22.09.2017 15:33
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Liliane Bettencourt: Die reichste Frau der Welt stirbt mit 94 Jahren

Reichste der Reichen: Liliane Bettencourt: Die reichste Frau der Welt stirbt mit 94 Jahren | Nachricht | finanzen.net
Reichste der Reichen
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Die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Die reichste Frau der Welt hatte ein bewegtes Leben.
Liliane Bettencourt galt als die reichste Frau der Welt. Das renommierte Forbes-Magazin führte sie seit Jahre an der Spitze der weiblichen Milliardäre. Seit einigen Jahren zeigte sich aber auch im Leben der reichsten Frau: Geld allein macht nicht glücklich. Würde ein Hollywood-Autor ein Drehbuch für einen Film rund um Macht, Geld, Politik und Liebe schreiben, könnte es genauso gut das Leben der Liliane Bettencourt, der reichsten Frau der Welt, sein.

So kam Liliane Bettencourt zu Reichtum

Liliane Henriette Charlotte Bettencourt ist am 21. Oktober 1922 in der französischen Hauptstadt Paris geboren. Im Alter von nur fünf Jahren verlor Bettencourt ihre Mutter. Alles in ihrem Leben war darauf ausgerichtet, dass sie eines Tages das Imperium ihres Vaters übernimmt.
Ihr Vater, Eugène Schueller, war Chemiker und gleichzeitig Gründer von L'Oréal. 1907 erfand er ein Rezept zum Haare färben - der Grundstein für den Erfolg und den Aufstieg zu einem milliardenschweren Kosmetik-Imperium war gelegt.
1957 erbte die damals 35-Jährige nach dem Tod ihres Vaters seine Unternehmensanteile von 30,8 Prozent. Bis zu ihrem Tod besaß die reichste Frau der Welt zusammen mit ihrer Tochter, Francoise Bettencourt-Meyers, 33 Prozent des L'Oréal-Imperiums. Hinzu kamen noch 26,4-Prozent am größten Nahrungsmittelkonzern der Welt, Nestlé.

Doch Geld allein macht nicht glücklich. Das musste Bettencourt mit zunehmendem Alter erfahren.

Der Familienstreit

Liliane Bettencourt und ihre Tochter Françoise Bettencourt-Meyers, lieferten sich lange Zeit eine wahre Gerichtsschlacht. Im Mittelpunkt dabei: Macht, Geld und Einfluss. Die Luxusvillen von Mutter und Tochter lagen nur circa 50 Meter auseinander, gesehen haben sich beide aber nur noch vor Gericht oder wenn der Aufsichtsrat von L'Oréal mal wieder tagte.
Der Vorwurf an die Mutter: Sie würde das Familienerbe verprassen. Der Streit ging so weit, dass die Tochter der Mutter vorwarf, nicht mehr im Besitz ihrer vollen geistigen Fähigkeiten zu sein. Ein besonderer Dorn im Auge war Françoise Bettencourt-Meyers offenbar die Beziehung ihrer Mutter zu dem französischen Maler und Fotografen François-Marie Banier. 2008 wurde bekannt, dass der Künstler knapp eine Milliarde Dollar Zuwendungen von der betagten Milliardärin in Form von Schecks, Immobilien und Gemälden bekommen hat. Tochter Bettencourt-Meyers legte ihr Veto ein.

Die Milliardärin und ihr Fotograf kannten sich viele Jahre. 1969 trafen sie sich zum ersten Mal, verstanden sich prächtig, es entwickelte sich eine enge Freundschaft. Die Freundschaft ging sogar so weit, dass Banier kurzzeitig als Erbe eingesetzt wurde. Bis die Tochter eingriff und eine Klage gegen den Künstler anstrengte. 2015 wurde Banier wegen Erbschleicherei zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Im Jahr 2011 folgte ein weiterer Schock für die L'Oréal-Erbin. Sie wurde von einem französischen Gericht entmündigt. Ein medizinisches Gutachten hatte ergeben, dass die damals 89-jährige Bettencourt an Demenz leide, so die Urteilsbegründung. Die Vormundschaft erhielt ihr ältester Enkel Jean-Victor Meyers, die Verwaltung des Milliardenvermögens übernahmen ihre Tochter und zwei weitere Enkel.

