04.02.2013 13:08
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Aktien-Experte Oppenheimer: Der DAX ist uns sehr sympathisch

Euro am Sonntag-Interview: Aktien-Experte Oppenheimer: Der DAX ist uns sehr sympathisch | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Interview
Der Chef-Aktienstratege von Goldman Sachs, Peter Oppenheimer, sieht die Märkte im ­Aufwind - und setzt 2013 neue Akzente.
€uro am Sonntag
von Wolfgang Ehrensberger, Euro am Sonntag

Einen Anstieg der Unternehmensgewinne auf breiter Front erwartet Peter Oppenheimer, Chef-Aktienstratege von Goldman Sachs. Am Rande ­einer Investorenkonferenz in Frankfurt erläuterte er, welche Akzente er in diesem Jahr setzen will — und ­warum er von europäischen Bankaktien lieber die Finger lässt.

€uro am Sonntag: Gerade hat die Weltbank ihre globale Konjunkturprognose gesenkt und erwartet jetzt für 2013 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent statt drei Prozent. Bleibt Goldman Sachs trotzdem bei seiner Prognose von 3,3 Prozent? Peter Oppenheimer: Wir bleiben bei den 3,3 Prozent, nach 3,1 Prozent für 2012. Wir rechnen mit einer deutlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung im Verlauf dieses Jahres, angetrieben vor allem von Märkten wie den USA und Asien, insbesondere China. In den USA wird uns der Haushaltsstreit zwar noch die ersten Monate dieses Jahres beschäftigten, aber wir sehen bereits deutliche Verbesserungen auf dem Immobilien- und Arbeitsmarkt. Für Europa rechnen wir im Jahresverlauf zwar mit einigen Aufhellungen, aber die moderate Rezession wird andauern.

Drohen noch Rückschläge durch die Euroschuldenkrise?
Die Politik und die Europäische Zentralbank haben sich inzwischen in die richtige Richtung bewegt, um die großen Systemrisiken einzudämmen, sodass ein Zusammenbruch von Banken oder ein Auseinanderfallen des Euro aus unserer Sicht unwahrscheinlich geworden ist. Doch die ökonomischen Ungleichgewichte in Europa sind nach wie vor gravierend, sowohl was die konjunkturelle Entwicklung angeht als auch die der Kreditmärkte. Die Schuldenkrise als Ganzes ist längst nicht gemeistert, und bis zu einer vollständigen Normalisierung wird es noch ein weiter Weg sein.

Wie schätzen Sie die Entwicklung der Aktienmärkte 2013 ein?
Grundsätzlich positiv, allein schon wegen der positiven Wirtschaftsentwicklung, die wir erwarten. Die Unternehmensgewinne werden wieder in allen Regionen steigen, nachdem sie 2012 in Europa zurückgegangen sind und in Asien stagnierten, und das wird einen weiteren Anstieg der Aktienkurse ermöglichen. Zudem werden die Zentralbanken weltweit an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten, was den Aktienmarkt ebenfalls beflügeln wird. Dabei erscheint uns die Bewertung von Aktien nach wie vor günstig, vor allem außerhalb der USA. Die Bewertungen sind nicht nur im Verhältnis zu anderen Anlageklassen günstig, sondern auch mit Blick auf deren historische Entwicklung.

Sie favorisieren japanische Aktien. Welches Potenzial sehen Sie dort?
Die Wirtschaft Japans erholt sich bereits deutlich, unterstützt von einer aggressiv expansiven Fiskalpolitik und einer Zentralbank, die positive Inflationsraten zulässt. Gleichzeitig rechnen wir 2013 mit einem Anstieg der Unternehmensgewinne um etwa 25 Prozent. Dieses Szenario ermöglicht deutliche Wertzuwächse bei japanischen Aktien, die derzeit noch relativ günstig bewertet sind. Japan hat beste Perspektiven.

Gilt das allgemein auch für Asien?
Wir erwarten auch dort einen sehr starken Anstieg der Unternehmensgewinne um im Schnitt 13 Prozent in der gesamten Region mit Ausnahme Japans und eine zyklische ­Erholung der Wirtschaft, insbesondere in China. 2013 übergewichten wir also Japan und Asien im Verhältnis zu den USA und Europa.

Welchen Branchen trauen Sie für 2013 das größte Steigerungs­potenzial zu?
In Europa sehen wir beispielsweise den Automobilsektor positiv, der posi­tiv korreliert ist mit dem globalen Wirtschaftswachstum, und hier insbesondere die global ausgerich­teten deutschen Autohersteller. Außerdem empfehlen wir europäische Versicherer, da sie im Vergleich etwa zu Banken eine günstigere Risikostruktur aufweisen.

