06.09.2013 13:25
Bewerten
 (0)

Piech bleibt Aufsichtsratschef von Volkswagen

Gerüchte dementiert
Volkswagen hat Gerüchte über einen baldigen Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats klar zurückgewiesen.
Der Österreicher, der als einer der größten Automobilmanager aller Zeiten gilt, werde "noch lange" Aufsichtsratschef bleiben, erklärte Europas größter Autobauer. Damit dementierten die Niedersachsen einen Medienbericht in ungewöhnlich scharfer Manier. Und sogar der 76-Jährige selbst meldete sich zu Wort: "Totgesagte leben länger", sagte er dem Spiegel in seiner gewohnt sarkastischen Art.

Das Handelsblatt hatte zuvor unter Berufung auf Konzernkreise von einem möglicherweise nahenden Abschied des Salzburger Strippenziehers berichtet. Wie die Wirtschaftszeitung am Morgen unter Berufung auf Konzernkreise schrieb, soll angeblich VW-Chef Martin Winterkorn dem österreichischen Patriarchen als oberster Kontrolleur folgen und im Gegenzug den Vorstandsvorsitz räumen. Die Zeitung führte als Grund für einen möglichen vorzeitigen Wechsel den zuletzt schwankenden Gesundheitszustand von Ferdinand Piech an.

Das Unternehmen reagierte am Morgen prompt auf den Bericht und erklärte, der 76-Jährige sei bei "bester Gesundheit", weshalb der Handelsblatt-Bericht "mit Nachdruck" dementiert werde. Auch ein Abschied Winterkorns aus dem Vorstand ist laut VW kein Thema. "Martin Winterkorn wird noch lange Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG bleiben", ließen die Niedersachsen wissen. Auch die Arbeitnehmerseite hatte vor allem Unverständnis für den Bericht übrig: "Die Geschichte ist Quatsch. Und es ist eine Sauerei", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh dem Spiegel.

Laut Volkswagen erübrigen sich damit auch alle anderen Personalspekulationen, die sich durch einen Abgang Piechs ergeben und den Konzern unter Umständen kräftig durcheinander wirbeln würden. Das Handelsblatt hatte mehrere Personalwechsel ins Spiel gebracht, die im Zusammenhang mit dem angeblichen Abschied des Patriarchen stünden. Unter anderem berichtete die Zeitung davon, dass VWs Finanzchef Hans Dieter Pötsch zumindest interimistisch VW-Vorstandschef werden und vom momentanen Audi-Lenker Rupert Stadler abgelöst werden könnte, was wiederum in Ingolstadt ein Loch gerissen hätte.

In Wolfsburg beginnt nun offenbar die Ursachenforschung, woher das Blatt seine Informationen hat. Laut dem Spiegel wird innerhalb des Konzerns spekuliert, dass Auslöser der Gerüchte Manager seien, die es offenbar kaum abwarten können, bis Winterkorn die Unternehmensspitze vorzeitig räumt. Sein Vertrag läuft bis Ende 2016.

Anfang des Jahres hatte Winterkorn selbst bereits mit einer Vertragsverlängerung geliebäugelt. "Die nächste Generation des Golf will ich schon noch entscheidend mitprägen", hatte der Firmenlenker in einem Interview gesagt. Piech selbst hatte bereits zuvor den Wunsch geäußert, dass Winterkorn auch noch die nächste und achte Generation des Verkaufsschlagers auf den Markt bringen soll. Das dürfte für etwa 2018 auf der Agenda stehen; dem Jahr, in dem VW spätestens der weltweit größte Autobauer geworden sein will.

Dass Piech das Amt des Chefkontrolleurs irgendwann an den 66-Jährigen "Wiko", wie er intern gerne genannt wird, übergeben wird, ist quasi ein offenes Geheimnis. Wäre der Stabwechsel allerdings bereits kurzfristig über die Bühne gegangen, wäre das eine echte Überraschung gewesen.

Die Aufregung, die rund um den Handelsblatt-Bericht aufkam, wirft aber ein Schlaglicht darauf, wie wichtig die Nachfolgeregelung im Volkswagen-Konzern ist. Branchenexperten sehen in der Klärung der künftigen Managementstruktur eine der wichtigsten Herausforderungen für das Automobilimperium aus Niedersachsen, da als eines der zentralen Erfolgsrezepte der Niedersachsen die Persönlichkeiten an der Spitze des Riesenkonzerns mit seinen 550.000 Mitarbeitern gelten.

