Millionen lassen den VL-Zuschuss vom Chef jedes Jahr liegen. Wie du ihn dir sicherst und warum ETFs Rendite und Förderung bestens verbinden.
von Jennifer Kus
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Da liegt ein Zuschuss vom Arbeitgeber bereit, und er bleibt einfach liegen. Manche wissen nicht, dass ihnen etwas zusteht, andere scheuen den Papierkram. Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe. Dabei geht es nicht um Centbeträge. Wer die vollen 40 Euro im Monat bekommt, lässt sich über die Jahre einen vierstelligen Betrag entgehen. Geld, für das man keine Stunde länger arbeiten muss.
Vermögenswirksame Leistungen, kurz VL, sind eine Zusatzzahlung des Arbeitgebers obendrauf aufs Gehalt. Das Geld fließt nicht aufs Girokonto, sondern direkt in einen Sparvertrag, den du selbst auswählst. Die Höhe liegt je nach Tarif, Betrieb oder Arbeitsvertrag zwischen 6 und 40 Euro im Monat, maximal also 480 Euro im Jahr.
Anspruch haben längst nicht nur klassische Angestellte. Auch Azubis, Beamte, Soldaten und Richter können VL bekommen. Ob es in deinem Fall klappt, steht im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung. Wenn du dort nichts findest, lohnt die kurze Mail an die Personalabteilung. Selbstständige und Arbeitnehmer in der Probezeit gehen allerdings leer aus.
Ein häufiger Irrtum: VL sind nicht steuerfrei. Die Zahlung erhöht dein Bruttogehalt, also fallen Steuern und Sozialabgaben an. Trotzdem stehst du am Ende besser da als ohne, weil es sich um Geld handelt, das du sonst gar nicht bekommen würdest.
Hier wird es interessant, denn die Wahl des Vertrags macht über die Jahre einen erheblichen Unterschied. Vier Wege sind üblich:
Der Bausparvertrag ist der Klassiker und für viele die Standardlösung aus dem Bankgespräch. Der Haken: Die Verzinsung ist mager, oft liegt sie unter der Inflationsrate. Real verlierst du also Kaufkraft.
Der Banksparplan ist noch genügsamer und bekommt nicht einmal die staatliche Förderung.
Spannender sind Fonds und ETFs. Ein ETF bildet einen ganzen Aktienindex nach, etwa den MSCI World mit rund 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Statt einzelne Aktien herauszupicken, kaufst du mit einem Produkt einen breiten Querschnitt des Weltmarkts. Das senkt das Risiko einzelner Ausfälle und hält die Kosten niedrig.
Genau hier setzt auch die staatliche Förderung den deutlichsten Hebel an. Die sogenannte Arbeitnehmersparzulage beträgt für Fondssparen 20 Prozent auf bis zu 400 Euro im Jahr, macht also bis zu 80 Euro Zuschuss. Bausparen wird mit nur 9 Prozent auf maximal 470 Euro gefördert, höchstens 43 Euro. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Einkommen von höchstens 40.000 Euro für Singles und 80.000 Euro für gemeinsam veranlagte Paare. Der Aktienfonds bringt also die höhere Rendite und die höhere Förderung. Eine seltene Kombination.
Wenn ETFs so überlegen sind, warum landet das VL-Geld dann so oft im Bausparvertrag? Weil der ETF-Weg auf den ersten Blick nach Arbeit aussieht. Welcher ETF ist VL-fähig? Welches Depot passt? Bei klassischen Anbietern musst du den passenden Fonds selbst aussuchen und das Depot selbst aufsetzen. Für jemanden, der sich nie mit Geldanlage beschäftigt hat, ist das eine Hürde.
An dieser Stelle lohnt der Blick auf digitale Vermögensverwalter wie Oskar2. Der zentrale Unterschied liegt genau in diesem Auswahlschritt. Während du bei den klassischen Depotbanken den ETF selbst bestimmst, fließt das Geld bei Oskar VL2 automatisch in ein breit gestreutes Portfolio aus mehreren Aktien-ETFs, das US-amerikanische, europäische und asiatische Märkte sowie Schwellenländer abdeckt. Sieben der enthaltenen ETFs sind nach ESG-Kriterien ausgewählt, berücksichtigen also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Das Rebalancing, also das regelmäßige Zurücksetzen der Gewichtung, übernimmt der Anbieter. Du gibst die monatliche Rate vor, der Rest läuft im Hintergrund.
