02.03.2013 06:00
Bewerten
 (4)

Kleinaktionäre auf dem Rückzug

Kleinaktionäre auf dem Rückzug
Aktienkultur
Die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland geht wieder zurück. Neben Gewinnmitnahmen und der Gewöhnung an die Eurodauerkrise trägt auch das Treiben von Berufsklägern zum Vertrauensschwund bei.
€uro am Sonntag

von Stefan Rullkötter, Euro am Sonntag

Die Gesamtzahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfondsanteilen in Deutschland ist nach einer Untersuchung von TNS-Infratest wieder rückläufig. Insgesamt waren im zweiten Halbjahr rund 8,8 Millionen Anleger direkt oder indirekt in Aktien investiert. Nach einem Anstieg von 1,5 Millionen Anlegern im ersten Halbjahr 2012 bedeutet das ­einen Rückgang um 1,3 Millionen im weiteren Jahresverlauf.

Von den 8,8 Millionen Aktienbesitzern sind 2,8 Millionen reine Aktionäre, 4,7 Millionen Anleger halten Aktienfondsanteile — und 1,4 Millionen Depotkunden sowohl Aktien als auch Anteile an Aktienfonds. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Aktienakzeptanz in Deutschland noch lange nicht so gefestigt ist, wie es im Interesse der Bevölkerung läge“, bilanziert Christine Bortenlänger, Vorstand des Deutschen Aktieninstituts (DAI) in Frankfurt, das die Studie in Auftrag gegeben hat.

Hauptgrund für den Rückgang: Die Anleger haben sich scheinbar an die „Eurodauerkrise“ gewöhnt, weil sich Inflationstendenzen bisher nicht eingestellt haben. Damit entfällt ein „Angstmotiv“ für die Aktienanlage, die „Flucht in Sachwerte“.

Eine weitere Ursache dürften ra­tionelle Gewinnmitnahmen durch den Verkauf von Aktien und Fonds sein — der DAX stieg im vergangenen Jahr um rund 30 Prozent.

Nervende Berufskläger
Für Verdruss bei Kleinaktionären könnten aber auch sogenannte Berufskläger sorgen, die mit Beginn der Hauptversammlungssaison 2013 wieder in den öffentlichen Fokus rücken werden. Pro Jahr überziehen sie im Schnitt rund 60 börsennotier­te Firmen mit Anfechtungsklagen.

Ihr Geschäftsmodell: gegen alle gewichtigen Hauptversammlungsbeschlüsse klagen — und den recht­lichen Widerstand erst gegen eine diskrete Geldzahlung aufgeben.
„Die Möglichkeit, gegen eventuell fehlerhaft gefasste Hauptversammlungsbeschlüsse gerichtlich vorzugehen, ist ein wichtiges Element des Anlegerschutzes in Deutschland —und damit eigentlich positiv für die Aktienkultur“, erklärt Bortenlänger. Der Missbrauch, der damit getrieben werde, sei dagegen kontraproduktiv.

Aktuell greift eine Gruppe von Siemens-Aktionären die auf der Hauptversammlung im Januar beschlossene Osram-Abspaltung rechtlich an: Weil die Händetrockner auf den Toi­letten zu laut gewesen seien, wären die Ausführungen des Vorstands in Teilen der Halle nicht zu verstehen gewesen. „So etwas schadet dem Ansehen des deutschen Kapitalmarkts und der deutschen Unternehmen, insbesondere bei ausländischen Investoren“, kritisiert Bortenlänger.

Es sei nicht akzeptabel, dass einzelne Aktionäre ihre Rechte missbrauchen, um sich faktisch Vorteile zulasten der Gesamtheit zu verschaffen. „Klagemöglichkeiten sollten vom Gesetzgeber auf schwerwiegende Beschlussmängel beschränkt werden“, fordert Bortenlänger.

Bildquellen: Wolfgang Kriegbaum
Artikel empfehlen?

Nachrichten zu Siemens AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Siemens AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
30.06.2015Siemens HaltenIndependent Research GmbH
30.06.2015Siemens buyUBS AG
26.06.2015Siemens NeutralNomura
26.06.2015Siemens ReduceKepler Cheuvreux
15.06.2015Siemens NeutralJP Morgan Chase & Co.
30.06.2015Siemens buyUBS AG
04.06.2015Siemens buySociété Générale Group S.A. (SG)
20.05.2015Siemens kaufenDZ-Bank AG
15.05.2015Siemens buyJefferies & Company Inc.
08.05.2015Siemens buyGoldman Sachs Group Inc.
30.06.2015Siemens HaltenIndependent Research GmbH
26.06.2015Siemens NeutralNomura
15.06.2015Siemens NeutralJP Morgan Chase & Co.
08.06.2015Siemens NeutralJP Morgan Chase & Co.
22.05.2015Siemens NeutralJP Morgan Chase & Co.
26.06.2015Siemens ReduceKepler Cheuvreux
11.06.2015Siemens UnderweightBarclays Capital
28.05.2015Siemens UnderweightBarclays Capital
27.05.2015Siemens UnderweightBarclays Capital
12.05.2015Siemens UnderweightBarclays Capital
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Siemens AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Siemens AG Analysen

Heute im Fokus

DAX schließt schwächer -- Wall Street feiertagsbedingt geschlossen -- Griechisches Verfassungsgericht lässt Referendum zu -- K+S, Facebook im Fokus

Tsipras schwört seine Anhänger auf 'Nein' bei Referendum ein. Knappes Ergebnis bei Hellas-Referendum erwartet. Friedliche Demonstration gegen Sparauflagen für Griechenland. Alter Flughafen Berlin-Schönefeld bleibt länger am Netz. Tsipras fordert Schuldenschnitt und 20 Jahre mehr Zeit. Im Übernahmepoker um K+S verhärten sich die Fronten. Tsipras: Ein Nein beim Referendum wäre kein Ende der Verhandlungen. Varoufakis: Einigung mit Gläubigern kommt in jedem Fall zustande.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welcher Fußballtrainer verdient am meisten?

Diese Aktien stehen bei Hedgefonds ganz oben

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Acht überraschende Fakten über den Chef des Tech-Riesen

Deutschland liegt ganz weit vorne

Welche Aktien zählt George Soros zu seinem Portfolio?

Welche Aktien könnten bis 2018 hin steigen?

Bestnoten für diese Chefs

mehr Top Rankings

Umfrage

Wie wird sich nach Ihrer Einschätzung der DAX bis zum Jahresende entwickeln?