US-Banken haben 2012 zum Teil sensationelle Kurszuwächse erzielt. Glauben Sie, dass die noch niedrig bewerteten europäischen Banken nachziehen werden?
Da wären wir eher vorsichtig. Gerade die europäischen Banken sind durch Regulierung und Kapitalvorgaben in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, und die meist sehr starke Konzentration auf den Heimatmarkt birgt zusätzliche Risiken. Die größte Herausforderung für sie aber ist: Mit welchem Geschäftsmodell wollen sie ihre Gewinne erwirtschaften?

Also Hände weg von Banken?
Nein, keineswegs. Wir raten zu Investments in US-Banken, weil sie trotz teils starker Kurszuwächse noch immer günstig bewertet sind, bessere Gewinnperspektiven haben und weniger Risiken aufweisen. Im Vergleich mit ihnen sind die Aussichten für europäische Banken eher gemischt. Wir haben hier eine neutrale Gewichtung und konzentrieren uns auf einzelne Unternehmen.

Welche Branchen bevorzugen Sie außerdem?
Die Luxusgüterhersteller haben gute Perspektiven, weil sie von der Erholung der Schwellenländer profitieren. Auch Versorger sehen wir positiv, weil sie günstig bewertet sind und die Energiemärkte sich dynamisch entwickeln, besonders in Deutschland. Wir empfehlen den Mediensektor, weil auch er günstig bewertet ist und von den globalen Wachstumsperspektiven profitiert.

Wovon raten Sie ab?
Den Verteidigungssektor und die Chemiebranche halten wir bereits für sehr hoch bewertet. Das trifft auch auf die Konsumgüterhersteller zu, die zudem wegen der schwachen Inlandsnachfrage unter Druck geraten könnten. Untergewichten sollte man auch die Öl- und Gasindustrie, da die Margen hier aufgrund höherer Rohstoffkosten unter Druck geraten könnten. Auch bei Telekomwerten sollte man eher vorsichtig sein.

Wie wird sich der deutsche Aktienmarkt 2013 mit seinem Leitindex DAX entwickeln?
Der ist uns sehr sympathisch. Wir rechnen mit einer anhaltend positiven Performance. In Deutschland sind die wirtschaftlichen Perspek­tiven besser als in jedem anderen ­europäischen Land. Auch wird der deutsche Aktienmarkt am ehesten von einer Erholung der Weltwirtschaft profitieren. Hinzu kommt die noch moderate Bewertung auf dem Niveau anderer europäischer Märkte.

Wo steht der DAX zum Jahresende?
Wir haben keine Prognose für einzelne Länderindizes. Wir rechnen damit, dass der Stoxx Europe 600 bis zum Jahresende um neun Prozent auf 310 Punkte steigt. Beim Euro Stoxx 50 sehen wir den Jahresendstand bei 3.000 Punkten (Ende 2012: rund 2.700 Punkte), und dazu muss man noch die Dividendenrendite von etwa vier Prozent rechnen.

Im Herbst finden in Deutschland Bundestagswahlen statt. Mit ­welchen Effekten rechnen Sie?
Ich rechne nicht mit gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaft oder den Aktienmarkt. Möglicherweise geraten die Verhandlungen mit anderen Ländern zur Überwindung der europäischen Schuldenkrise vor dem Hintergrund des Wahlkampfs vorübergehend etwas ins Hin­tertreffen. Aber Deutschland kann und wird sich dieser Problematik nicht auf Dauer entziehen, unabhängig davon, wer die Wahlen gewinnt.

Der Markt für Börsengänge war 2012 nicht gerade berauschend. Könnte 2013 auch hier etwas mehr Schwung reinkommen?
Der Markt für Börsengänge hängt sehr stark von Aktienkursen und vom Vertrauen der Marktteilnehmer ab. Beides hat sich in den letzten Monaten positiv entwickelt. Wir rechnen mit einer absolut höheren Anzahl von Börsengängen, aber auch mit mehr Aktienrückkaufprogrammen, sodass der Nettoeffekt auf die Börse ausgeglichen wird. 

zur Person: Globaler Aktienstratege
Peter Oppenheimer ist globaler Chef-Aktienstratege der US-Investmentbank Goldman Sachs. 1985 absolvierte er die London School of Economics und ar­beitete anschließend für verschiedene Banken, zuletzt als Chef-Investmentstratege bei HSBC, bevor er 2002 zu Goldman Sachs wechselte und dort die globale Aktienstrategie übernahm. 2003 wurde er Managing Director und 2006 Partner bei Goldman Sachs. Außerhalb seines Berufs engagiert sich Oppenheimer beim Anne Frank Trust UK, einer Menschenrechtsorganisation, die sich gegen Vorurteile, Rassismus und Verfolgung einsetzt (www.annefrank.org.uk).

Bildquellen: Wonge Bergmann/Goldman Sachs

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