Chart-Check

Chartanalyse: DAX - Nicht zu stoppen oder doch?

26.01.12 14:57 Uhr

Am Donnerstag brilliert der DAX mit einem neuen 5-Monatshoch. Damit notiert er bereits über dem massiven Widerstandsband. Doch das muss er erst noch beweisen.

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7.386,7 PKT -19,1 PKT -0,26%

Analyse-Datum: Donnerstag, 26. Januar 2012

Diagnose: Seit einer geschlagenen Woche notiert der DAX über seiner 200 Tage-Linie und markierte bis zur Stunde ein neues Verlaufshoch bei 6538 Punkten. Mit diesem neuen Indexstand ist das erste Kursziel bei 6500 Zählern locker abgearbeitet. Zudem tauchte das Aktienbarometer in ein darüber liegendes massives Widerstandsbündel ein, das sich aus dem Verlaufshoch aus dem Oktober bei 6430 Zählern sowie dem März-Tief 2011 bei 6483 Punkten speist. Doch auch mit dem neuen Zwischenhoch wird man erst auf Wochenschlusskursbasis wissen, ob die Hürden auch wirklich nachhaltig überwunden wurden.

Beim S&P 500 ging es nach der Einnahme der 200-Tage-Linie zu Jahresbeginn kontinuierlich bergan. Die Kreuzung des Kurses mit dieser Durchschnittslinie stellte ein übergeordnetes Einstiegssignal dar, dem in Kürze ein weiteres folgen sollte.


S&P 500: 6-Monats-Chart
(Zum Vergrößern bitte Chart anklicken)

Gemeint ist die Kreuzung der aufsteigenden 50-Tage-Linie mit der 200-Tage-Linie im Bereich bei rund 1260 Zählern. Im Ergebnis wären dann mittelfristig Kurse bis in den oberen Bereich des seit Oktober vergangenen Jahres bestehenden Aufwärtstrendkanals bei rund 1400 Punkten machbar (auch ungefähres Kursziel der im Chart eingezeichneten inversen Kopf-Schulter-Formation).

Auf dem Weg nach oben gelang dem US-Index in der vergangenen Woche, über die Barriere bei 1300 Punkten anzusteigen. Dies eröffnete ihm weiteren Spielraum bis zur nächsten Zielerreichung bis in den Bereich bei 1320/1330 Zähler, die nun ebenfalls abgehakt werden kann. In der aktuell optimistischen Marktstimmung wäre sogar ein wenig Überschießen drin. Danach sollten wir allerdings einen Rücksetzer (zum Zwecke der Konsolidierung) bis auf etwa 1260/1250 Zähler sehen. Auf der Unterseite liegen die Auffangnetze bei 1300 Punkten, den erwähnten 1260 Punkten sowie bei 1249 (50-Tage-Linie) und 1220 Zählern.

Erheblicher Schaden würde entstehen, sobald der US-Index aus seinem Aufwärtstrendkanal bei etwa 1220 Punkten nach unten ausbricht. Diese Region ist aber derzeit durch etliche Unterstützungen gut abgepolstert.


Dax: 6-Monats-Chart
(Zum Vergrößern bitte Chart anklicken)

Prognose: Insgesamt konnte der DAX seine Position im seit Mitte September vergangenen Jahres bestehenden Aufwärtstrendkanal weiter festigen, dessen Unterseite zuletzt nicht einmal getestet wurde. Vielmehr steuert er aktuell bereits in die obere Hälfte des Trendkanals. Die kurzfristigen Indikatoren stehen nun wieder vor einem Verkaufssignal und zeigen Konsolidierungsbedarf an. Dem entgegen könnte ein weiter steigender S&P 500 auch beim DAX noch für Auftrieb sorgen. Dies wird ihn jedoch nicht vor der erwarteten Verschnaufpause bewahren. Das Korrekturpotential sollte den DAX bis in die Region bei rund 6100 Zähler (maximal 6000 Punkte) führen, um die Klettertour im Anschluss erneut zu starten. Hier wäre bis zum Frühjahr ein Stand bis auf 7000 Punkte (obere Aufwärtstrendbegrenzung) denkbar.

Bei möglichen Rückschlägen behalten Anleger das Niveau bei etwa 5800 Punkten im Hinterkopf. Hier liegt jenes Unterstützungsbündel aus Horizontale und Aufwärtstrend, das für den Bestand des aktuell bullishen Bildes ausschlaggebend ist. Mit einem Bruch würde der Chartverlauf ins bearishe kippen.

von Karen Szola, Technische Analystin Euro am Sonntag

Ziel der Technischen Analyse ist es, aus Kursverläufen künftige Trends vorherzusagen. Die Technische Analystin Karen Szola untersucht an dieser Stelle interessante Aktien und Indizes auf charttechnische Signale und stellt ihre Prognose.

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