Der Einstieg ist schon ab 25 Euro Sparrate im Monat möglich, das Konto in wenigen Minuten eröffnet. Die nötige Arbeitgeberbescheinigung wird automatisch erstellt, die musst du nur noch in der Personalabteilung abgeben. Kosten fallen abhängig vom Depotwert an, bei Oskar VL2 sind es bis zu 1,14 Prozent im Jahr inklusive der ETF-Kosten. Das ist mehr als bei einem selbst verwalteten Depot, dafür sind die Depotführung, das automatische Rebalancing und die laufende Überwachung der ETF-Auswahl bereits enthalten. Du zahlst also für den Wegfall des Aufwands, der viele überhaupt erst vom ETF-Sparen abhält.
Oskar VL2 verzichtet übrigens auf die siebenjährige Sperrfrist und kommt damit ohne die staatliche Förderung aus. Dafür kommst du jederzeit an dein Geld. Wer die Arbeitnehmersparzulage mitnehmen will, sollte das bei der Wahl bedenken und gegebenenfalls einen geförderten Vertrag mit Bindungsfrist vorziehen. Hier gibt es kein pauschal richtig, das hängt davon ab, ob dir Flexibilität oder die 80 Euro Zulage wichtiger sind.
Ein Rechenbeispiel macht es greifbar. Bei 40 Euro monatlich und einer durchschnittlichen Marktentwicklung von gut 5 Prozent kann nach 15 Jahren ein Vermögen von rund 10.000 Euro zusammenkommen, davon etwa 3.800 Euro reiner Wertzuwachs. Läuft der Markt besser, ist mehr drin, läuft er schlechter, weniger. Garantien gibt es am Aktienmarkt nicht, und zwischenzeitliche Durststrecken gehören dazu. Über einen langen Zeitraum hat sich breit gestreutes Aktiensparen historisch aber ausgezahlt.
Was bleibt, ist eine simple Erkenntnis. Vermögenswirksame Leistungen sind Geld, das dir zusteht und das viele schlicht verschenken. Der erste Schritt kostet nichts außer einer Nachfrage bei der Personalabteilung. Der zweite ist die Entscheidung, ob das Geld in einem mageren Bausparvertrag versickert oder am Kapitalmarkt für dich arbeitet.
Wer hat Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen?
Anspruch haben Arbeitnehmer, Azubis, Beamte, Soldaten und Richter, sofern dies im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung festgehalten ist. Selbstständige und Arbeitnehmer in der Probezeit haben in der Regel keinen Anspruch. Im Zweifel hilft eine Nachfrage in der Personalabteilung.
Wie viel zahlt der Arbeitgeber?
Je nach Branche und Vertrag zwischen 6 und 40 Euro im Monat, höchstens also 480 Euro im Jahr. Zahlt der Arbeitgeber weniger als die maximale Summe, kannst du aus eigenem Geld aufstocken.
Sind vermögenswirksame Leistungen steuerfrei?
Nein. VL erhöhen das Bruttogehalt und sind steuer- und sozialabgabenpflichtig. Unter dem Strich lohnt sich die Annahme trotzdem, weil es sich um zusätzliches Geld vom Arbeitgeber handelt.
Bausparvertrag oder ETF, was lohnt sich mehr?
Für den reinen Vermögensaufbau bietet der ETF die höhere Renditechance und mit 20 Prozent auch die höhere staatliche Förderung. Der Bausparvertrag kann sinnvoll sein, wenn konkret eine Immobilie geplant ist. Für alle anderen ist das Fondssparen meist die ertragreichere Wahl.
Komme ich vorzeitig an mein Geld?
Das hängt vom Vertrag ab. Bei geförderten Verträgen gilt eine siebenjährige Bindungsfrist. Verträge ohne staatliche Förderung, etwa das VL-ETF-Depot bei Oskar2, sind flexibel, hier kommst du jederzeit an dein Guthaben.
2Hinweis: Oskar ist eine Marke der Oskar.de GmbH, eine Ausgründung der finanzen.net GmbH. Die Scalable Capital Vermögensverwaltung GmbH verwaltet das Vermögen, die Baader Bank AG führt die Depots mit Verrechnungskonten. Weitere Informationen finden Sie hier.
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