02.02.2013 03:00
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Rentner und Finanzcrack: Der Bessermacher

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Rentner und Finanzcrack Manfred Meibom: Der Bessermacher
Super-Anleger
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Als Rentner wurde Manfred Meibom zum ausgebufften Finanzcrack: Seit Jahren fährt er zweistellige Renditen mit Aktien und Fonds ein — und mit einem besonderen Trick schuldet er um.
€uro am Sonntag
von Michael H. Schulz, Euro am Sonntag

Manfred Meibom lässt im Ruhestand sein Geld clever und hart für sich arbeiten. Im Jahr 2002 ist der Diplom-Ingenieur pünktlich zum Sechzigsten nach mehreren Jahren in Führungspositionen vorzeitig in den Ruhestand gegangen. Die Rente der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) und die Firmenrente decken seinen Bedarf für Lebenshaltung, Auto, Versicherungen, Freizeit, Urlaub und Anschaffungen voll ab. Mit der Rente von Ehefrau Karin leisten sich die Meiboms Großurlaube etwa nach ­Indien und China. Reparaturen wie einen Fassadenanstrich fürs Eigenheim begleichen sie aus dem Geldvermögen.

Sieben Kapitallebensversicherungen haben sich der inzwischen 70-Jährige und seine Ehefrau steuerfrei auf einen Schlag auszahlen lassen. Nicht, um eine Rentenlücke zu stopfen, sondern um weltweit in Aktien und Fonds zu investieren und teure Effektenkredite, die aus dem Kapitaldienst für Immobilien entstanden, bei ihrer Bank vollständig zu bedienen.

Manfred Meibom ist ein Paradebeispiel dafür, wie man seine Finanzen optimal plant und auf clevere Finanzierungslösungen kommt. Viele Häuslebauer haben ebenso wie Meibom vor Renteneintritt nicht die letzte Rate für die Hypothek überwiesen, wie es in vielen Ratgebern wie „Finanzen im Ruhestand“ der Stiftung Warentest und der Verbraucherzentralen empfohlen wird.

Der Löwenanteil des Nettovermögens der Meiboms steckt mit 73 Prozent in Betongold, „was eher zu groß ausgefallen ist“, wie der Rentner selbstkritisch einräumt. Manfred und Karin Meibom besitzen ein Einfamilienhaus inklusive vermieteter Einliegerwohnung, eine Ferienwohnung im Schwarzwald sowie zwei weitere Eigentumswohnungen. Die Miete aus der Einliegerwohnung „deckt die laufenden Nebenkosten einschließlich Kaminholz des von uns bewohnten Hauses voll ab“, sagt Meibom.

Cleveres Schuldenmanagement
Die Mieteinnahmen aus den Eigentumswohnungen reichen seit 2010 voll aus, um Zinsen und Tilgungen der beiden Liegenschaften zu zahlen. Durch hohe Tilgungsleistungen von aktuell mehr als 5.000 Euro jährlich erhöht sich permanent das Immobilienvermögen und verringert sich die Restschuld. Für den Kapitaldienst des Eigenheims muss Meibom jedoch bis 2017 noch jährlich rund 10 000 Euro aufwenden, bis das Haus schuldenfrei ist.

Die Tilgungslücke schließt der ehemalige Maschinenbauingenieur nicht aus dem Geldvermögen, wie es üblich wäre, sondern mit einem sehr günstigen Wertpapierkredit der Münchner DAB Bank. Der Zinssatz beläuft sich auf 2,37 Prozent jährlich und ist wesentlich günstiger als die Hypothekenzinsen der Restschuld in Höhe von 2,6 bis 4,0 Prozent. Den Zinssatz bekommt er aber nur über einen Vermittler.

Die Meibom-Methode kann mancher als Blaupause für seine eigene Finanz- und Liquiditätsplanung nutzen. Faustformeln wie „100 minus Lebensalter = Aktienquote“ ignoriert Meibom bewusst. Sein gesamtes Anlagevermögen steckt in Aktien beziehungsweise Aktienfonds, Zertifikaten und einer Private-Equity-Beteiligung. „Sparbücher gab es in unserer Familie seit dem Jahr 2000 nicht mehr, sondern auch für die zwei Kinder gab es ausschließlich Aktien- und Fondssparpläne“, sagt Meibom. Um Rentenfonds sowie ­Offene und Geschlossene Immobilienfonds machte er einen Bogen.

14 Prozent pro Jahr mit Aktien
Das zahlt sich aus. Der €uro am Sonntag-Leser hat mit seinem Aktien- und Fondsportfolio zwischen 2003 und 2012 trotz Börsencrash eine Wertsteigerung von jährlich 14,1 Prozent erzielt. Kosten fürs Depot fallen nicht an. Sogar die Muster­depots von €uro am Sonntag und Börse Online hat er geschlagen.

Stolz verweist Meibom darauf, dass er im Vergleich mit dem seit einigen Jahren laufenden „Depot-Contest“ der DAB Bank, in dem in drei Kategorien Vermögensverwalter um den Sieg kämpfen, auch 2012 mit ­einer Performance von 17,7 Prozent wieder den ersten Platz belegt hat. Bemerkenswert: Anders als viele Vermögensverwalter hat er 2012 weder Aktien verkauft noch gekauft.

Stattdessen nutzt der Freizeit-Tennisspieler seine Sachwerte als Faustpfand, um die freigesetzte Liquidität zur Tilgung der Schulden zu verwenden. So hat er seit 2005 dank Beleihung seiner Wertpapierdepots aus den erzielten Wertsteigerungen seines Anlagevermögens Tilgungs- und Sondertilgungsleistungen in Höhe von circa 112.000 Euro geleistet.

Unterm Strich hält Manfred Meibom seinen Wertpapierkredit für einen klugen Schachzug: „Allein 2012 habe ich durch den Nichtverkauf von Aktien und Fonds in der Größenordnung von 25.000 Euro eine Wertsteigerung von circa 4.000 Euro erzielt.“ 600 Euro hat er an Zinsen gezahlt, um sein Depot zu beleihen. Macht einen Buchüberschuss von rund 3.400 Euro beziehungsweise eine jährliche Rendite von 13,6 Prozent — da wird selbst der ein oder ­andere Profi neidisch.

Auch 2013 will er seine Strategie fortführen. Den Depotkredit bei der DAB Bank will er bei einem DAX-Stand von über 8.200 Zählern abzahlen. Der bisher für das Immobilienvermögen benötigte Kapitalbedarf in Höhe von rund 12.000 Euro verringert sich ab 2013 um die Rückflüsse aus dem Private-Equity-Dachfonds. Die nächste Umschuldung steht also ins Haus. 

Bildquellen: Frank Beer für €uro am Sonntag

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