssupermacht nicht durch internationale Regelungen bremsen lassen. Und in den USA werden billiges Öl und Gas als Mittel der Indus­triepolitik gesehen. Der menschengemachte Klimawandel wird von vielen US-Entscheidern gar als Hirngespinst abgetan.

Ohnehin fehlen weltweit die finanziellen Mittel für hochfliegende Pläne. „Nachhaltiges Wachstum zu erzielen ist in keinem Umfeld leicht und umso schwieriger in der auf wackligen Füßen stehenden Weltwirtschaft und dem geopolitischen System von heute“, sagt Virginie Maisonneuve, Leiterin globale Aktienanlagen bei der Fondsgesellschaft Schroders. Einen Push für grüne ­Aktien wird Doha also nicht mit sich bringen.

Das Enttäuschungspotenzial des Gipfels korrespondiert mit dem Frust vieler Anleger, die in Hoffnung auf einen Nachhaltigkeitsboom auf Unternehmen gesetzt haben, die vom Kampf gegen die Erderwärmung profitieren sollten. Doch der anfängliche Rausch war schnell ­verflogen. Subventionskürzungen sowie der steigende Wettbewerb haben insbesondere den Aktien von Unternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien geschadet. Ergebnis: Der HSBC Global Climate Change Index ist seit dem Hoch im Jahr 2007 um 52 Prozent abgestürzt.

Doch es gibt Klimafonds, die dem Abwärtstrend trotzen (siehe Investor-Info unten). Auffällig ist, dass in diesen Produkten kaum Solar- oder Windenergiefirmen zu finden sind. Dagegen sind Titel im Portfolio, die vom Trend zur Ressourcenersparnis bei Konsumenten und Unternehmen profitieren. „Energieeffiziente Technologien sind einer der attraktivsten Wachstumsbereiche im Zusammenhang mit Klimaschutz“, sagt Maisonneuve. Dabei spielen weniger politische Vorgaben, sondern meist Kostenüberlegungen die Hauptrolle. „Angesichts gestiegener Energiekos­ten ist das Thema effizienter Einsatz der Ressourcen längst in der Realwirtschaft angekommen,“ bestätigt Funk. Unternehmen sehen Einsparpotenziale als eine Möglichkeit, ihre Aufwendungen zu reduzieren und somit ihren Gewinn zu erhöhen. Anbieter energiesparender Produkte sind daher gefragt. Dazu zählen Batteriehersteller für Smartphones und Zulieferer für die Automobilindustrie, die spritsparende Komponenten anbieten.

Gefragt sind auch Technologien für eine verlässlichere und effizientere Energieübertragung. Durch den Aufstieg der erneuerbaren Energien müssen die Stromnetze um- und ausgebaut werden. Dies gilt nicht nur für Deutschland, das mit der Energiewende zu kämpfen hat, sondern auch für die USA, die massiv in die Erneuerung der veralteten Netze investieren müsste.

Selbst Katar ist ein attraktiver Wachstumsmarkt in Sachen Energieeinsparungen. Schließlich will der Wüstenstaat die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 als erster Veranstalter CO2-neutral über die Bühne bringen.

Investor-Info

Ökoworld Klima
Strenge Kriterien

Fondsmanager Alexander Funk sucht Unternehmen, die Produkte und Technologien anbieten, mit deren Hilfe dem Klimawandel begegnet werden kann. Die Auswahl der Titel erfolgt über ein mehrstufiges Verfahren. Ausgeschlossen sind Unternehmen, die bestimmte soziale, ethische und ökologischen Kriterien nicht erfüllen. Aus dem von einem Anlageausschuss vorgegebenen Universum sucht Funk die Titel aus, die aus Renditegesichtspunkten interessant sind. Im Portfolio dominieren Nebenwerte wie Mikroelektronikhersteller Austria Micro Systems (AMS). 

Schroder Climate Change
Breiter Ansatz

Auch der Schroder ISF Global Climate Change Equity setzt auf Firmen, die von den Anstrengungen zur Begrenzung oder von der Anpassung an die Auswirkungen des globalen Klimawandels profitieren. Im Gegensatz zum Ökoworld stehen den Fondsmanagern Simon Webber und Giles Money aber ein deutlich größeres Anlageuniversum zur Verfügung. So befindet sich unter anderem der australische Bergbaukonzern Newcrest Mining im Fonds. Mit knapp 43 Prozent sind jedoch Unternehmen aus dem Bereich Energieeffizienz im bis zu 80 Titel umfassenden Portfolio am stärksten gewichtet.

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