12.02.2013 09:07
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1.000 Dollar sind genug

Vermögensverwalter-Kolumne: 1.000 Dollar sind genug | Nachricht | finanzen.net
Vermögensverwalter-Kolumne
Gold ist derzeit gefragt. Gründe dafür gibt es viele, allerdings nur wenige stichhaltige.
von Uwe Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Vermögensverwaltung Meridio, Köln

Der Preis befindet sich bereits im Rückwärtsgang. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zum Ausstieg.

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Wer schon seit vielen Jahren Gold im Tresor hat, atmet auf: Endlich tritt das ein, was man immer erhofft hat. Der Preis steigt und der Besitzer wird reich. Nur verkaufen wird er sein Gold jetzt nicht, denn er sieht ja im Gold den besten, vielleicht den einzigen Schutz vor Inflation, vielleicht sogar vor dem Weltuntergang. Also lässt er das Gold im Tresor und ist weiterhin nicht reich. Genauso, wie er es die ganzen Jahre vorher nicht war, denn da hat Gold einfach nur Geld gekostet in der Anschaffung und nichts gebracht an Ausschüttung.

So haben Tausende viel Geld dafür bezahlt, ihre Ängste einmal richtig auszuleben. Das ist legitim aber es sollte doch niemand so tun, als ob Gold wirklich eine lukrative Geldanlage wäre. Wer zum richtigen Zeitpunkt einsteigt und im genauso richtigen Moment wieder aussteigt, kann mit Gold Geld verdienen. Vor elf Jahren kostete die Unze Gold 270 US-Dollar. Glückliche Menschen kauften zu diesem Preis, denn sie konnten sich in den folgenden Jahren über einen Anstieg auf 1.900 US-Dollar je Unze freuen. Damit war Gold eines der besten Investments – außer Apple vielleicht.

Damals hieß es übrigens: Mit Gold lässt sich nichts verdienen, Gold kostet nur in der Aufbewahrung, es verdient keine Zinsen. Heute gehört Gold in jede Asset Allokation, jede Bank empfiehlt es und die Fondsgesellschaften legen Gold-Fonds und -ETFs auf als gäbe es nichts anderes.

Warum eigentlich? Die Argumente sind bekannt: Die Zinsen sind niedrig, es gibt also mit Festgeld nichts zu verdienen, genau wie mit Staatsanleihen. Gold gilt als Inflationsschutz, als letzte Sicherheit, wenn auch deutsche Bundesanleihen nicht mehr sicher sind. Dass die Notenbanken die Märkte mit Geld fluten, trägt ebenfalls zu einem steigenden Preis bei, wohin soll man denn sonst mit dem ganzen Bargeld? Wenn dann außerdem die Nachfrage mittlerweile so hoch ist, dass die Jahresproduktion sie nicht decken kann, dann muss es ja aufwärtsgehen. Es sieht also so aus, als müsste Gold ewig weiter steigen.

Kann das sein? Es ist doch zu schön, um wahr zu sein – oder zu bleiben. Wenn alle einen Markt ganz großartig finden, stürzt er in der Regel kurz darauf ab. Die Hausfrauenhausse ist vom Neuen Markt noch ein Begriff, oder? Vielleicht sollte man stutzig werden, wenn Wertgegenstände in Automaten angeboten werden. So geschehen mit Gold. Wenn sich sehr viele sehr sicher sind, dass es mit dem Gold nur weiter aufwärtsgehen kann, ist der Höhepunkt erreicht. Alle Faktoren werden positiv interpretiert, die Stimmung ist positiv – aber das wird bald enden. Denn was soll jetzt noch an positiven Nachrichten kommen?

Denken Sie an den Rohölpreis. Bis 2008 schrieben alle, dass es immer nur weiter aufwärtsgehen könnte. Die Produktion hielte mit der Nachfrage nicht Schritt, neue Vorkommen seinen nur schwer zu erschließen. Und was war? Es zeigte sich, dass letztlich einige große Spieler den Markt nach oben gezogen hatten. Als sie ausstiegen, ging es steil abwärts. Das ist die Blaupause für den Goldpreis.

Und es hat bereits begonnen, allen Durchhalteparolen zum Trotz: Seit einem Jahr konnte Gold unterm Strich nicht mehr zulegen. Vielleicht zuckt der Preis noch mal auf, dann aber geht es abwärts. Was sollten Anleger tun? Positionen absichern. Das Kursziel läuft in 100er-Schritten nach unten, zunächst auf die 1.500 Dollar, dann Richtung 1.000 Dollar und das über das gesamte Jahr 2013. Denn eines ist auch klar: Gold wird gefördert aber nicht verbraucht. Wenn große Marktteilnehmer verkaufen, bricht der Preis ein. Wie beim Öl.

Darum ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den Verkauf. Mit Gold lässt sich vielleicht auf die ganz lange Sicht ein Inflationsausgleich schaffen. Es gibt Phasen, da kann man richtig reich werden – binnen weniger Jahre. Man nennt die Phasen Blasen und sie platzen bei Gelegenheit. Aber wer es gegen (oder für?) seine Angst kauft, der kann nur verlieren. Denn es entgehen ihm Erträge in anderen Anlageformen, die zum Teil höher sind, aus denen etwas Reales entsteht, die man ausgeben kann.

Wer stets in Angst lebt, Inflation, Hyperinflation, Staatsbankrott und Weltenende erwartet und Gold dagegen als Sicherheit hortet, der hat wenig Freude am Leben. Und derjenige wird wahrscheinlich bei all der Galle auch nicht alt. Übrigens: Wer verkauft denn Gold, wenn das Edelmetall so toll ist? Die Banken? Ach so, aus den gleichen Beweggründen wie bei Aktien: Edelmut, Selbstlosigkeit, Kundenzufriedenheit. Wären sie von der Unausweichlichkeit der Hyperinflation überzeugt und auch davon, dass Gold der richtige Schutz davor ist, würde keine Unze die Tresore der Banken verlassen.

Recht haben die Banken damit, dass manchmal auch Aktien die bessere Wahl sind. Manchmal sind es aber auch Tagesgeldkonten, Immobilien oder Emerging-Markets-Anleihen. Das Entscheidende ist einzig und allein der passende Mix aus vielen verschiedenen Anlageklassen und -formen. Denn dieser verbindet das Nutzen von Chancen mit der Absicherung gegen Risiken. Gold zu horten ist dagegen so, als würden Anleger mit Barren um den Bauch Baden gehen.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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