Ferdinand Piech hat den Ruf als begnadeter Ingenieur und Ziehvater Winterkorns. Winterkorn ist im Gegenzug ein enger Vertrauter Piechs, dessen Großvater Ferdinand Porsche in den 30er Jahren den legendären VW Käfer entwickelte. Zwischen das deutsch-österreichische Führungs-Duo scheint kein Blatt Papier zu passen. Selbst in extrem schwierigen Situationen - wie beispielsweise der drohenden Übernahme durch Porsche - nicht. Piech selbst war von 1993 bis 2002 VW-Chef, ehe er an die Spitze des Kontrollgremiums wechselte. Piech ist zudem Aufsichtsratschef der Porsche Holding und des Lastwagenherstellers MAN.

"Ich freue mich auf den Konzernabend im Vorfeld der IAA am kommenden Montag, an dem ich auch in Zukunft als Aufsichtsratsvorsitzender teilnehmen werde", sagte Piech dem Spiegel. Dort wird Volkswagen vor hunderten von Gästen sich selbst und die zwölf unterschiedlichen Konzernmarken feiern, bevor das wichtigste Branchentreffen des Jahres so richtig los geht. Eins ist sicher: Für reichlich Gesprächsstoff wird dort nach den Vorkommnissen des Tages sicher gesorgt sein. Ob es allerdings in erster Linie um die zahlreichen Modellpremieren gehen wird, ist dagegen ungewiss. Dow Jones Newswires

Bildquellen: iStock/shaunl
Artikel empfehlen?
  • Relevant1
  • Alle4
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Volkswagen AG Vz. (VW AG)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
09:16 UhrVolkswagen vz OutperformBNP PARIBAS
27.08.2014Volkswagen vz buyWarburg Research
26.08.2014Volkswagen vz kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
21.08.2014Volkswagen vz OutperformBernstein Research
13.08.2014Volkswagen vz OutperformBernstein Research
09:16 UhrVolkswagen vz OutperformBNP PARIBAS
27.08.2014Volkswagen vz buyWarburg Research
26.08.2014Volkswagen vz kaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
21.08.2014Volkswagen vz OutperformBernstein Research
13.08.2014Volkswagen vz OutperformBernstein Research
07.08.2014Volkswagen vz NeutralUBS AG
01.08.2014Volkswagen vz HoldS&P Capital IQ
01.08.2014Volkswagen vz NeutralBNP PARIBAS
24.07.2014Volkswagen vz HaltenIndependent Research GmbH
22.07.2014Volkswagen vz NeutralBNP PARIBAS
08.08.2014Volkswagen vz SellGoldman Sachs Group Inc.
04.04.2014Volkswagen vz SellUBS AG
10.03.2014Volkswagen vz VerkaufenBankhaus Lampe KG
25.02.2014Volkswagen vz verkaufenUBS AG
24.02.2014Volkswagen vz verkaufenUBS AG
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Volkswagen AG Vz. (VW AG) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige

Heute im Fokus

DAX startet fester -- Apple prüft Sicherheit nach Auftauchen von Promi-Nacktfotos -- Russland könnte aus G20 fliegen -- Die goldene Regel des Warren Buffett

Deutsche Annington vergrößert Portfolio um mehr als 5000 Wohnungen. Iran glaubt an Lösung im Atomstreit bis November. Bahnverkehr läuft nach Warnstreiks weitestgehend normal. Russland könnte China an riesigem Wankor-Ölfeld beteiligen.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Welche Billig-Airline ist die beste der Welt?

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Welche Darsteller verdienen am meisten?

Diese Models verdienten 2014 am meisten

In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?

Die Fluglinien mit den zufriedensten Passagieren

Welcher Nationaltrainer verdient am meisten?

mehr Top Rankings
Deutschland wird den Kampf der Kurden gegen die Terrormiliz des Islamischen Staates (IS) mit schweren Waffen unterstützen. Wie ist Ihre Meinung hierzu?
Abstimmen
Direkt zu den Ergebnissen