Das traurige Ende der Familienfehde beschrieb Liliane Bettencout gegenüber der Zeitung "Journal du Dimanche" in einem Zitat: "Wenn sich meine Tochter um mich kümmert, werde ich ersticken."

Die Staatsaffäre

Parallel zum Familienstreit entwickelte sich in Frankreich eine Steueraffäre um Bettencourt und später auch um die damalige Regierungspartei "UMP", heute als "Les Républicains" bekannt.
Die Veröffentlichung von heimlichen Tonbandaufnahmen, auf denen Privatgespräche der Bettencourts zu hören sind, erhärtete den Verdacht, Bettencourt könnte jahrelang Steuern hinterzogen haben. Millionensummen sollen auf Konten in der Schweiz und Singapur gebunkert worden sein. Zudem soll dem Fiskus auch der Besitz einer Seychelleninsel vorenthalten worden sein. Es wurden Steuernachzahlungen in Höhe von 77 Millionen Euro fällig.

Diese Affäre zog auch politische Kreise, denn von dem Geld Bettencourts soll auch die damalige Regierung profitiert haben. Insbesondere der damalige Arbeitsminister Éric Woerth geriet nach Bekanntwerden der Tonbandaufnahmen der Familie Bettencourt in den Fokus. Ebenfalls ins Licht der Öffentlichkeit rückte in diesem Zusammenhang die konservative Partei und der heutige Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. Der Arbeitsminister soll als Kassenführer der UMP-Partei von Bettencourt illegale Parteispenden in Höhe von 150.000 Euro angenommen haben, erlaubt sind in Frankreich aber nur 7.500 Euro pro Jahr von derselben Person.

Weitere Brisanz erhielt die "Staatsaffäre" durch die Tatsache, dass die Frau von Ex-Arbeitsminister Woerth während der Amtszeit ihres Mannes das Vermögen der Bettencourts verwaltete.

Der politische Skandal war perfekt. Selbst Ex-Präsident Sarkozy geriet wegen dem Verdacht auf illegale Wahlkampffinanzierung ins Visier der Behörden - das Verfahren wurde 2013 allerdings eingestellt. Im Jahr 2015 kam es zur Anklage gegen Woerth, dieser wurde aber freigesprochen.

Vermögen fast verdoppelt

Die Familienstreitigkeiten und Steuervorwürfe gegen Bettencourt schlugen auch auf die Aktienkursentwicklung von L'Oréal durch. Um das Jahr 2008, inmitten der Weltwirtschaftskrise, sackte der Anteilsschein auf unter 50 Euro ab. Nach der Entmündigung von Bettencourt 2011 fielen L'Oréal-Titel abermals recht deutlich, bevor sie einen Erholungskurs einschlugen und heute bei rund 182 Euro auf in der Nähe des im Juni 2017 erreichten Rekordhochs gehandelt werden.

Das Vermögen von Bettencourt zog parellel zur Ausweitung des L'Oréal-Imperiums an. Im Jahr 2011 soll die L'Oréal-Großaktionärin 23,5 Milliarden US-Dollar besessen haben, 2013 war sie 30 Milliarden Dollar schwer. Heute beziffert Forbes ihr Vermögen auf 39,5 Millliarden Dollar - damit war Liliane Bettencourt auf Platz 14 der reichsten Menschen weltweit und die reichste Frau.

Am Mittwoch ist Liliane Bettencourt "friedlich zu Hause gestorben", wie ihre Tochter mitteilte.

Redaktion: finanzen.net

Bildquellen: Kristy Sparow/Getty Images

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