22.01.2013 16:12
Bewerten
(4)

EU gibt grünes Licht für Finanztransaktionssteuer

Abgabe auf Börsengeschäfte: EU gibt grünes Licht für Finanztransaktionssteuer | Nachricht | finanzen.net
Abgabe auf Börsengeschäfte
Der Einführung einer Abgabe auf Börsengeschäfte in elf EU-Staaten steht nichts mehr im Weg. Jährlich sollen 57 Milliarden Euro in die Staatskassen fließen.
Die EU-Finanzminister billigten am Dienstag mehrheitlich dieses Vorhaben, an dem sich Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Slowenien, die Slowakei und Estland beteiligen wollen. Das Europäische Parlament hatte diesem Verfahren der so genannten verstärkten Zusammenarbeit im Dezember zugestimmt. Irlands Finanzminister und amtierender Ratspräsident Michael Noonan betonte, damit sei den elf Staaten aber "kein Blankoscheck"ausgestellt. Diese müssten sich an die Binnenmarktregeln halten.

   Steuerkommissar Algirdas Semeta ist jetzt aufgefordert, einen Gesetzesvorschlag zur inhaltlichen Gestaltung der Finanztransaktionssteuer vorzulegen. Das wolle er bereits "in den nächsten Wochen" tun, sagte Semeta nach dem Ratstreffen vor der Presse. "Große Überraschungen" seien dabei nicht zu erwarten, da er auf seinem Richtlinienvorschlag von September 2011 basieren werde, der ursprünglich zum Ziel hatte, die Steuer in allen 27 EU-Staaten einzuführen.

   Der Litauer betonte, dass es allen Mitgliedstaaten offen stünde, sich dem Verfahren der verstärkten Zusammenarbeit anzuschließen. Nach diesem Verfahren hätten sie ohnehin das Recht, sich an allen technischen und politischen Beratungen dazu zu beteiligen. An der Abstimmung über den Gesetzesvorschlag dürfen sich allerdings nur die teilnehmenden Staaten beteiligen und sie müssen das Vorhaben einstimmig befürworten. Das EU-Parlament muss angehört werden, hat aber kein Mitbestimmungsrecht.

   Da in Steuerfragen in der EU Einstimmigkeit herrscht, hatte sich eine Steuer für alle 27 Mitgliedstaaten nicht umsetzen lassen. Diese wird unter anderem von Großbritannien kategorisch abgelehnt. Die Finanztransaktionssteuer soll Spekulationen an den Finanzmärkten eindämmen und dringend benötigte Steuermehreinnahmen generieren.

   Nach Einschätzung der Kommission könnten jährlich 57 Milliarden Euro in die Staatskassen fließen, wenn auf rund 85 Prozent der zwischen Finanzinstituten abgewickelten Transaktionen in der EU Steuern erhoben würden. Auf den Handel mit Anteilen und Anleihen müsste dafür ein Steuersatz von 0,1 Prozent und für den Handel mit Derivaten ein Satz von 0,01 Prozent fällig werden. Die elf Staaten, die die Steuer jetzt im Alleingang einführen wollen, stehen Semeta zufolge für rund zwei Drittel des EU-BIP.

   Kontakt zur Autorin: konjunktur.de@dowjones.com   DJG/ang/chg Dow Jones Newswires BRÜSSEL

Bildquellen: filmfoto / Shutterstock.com, Gunnar Pippel / Shutterstock.com
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Stabile Dividendenaktien gehören in jedes Depot!

Die Investition in ausgewählte Blue-Chip-Dividendenaktien gehört zu den sichersten Strategien, um an den Aktienmärkten langfristig ein Vermögen aufzubauen. Dividendenaktien von hochkapitalisierten Unternehmen werfen langfristig höhere Renditen als der Gesamtmarkt ab und bieten einen guten Schutz in unsicheren Börsenzeiten. Wir stellen im aktuellen Anlegermagazin drei Aktien mit stabilen und attraktiven Dividendenrenditen vor.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX um die Nullininie -- Tesla überholt BMW -- Takata-Aktie im freien Fall: Insolvenzantrag steht kurz bevor -- AURELIUS verspricht mehr Transparenz -- METRO, Oracle im Fokus

Ölpreise nach jüngstem Preissturz etwas gestiegen. EU genehmigt Evonik Übernahme von Huber Silica. Apple will Musikkonzernen offenbar weniger zahlen. Kepler hält E.ON für zu teuer und rät zum Verkauf. EZB entwickelt bis 2018 System für Echtzeitzahlungen. Snap mit größtem Zukauf der Konzerngeschichte.

Top-Rankings

In diese Unternehmen investiert Amazon
Welche Unternehmen profitieren von Jeff Bezos?
KW 24: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 24: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Nordex AGA0D655
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
AURELIUSA0JK2A
CommerzbankCBK100
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
AMD (Advanced Micro Devices) Inc.863186
E.ON SEENAG99
TeslaA1CX3T
Deutsche Telekom AG555750
Amazon.com Inc.906866
BMW AG519000
EVOTEC AG566480
Allianz840400